| Ariane 5.png |
Die Ariane 5 ist eine Trägerrakete aus der Ariane-Serie, die im Auftrag der ESA entwickelt wurde und seit 1996 im Einsatz ist. Sie ist die leistungsfähigste europäische Trägerrakete und ermöglicht es, schwere Nutzlasten in die Erdumlaufbahn zu befördern.
Das Ziel bei der Entwicklung der Ariane 5 war eine mit einem Gesamtgewicht von bis zu 6,8 Tonnen 60 Prozent höhere Nutzlast für die geostationäre Bahn (GEO) bei nur 90% der Kosten einer Ariane-44L. Dies entspricht einer Verringerung der Kosten pro Masse um 44 Prozent.
Einen weiteren Anwendungsbereich der Ariane 5 sollte der europäische Raumgleiter Hermes darstellen, um diesen so preiswert wie möglich zu starten. Hermes wäre von der Rakete auf einer Parabelbahn ausgesetzt worden, die die Raumfähre mit ihrem eigenen Antrieb in eine erdnahe Umlaufbahn umgewandelt hätte. Dieses europäische Projekt wurde jedoch nie verwirklicht.
Durch den Aufbau der Ariane 5 mit einer bewusst sehr niedrig gehaltenen Anzahl von Triebwerken sollte eine sehr hohe Zuverlässigkeit erreicht werden. Obwohl Hermes nie gebaut wurde, wurde eine bemannte Nutzung der Ariane 5 nicht ausgeschlossen. Die angestrebte Zuverlässigkeit der Rakete lag mit 99% für die einstufige Variante eine Größenordnung höher als bei der Ariane 4, die nur für Satellitenstarts entwickelt worden war und viele Triebwerke besaß. Für die zweistufige Variante waren 98,5% anvisiert. Entsprechend groß war die Enttäuschung, als die Ariane 5 gleich beim Erstflug einen Fehlstart hinlegte, während ihr Vorgänger erfolgreich weiterflog.
Heute werden mit der Ariane 5 hauptsächlich Kommunikationssatelliten in den GEO-Orbit gestartet.
Nach dem Fehlstart beim ersten Flug der Ariane 5 ECA im Jahr 2002 wurde dieses komplizierte System abgeschafft und die EADS Space Transportation zum Hauptauftragnehmer ernannt. Die EADS baut nun die Raketen komplett aus den von ihr und den Partnerfirmen hergestellten Einzelteilen zusammen und ist für die Funktionsfähigkeit der kompletten Raketen verantwortlich. Sie liefert die Raketen nach der Endabnahme an ihren Kunden Arianespace.
Für die ersten drei Starts waren ESA und CNES direkt verantwortlich, später übernahm Arianespace die Vermarktung. Die Rakete wird auch International Kunden zum Start ihrer Satelliten gegen Entgelt angeboten. Fast alle Starts entfallen auf diese Kunden, dagegen startet die ESA durchschnittlich nur ca. 1-2 mal pro Jahr Nutzlast(en) mit der Ariane 5.
Die Entwicklungskosten der Ariane 5 betrugen etwa 5,8 Milliarden Euro (7 Milliarden US-Dollar).
Die auf Hermes optimierte Grundausführung der Ariane 5 heißt Ariane 5G (générique). Sie besteht aus:
Zum Start der Rakete zündet das Haupttriebwerk zuerst. Nachdem die Computer es auf Funktionsfähigkeit überprüft haben und das Triebwerk auf volle Leistung hochgefahren worden ist, werden auch die Feststoffbooster gezündet und die Rakete hebt ab. Sollten vor dem Abheben Probleme mit dem Haupttriebwerk festgestellt werden, kann es ohne jeglichen Schaden abgeschaltet werden. Dagegen können die Feststoffbooster nach dem Zünden nicht mehr abgeschaltet werden, was auch diese Zündungssequenz erklärt.
Um zwei größere Satelliten bei einem Start in die Umlaufbahn befördern zu können, setzt Ariane 5 Doppelstartvorrichtungen ein. Dabei werden zwei verschiedene Typen von Doppelstartvorrichtungen verwendet. Jeder der beiden Typen ist in mehreren Versionen erhältlich. Sie werden von EADS Astrium in Bremen hergestellt.
Der erste Typ namens Speltra ist ein unten offener Zylinder, der mit 5,4 m Durchmesser den selben Durchmesser wie die Rakete selbst hat. Die Speltra wird über den bereits zuvor auf der Oberstufe der Ariane 5 befestigten Satelliten gestülpt. Danach wird auf der Speltra der zweite Satellit befestigt, über diesem wird die Nutzlastverkleidung angebracht. Die Nutzlastverkleidung sitzt damit auf der Speltra. Die Speltra ist für unterschiedlich große Satelliten in zwei verschiedenen Längen erhältlich.
Der Vorteil der Speltra ist, dass die in ihr transportierten Satelliten die gleiche maximale Breite besitzen dürfen wie die Satelliten, die direkt unter der Nutzlastverkleidung transportiert werden.
