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Unter der Armeemarschsammlung (eigentlich: preußische Armeemarschsammlung) versteht man das grundlegende Katalogwerk der deutschen militärischen Marschmusik. Die Grundlage für die Schaffung dieser Übersicht liegt in einem entsprechenden Dekret des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. aus dem Jahr 1817. Diese Armeemarschsammlung ist wiederum in drei Sammlungen unterteilt, in denen die Märsche nach Verwendungs- bzw. Aufführungszweck unterschieden werden, diese Untergruppen werden mit römischen Ziffern angegeben.

  • Sammlung I: Langsame Märsche für Fußtruppen (115 Märsche)
  • Sammlung II: Parademärsche für Fußtruppen (269 Märsche)
  • Sammlung III: Kavalleriemärsche (149 Märsche)
(Anmerkung: Die Zahl der vorhandenen Märsche stimmt mit den jeweiligen letzten Nummern in der Zählung nicht überein, da es in jeder Sammlung noch einige untergeordnete Werke gibt, so z.B. II 45a).

Alle Märsche, die in der Armeemarschsammlung aufgenommen wurden, verfügen über eine offizielle Nummernbezeichnung aus einer römischen Ziffer (Sammlung) und einer arabischen Zahl (Listennummer in der Sammlung). Es ist auch durchaus möglich, daß Märsche nicht nur in einer Sammlung aufgelistet werden. Beispiele:

Heeresmarschsammlung

Ergänzend zur Armeemarschsammlung wurde 1925 auf Initiative des Militärmusikers Hermann Schmidt die Heeresmarschsammlung zusammengestellt. Sie umfaßt neben einigen Werken aus der Armeemarschsammlung auch die seit diesem Zeitpunkt hinzugekommenen neu komponierten bzw. übernommenen Märsche. Die Aufstellung der Heeresmarschsammlung endete 1945 mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Sie gliedert sich - im Unterschied zur Armeemarschsammlung - in vier Untergruppen:
  • Sammlung I: Präsentiermärsche für Fußtruppen (8 Märsche)
  • Sammlung II: Parademärsche für Fußtruppen (38 Märsche)
  • Sammlung III: Kavalleriemärsche im Schritt (langsames Tempo) (17 Märsche)
  • Sammlung IIIB: Kavalleriemärsche im Galopp (schnelles Tempo) (83 Märsche)

Wie erwähnt haben einige Militärmärsche sowohl eine Bezeichnung in der Armee- als auch der Heeresmarschsammlung, z.B.

  • Preußens Gloria (AM II, 240 und HM II, 98)
  • Yorckscher Marsch (AM II, 37 und HM II, 5)

Die Sammlungen in heutiger Zeit

Vor allem aus der wesentlich älteren Armeemarschsammlung ist ein großer Teil der Werke im Original verschollen oder nur noch fragmentarisch vorhanden. Insbesondere die Zerstörung des preußischen Staatsarchivs in Potsdam im Jahr 1945 spielte dabei eine wesentliche Rolle. Erschwerend kommt hinzu, daß ein großer Teil gerade der älteren Kompositionen keine Titel haben und/oder ihre Komponisten unbekannt sind. Da aber viele dieser Werke russischen Ursprungs sind, besteht Aussicht, sie in russischen Archiven wiederzuentdecken. Private Vereinigungen und der Militärmusikdienst der Bundeswehr sind seit langem bemüht, diese wenig bekannten Märsche der Sammlung nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und sie auch wieder zu vervollständigen.

Militärmusik | Marsch

 

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