Arno Breker (* 19. Juli 1900 in Elberfeld (heute zu Wuppertal); † 13. Februar 1991 in Düsseldorf) war ein deutscher Bildhauer und Architekt.
Während Breker in den Jahren von 1936 bis 1944 der in Europa meist gefeierte Bildhauer war und von Intellektuellen, Politik und Kirche größten Respekt erfuhr, wurde mit dem Ende des Krieges der künstlerisch-ästhetische Wert von Brekers überdimensionierten Monumentalwerken teilweise in Frage gestellt und seine Rolle als Staatskünstler während des Dritten Reiches kritisch betrachtet, da man sein Schaffen mit den Untaten in der NS-Zeit verband. Brekers Plastiken gelten als Inbegriff faschistischer Kunst, da sie eine Heroisierung des kriegsbereiten Körpers darstellen und sich in ihnen niederschlägt, was die Nazis unter "Ariertum" verstanden: nämlich die Benutzbarkeit des Einzelnen für das außen- und innenpolitische Programm des NS-Staates. Breker selbst wurde bei der Entnazifizierung durch die Spruchkammer Donauwörth in der damaligen US-Besatzungszone Bayern nur als "Mitläufer" eingestuft, da er sich für viele von den Nazis verfolgte Künstler eingesetzt hatte. In Paris bewahrte Breker während der Besetzung durch die Deutschen den Maler Pablo Picasso vor dem Zugriff der Gestapo. Der als Kommunisten-Freund bekannte Picasso entging so der Deportation in ein Konzentrationslager und dem frühen Tod. Ein weiteres Verdienst von Arno Breker war die Rettung des deutschen Verlegers Peter Suhrkamp, der unter dem dringenden Verdacht des Widerstandes gegen Adolf Hitler inhaftiert war. Breker besuchte Suhrkamp in der Todeszelle und setzte sich dann bei Albert Speer und Hitler erfolgreich für die Entlassung des Verlegers ein.
Obwohl fast alle Kunstwerke Brekers den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden, wurden über 90 Prozent der Werke seiner Klassischen Periode nach dem Krieg durch die Alliierten zerstört.
Das Werk Arno Brekers wird erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs im Sommer 2006 in Schwerin umfassend vorgestellt. In der Ausstellung, die vom 22. Juli bis 22. Oktober im Schleswig-Holstein-Haus zu sehen ist, werden die expressiven frühen Plastiken ebenso wie die Entwürfe für die heroischen Monumentalskulpturen der 30er und 40er Jahre und Arbeiten zwischen 1945 und 1991 gezeigt. Die Ausstellungsankündigung löste massive öffentliche Kritik aus; u. a. zog Klaus Staeck eine für 2007 an diesem Ausstellungsort geplante Schau seiner Werke zurück.
Mann | Deutscher | Deutscher Bildhauer | Deutscher Architekt | Kultur (Nationalsozialismus) | Hochschullehrer | Geboren 1900 | Gestorben 1991
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