| Wissenschaftlicher Name
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| Characeae
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Die Armleuchteralgen (Characeae) sind weltweit verbreitete, phylogenetisch urtümliche Wasserpflanzen. Sie bilden die einzige rezente innerhalb der Charales (Armleuchteralgen i. w. S.), welche schon für das Erdzeitalter des Devon nachgewiesen wurde. Die beiden anderen Familien der Ordnung, die Clavatoraceae und die Palaeocharaceae, sind nur fossil belegt. Armleuchteralgen werden zwar zu den Grünalgen gezählt, haben mit diesen aber nur die Assimilationspigmente und Reservestoffe gemein. Mit ihrem Habitus ähneln sie eher höheren Blütenpflanzen (z. B. dem Hornblatt). Sie stehen mit ihrem Aufbau und ihren Fortpflanzungsorganen als sehr isolierte Gruppe im System der heutigen Pflanzen. Der wissenschaftliche Name wurde vom lateinischen chara (= eine bestimmte Knollenfrucht von bitterem Geschmack) abgeleitet.
Merkmale
Der je nach Art bis zu einem Meter lange
Thallus ist in lange
Internodienzellen und kurze Knotenzellen gegliedert. In der Gestalt erinnern Armleuchteralgen auch an
Schachtelhalme: An einer vertikalen Mittelachse wachsen in regelmäßigen Abständen in
Quirlen angeordnete Äste (Radien). Auf diesen sitzen die männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane (
Gametangien) wie die Lichter eines
Armleuchters (
Namensgebung!). Die sexuelle Fortpflanzung erfolgt durch
Oogamie, die
vegetative Vermehrung durch Bildung farbloser
Rhizoide oder Thallusknöllchen. Bei der Gattung
Chara sind die Haupt- und Nebenachsen des Thallus von versteifenden Berindungsfäden umhüllt; diese fehlen der anderen artenreichen Gattung
Nitella. Bei manchen Arten sind die Quirläste oder auch die Sprossachsen mit kleinen Stacheln oder „Warzen“ besetzt.
Vorkommen
Armleuchteralgen sind Tauchpflanzen, die verankert am Grund von Gewässern mit in der Regel sehr sauberem, nährstoffarmem Süß- und
Brackwasser wachsen. Dies können
oligo- bis
mesotrophe Klarwasserseen sein oder auch
Quelltöpfe. Manche
euryökere Arten erscheinen aber auch als
Pioniervegetation in Regenwasserlachen, Gräben und neu entstandenen Baggerweihern. Oft bilden sie dabei große Dominanzbestände aus Unterwasserrasen („Charawiesen“). Diese Armleuchteralgen-Gesellschaften werden als eigene
pflanzensoziologische Klasse
Charetea fragilis (Fukarek ex Krausch 1964) behandelt, die wiederum in verschiedene Ordnungen, Verbände, Assoziationen und Einart-Gesellschaften unterteilt wird.
Da sie kein luftgefülltes Gewebe haben, steigen abgerissene Sprossteile nicht an die Oberfläche auf. So kann es sein, dass das Vorkommen von Armleuchteralgen in tieferen Gewässern leicht übersehen wird. Zudem erreichen sie mit Wassertiefen von bis zu 60 Metern submerse Zonen, die von höheren („moderneren“) Wasserpflanzen – etwa Laichkrautgewächsen, die höchstens sieben Meter „tauchen“ können – nicht besiedelt werden können.
Funktion im Gewässer
Viele Characeen sind besonders an kalkhaltigen Standorten vertreten. Dann sind die Pflanzen typischerweise mit einer starren Kalkkruste überzogen. Das ist darauf zurückzuführen, dass Armleuchteralgen bei einer starken
Photosynthese dem Wasser anorganische
Kohlenstoffverbindungen entziehen. Dadurch greifen sie in ein kompliziertes Lösungsgleichgewicht ein, so dass
Calciumcarbonat ausgefällt wird. Armleuchteralgen sind daher wirksam an der biogenen Entkalkung der Gewässer beteiligt.
Gattungen und Arten
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Weltweit kommen die Armleuchteralgen in sechs Gattungen mit über 300 Arten vor. Davon entfallen ca. 115 auf die Gattung Chara und ca. 150 auf die Gattung Nitella.
Auswahl (hier: Arten mit Vorkommen in Norddeutschland):
- Gattung: Armleuchteralgen, Chara
- Art: Rauhe Armleuchteralge, Chara aspera
- Art: Baltische Armleuchteralge, Chara baltica
- Art: Graue Armleuchteralge, Chara canescens
- Art: Gegensätzliche Armleuchteralge, Chara contraria
- Art: Feine Armleuchteralge, Chara delicatula
- Art: Zerbrechliche Armleuchteralge, Chara fragilis
- Art: Steifhaarige Armleuchteralge, Chara hispida
- Art: Vielstachelige Armleuchteralge, Chara polyacantha
- Art: Geweih-Armleuchteralge, Chara tomentosa
- Art: Gewöhnliche Armleuchteralge, Chara vulgaris
- Gattung: Lamprothamnium
- Gattung: Lychnothamnus
- Gattung: Glanzleuchteralgen, Nitella
- Gattung: Nitellopsis
- Gattung: Tolypella
Viele Arten der Armleuchteralgen stehen aufgrund ihrer Vorliebe für saubere, nährstoffarme Gewässer in Deutschland und anderen Ländern auf der Roten Liste als gefährdete, stark gefährdete oder sogar vom Aussterben bedrohte Arten. Häufiger kommen u. a. die weltweit verbreiteten Chara vulgaris und Chara fragilis/globularis vor.
Image:chara_globularis.jpeg|typischer Habitus für Chara
Image:chara_globularis_detail.jpeg|Detail von Chara fragilis: Wichtiges Bestimmungsmerkmal ist die Berindung und ein warziger Stipularkranz
Literatur (Quellen)
- Vahle, H.-C. (1990): Armleuchteralgen (Characeae) in Niedersachsen und Bremen. Verbreitung, Gefährdung und Schutz. – Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen 10 (5): 85-130. (Hannover)
- Lexikon der Biologie, Bd. 2. – Herder-Verlag, Freiburg, 1984. ISBN 3-451-19642-5
- Pott, R. (1992): Die Pflanzengesellschaften Deutschlands. – UTB, Ulmer-Verlag, Stuttgart. ISBN 3-8252-8067-5
Weblinks
- * Unterwasserbilder mehrerer Arten
Protozoen und Algen
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