Arnold Bergstraesser (* 14. Juli 1896 in Darmstadt; † 24. Februar 1964 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Soziologe und Politikwissenschaftler. Er gilt neben Wolfgang Abendroth, Theodor Eschenburg, Ernst Fraenkel und Eric Voegelin als einer der Gründerväter der deutschen Politikwissenschaft nach dem 2. Weltkrieg.
Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung musste Arnold Bergstraesser Deutschland verlassen und lehrte von 1937 bis 1953 in den USA, zuletzt als Professor für Deutsche Literatur und Geschichte an der Universität Chicago. Hier erwarb er sich besondere Verdienste um die deutsch-amerikanische Verständigung, unter anderem als Mitherausgeber einer „Deutschen Geschichte“ (New York 1944) sowie als Veranstalter der Goethe Tagung 1954 in Aspen, Colorado (zusammen mit Albert Schweitzer). 1954 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde als Professor für Soziologie und Politikwissenschaft an die Universität Freiburg berufen.
Von 1955 bis 1959 war Bergstraesser Direktor des Forschungsinstituts der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik und Herausgeber des „Jahrbuchs für Internationale Politik“. Ferner war er Präsident der deutschen Unesco-Kommission und maßgeblich an der Gründung der Politischen Akademie Tutzing/Bayern sowie an der Einführung des Gemeinschaftskundeunterrichts an höheren Schulen beteiligt.
Er war seit 1925 mit Erika Sellschopp verheiratet und hatte drei Kinder.
Nach seiner Berufung auf den Freiburger Lehrstuhl ging es ihm um die Durchsetzung eines „normativen, in der geistigen Überlieferung beheimateten Politikverständnisses“ (sog. „Freiburger Schule“ der Politikwissenschaft). Damit verbunden war das Bemühen um eine „praxisbezogene, empirisch-synoptische Analyse der politischen Realität“. Einen besonderen Stellenwert gewannen in diesem Zusammenhang die Länder der Dritten Welt, deren Bedeutung für die Weltpolitik Bergstraesser als einer der ersten erkannt und in die bundesdeutsche Politikwissenschaft eingebracht hat.
Mann | Soziologe | Politologe | Geboren 1896 | Gestorben 1964 | Studentengeschichte
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