Die Arkebuse war eine im Spätmittelalter erfundene Handfeuerwaffe mit langem Lauf.
Der Name Arkebuse (Arke=Haken, Buse=Büchse) oder Hakenbüchse leitet sich von dem Haken ab, der am Rohr angebracht war. Wenn die Waffe aufgelegt wurde, fing der Haken den starken Rückstoß ab.
Arkebusen waren großkalibrige Waffen mit bis zu 2 cm Rohrdurchmesser. Ihr Gewicht konnte über 10 kg betragen. Auch wenn die Reichweite einige hundert Meter betrug, war die Treffgenauigkeit über solche Entfernungen recht gering, da die Läufe keinen Zug besaßen, der dem Geschoss einen richtungsstabilisierenden Drall gegeben hätte. Die meisten Arkebusen wogen deutlich weniger als Musketen und konnten deshalb ohne Stützgabel bedient werden, sodass im Verlauf des 16. Jahrhunderts auch in der Reiterei Arkebusen verwendet wurden. Daraus entstand die Truppengattung der Arkebusierreiter.
Die Arkebuse war im späten 15. Jahrhundert in Spanien erfunden worden und war im 16. Jahrhundert in vielen Heeren verbreitet. Insbesondere während der Schlacht bei Pavia im Jahre 1525 stellten die Arkebusiere die Schlagkraft ihrer Feuerwaffen unter Beweis. 1575 entschieden 3000 Arkebusenschützen in Japan die Schlacht von Nagashino gegen Kavallerieangriffe der gegnerischen Samurai für Oda Nobunaga. Danach wurden diese Feuerwaffen bis zum Boshin-Krieg seitens der Samurai als unehrenhaft geächtet. Im späten 16. Jahrhundert verdrängte die Muskete mit ihrer größeren Feuerkraft allmählich die Arkebuse als Infanteriewaffe.
Die bis zu 15 kg schwere, primitive Waffe bestand anfangs aus nicht viel mehr als einem (kurzen) Eisenrohr, das an das vordere Ende eines Holzstabs montiert war. Bis Anfang des 15. Jahrhunderts setzte sich das Kaliber 3,5 cm durch, obwohl daneben eine Vielzahl unterschiedlicher Rohrdurchmesser weiter existierten. Die Schussweite erreichte kaum 50 Meter, konnte aber auf 20 Meter einen Harnisch durchschlagen. Abgefeuert wurde das Handrohr mittels Luntenzündung, wobei der Schütze das brennende Ende anfangs noch umständlich von Hand ans Zündloch führen musste. Unfälle aus Unachtsamkeit oder aufgrund von Materialfehlern waren nicht selten.
Nachteilig gegenüber Bogen und Armbrust waren die umständliche Handhabung und die daraus resultierende niedrige Schussfrequenz: Ein Schuss pro Minute, während ein geübter Bogenschütze in der selben Zeit bis zu sechs (ungezielte) Schüsse abgeben konnte. Für das Handrohr sprachen die niedrigen Produktionskosten, die den Preis einer Armbrust um das 20fache unterschritten. Auch war das Handrohr wesentlich schneller herzustellen, nämlich innerhalb eines halben Tages.
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