Arles Arrondissement-Hauptstadt im französischen Departement Bouches-du-Rhône links der Rhône, 24 km vom Meer entfernt. Zu Arles gehört das Gebiet der gesamten Camargue. Arles ist deshalb mit ca. 760 km² flächenmäßig die größte Gemeinde Frankreichs.
Der Ort erhob sich nun bald zu hoher Bedeutung, wetteiferte mit Massilia (Marseille) im Handel und erreichte seine Blütezeit unter Konstantin, der Arles vergrößerte und ausschmückte und unter dem Beinamen Constantina 395 zur Hauptstadt Galliens machte. Im Jahre 402 wurde dann die Praefectura Galliarum, die obersten Behörde des römischen Westreiches, von Trier nach Arles verlegt.
Arles wurde im 3. Jahrhundert Sitz eines Bischofs, im Jahr 400 Sitz eines Erzbischofs. Als Hauptumschlagplatz wurde es in der Folge von Westgoten und Sarazenen mehrmals erobert und zerstört, behauptete es dennoch lange seinen Glanz; seit 536 zum Frankenreich gehörig, wurde es 879 Hauptstadt des Königreichs Burgund und kam mit diesem 1033 zum Heiligen Römischen Reich. Seit 933 stand die Stadt unter der Herrschaft des Erzbischofs, wurde 1220 unabhängig von ihm und 1237 für nur zwei Jahre Reichsstadt. 1251 unterwarf sich die Stadt Karl von Anjou und kam 1481 mit der Grafschaft Provence an Frankreich. Der Erzbischof wanderte später nach Aix-en-Provence ab.
In Arles fanden mehrere wichtige (arelatische) Synoden statt: so 314 gegen die Donatisten, 354 gegen Athanasius, 452 zur Regelung der Kirchen- und Klosterdisziplin, 475 gegen den Prädestinatianer Lucidus.
Das Amphitheater, Durchmesser 140m x 103m (49 v. Chr., größer als das von Nîmes), aus 2 Geschossen mit je 60 Arkaden bestehend und ca. 25.000 Zuschauern Platz gewährend (seit 1846 restauriert und gegenwärtig an Festtagen Schauplatz für Stierkämpfe); Das antike Theater, von dem noch zwei korinthische Säulen, die Orchestra und die untersten Sitzreihen übrig sind (hier wurde 1651 die berühmte Venus von Arles aufgefunden, jetzt im Louvre, Paris; Kopie im Hôtel de Ville, Place de la République, Treppenhaus);
Reste des alten Forums, von antiken Thermen und einem Palast Konstantins; zahlreiche, jetzt in einem Museum (Musèe d'Arles Antique, sehr empfehlenswert!) vereinigte Skulpturen (Dianenkopf, Medea, Apolloaltar u. Arles).
Die Kathedrale St.Trophime mit sehr schönem Portal, aber modernisiertem Innern stammt aus dem 12. oder 13. Jahrhundert. Im dazu gehörigen Kloster (Cloître) ist der prachtvolle Kreuzgang bemerkenswert. In den vier Galerien - zwei romanisch, zwei gotisch - sind alle Arten des Rund- und Spitzbogenstils benutzt worden.
Außerhalb der alten Stadtmauern findet man an der süd-östlichen Ecke eine lange Allee, die Alyscamps (Elysii campi) zur unvollendeten Kirche Saint-Honorat. Dieser frühere altheidnische und altchristliche Friedhof besteht heute aus zahlreichen (einfachen) Steinsarkophagen, die schönsten sind ins Musèe d'Arles Antique überführt worden.
Nordöstlich der Stadt, an der Grenze zu Fontvieille, befinden sich die Ruinen der Benediktinerabtei Montmajour, eine der seinerzeit eindrucksvollsten Klosteranlagen in Südfrankreich.
Handel und Industrie sind nicht von Belang, nennenswert sind nur die Olivenöl-Erzeugung und die Schafzucht in der Umgebung. Die Maschinenwerkstätten der Bahn (SNCF), wo ca. 1.200 Arbeiter beschäftigt waren, sind heute geschlossen. Es gibt eine Papierfabrik. Die Arbeitslosigkeit ist (2004) hoch.
Die Rhône kann wegen ihrer geringen Tiefe nur von kleineren Schiffen (bis 200 t) befahren werden; um dieses Hindernis für die Schifffahrt zu beseitigen, wurde 1834 der Kanal von Arles nach Bouc und, da auch dieser nicht genügte, 1864 der Kanal St. Louis angelegt, der, 60 m breit und 7,9 m tief, vom Hafen von Bouc aus die Mündung des Rhône mit seiner Barre umgeht.
Am rechten Stromufer liegt der Stadtteil Trinquetaille. Nördlich davon, in Fourques, beginnt schon das Department Gard. Südlich schliesst sich die Camargue an.
Berühmt von alters her ist die Schönheit und Eleganz der Frauen von Arles. Die Belle Arlésienne hat Mérimée zum Schreiben des Librettos für und Georges Bizet zum Komponieren von Carmen gebracht.
Einer der (heute) berühmtesten Einwohner von Arles war vom Februar 1888 bis 1889 der Maler van Gogh. Die heute an seine Gemälde erinnernden Stellen in Arles sind allerdings in den 1990-er Jahren nach seinen Gemälden für Touristen dekoriert worden. Offiziell besitzt die Stadt Arles kein einziges von Van Goghs Gemälden, seit der Maler von der Bourgoisie regelrecht aus der Stadt vertrieben worden war. Das von ihm bewohnte Haus an der Place La-Martine (Maison Jaune, Gelbes Haus) wurde im Zweiten Weltkrieg Opfer eines Bombenangriffs und steht nicht mehr. Eine der zahlreichen Zugbrücken in der Umgebung hat van Gogh zu den Bildern Die Brücke von Langlois angeregt. Die heute als van-Gogh Brücke ausgeschilderte Brücke ist sicher eine gleichartige, aber nicht die van-Gogh Brücke.
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