Der zweite Typ namens Sylda 5 ist ein unten offener Zylinder mit 4,6 m Innendurchmesser, der sich innerhalb der Nutzlastverkleidung befindet. Er ist in sechs unterschiedlich langen Versionen erhältlich, die 4,9 bis 6,4 m lang sind und 50 bis 65 m³ nutzbares Volumen bieten. Der zweite Satellit wird auf der Sylda 5 montiert und kann nur noch den restlichen in der Nutzlastverkleidung zur Verfügung stehenden Raum ausfüllen.
Die Sylda 5 wurde von einer ähnlichen Struktur in der Ariane 4 abgeleitet und eingeführt, weil die meisten Satelliten nicht so breit sind, dass die Speltra benötigt wird. Das gegenüber der Speltra eingesparte Gewicht kommt voll der Nutzlast zugute, weil die Doppelstartvorrichtung erst nach dem Aussetzen des oberen Satelliten in der Umlaufbahn abgestoßen wird.
Daneben gibt es noch Distanzringe, die ebenfalls von Contraves Space gefertigt werden und zur Verlängerung aller zur Verfügung stehenden Verkleidungen eingesetzt werden können. Die Verlängerung beträgt 50 bis 200 cm, was einem Volumen von 8 bis 33 m³ entspricht.
Zuletzt gibt es noch die ASAP Vorrichtung (Ariane Structure for Auxiliary Payloads) für Mini- oder Mikrosatelliten. Sie stammt ebenfalls von der Ariane 4 wird aber (wie bei der Ariane 4) eher selten benutzt (V135, V138, V165). Die Montage erfolgt bei Doppelstarts in oder über der Speltra/Sylda, ansonsten unterhalb der Primärnutzlast.
Während der ESA-Ministerratskonferenz im Oktober 1995 in Toulouse wurde das Erweiterungsprogramm Ariane-5E (Evolution) gebilligt, um den Markt für die größer werdenden Nutzlasten im Telekommunikationsbereich zu sichern. Die darin langfristig geplanten leistungsfähigeren Träger sind die Ariane 5 ECA, Ariane 5 ECB und die Ariane 5 ESV.
Bis diese zur Verfügung standen wurden mit der Ariane 5G+ und Ariane 5GS zwei leicht modifizierte Versionen entwickelt die eine leicht gesteigerte Nutzlastkapazität haben und stärker auf die Anforderungen von Raumsonden- und Satellitenstarts optimiert sind.
Die aus dem Evolution Programm adaptierte Hauptstufe verwendet ein Vulcain 1B Triebwerk, das eine modifizierte Version des Vulcain 1 Triebwerks der Ariane 5G und 5G+ ist. Diese Kombination liefert allerdings so viel weniger Leistung als die alte Hauptstufe mit Vulcain 1, dass die verstärkten Booster diesen Leistungsverlust nicht voll auffangen können. Nach wirtschaftlichen Aspekten scheint dies jedoch die „bessere“ Lösung zu sein, als weiterhin die alte Hauptstufe zu fertigen.
Die modernisierte Hauptstufe enthält durch eine Verschiebung des Tankzwischenbodens nun 173 Tonnen Treibstoff und heißt EPC H173.
Die neue Oberstufe ESC-A H14,4 verwendet das in der 3. Stufe der Ariane 4 eingesetzte Triebwerk HM-7B, das einen höheren Schub als die bisherige Oberstufe liefert und nicht wiederzündbar ist. Dadurch können schwerere Nutzlasten und mehr Treibstoff mitgeführt werden. Die Treibstoffzuladung liegt jetzt bei 14,6 Tonnen. Durch die Verwendung von Wasserstoff als Verbrennungsträger liegt die Nutzlastkapazität der Ariane 5 ECA mit 10 Tonnen Nutzlast bei einem Einzelstart und 9,1 Tonnen bei einem Doppelstart erheblich höher als die der bisherigen Ariane 5, bei nur leicht angestiegenen Herstellungskosten. Der bis auf eine Verlängerung ebenfalls nahezu unverändert von der Ariane 4 übernommene Tank für den Oxidator (Sauerstoff) wird vom neuen, nahezu halbkugelförmigen Treibstofftank für den Wasserstoff umgeben. Die Stufe hat einen Durchmesser von 5,4 Metern. Die Steuerungseinheit sitzt jetzt auf der Oberstufe und ist strukturell leichter als die bei den EPS-Oberstufen eingesetzte Version, weil sie nicht mehr die in ihr sitzende Stufe tragen muss. Zur ESC-A Stufe gehört auch der Teil des Zwischenstufenadapters, der die Schubdüse des HM-7B Triebwerks umschließt. Bei der Stufentrennung verbleibt dieser Teil der Oberstufe zur Gewichtsreduzierung auf der EPC und nur die eigentliche Oberstufe fliegt weiter.
Die Ariane 5 ECA ist deshalb primär als Zwischenlösung bis zum erscheinen der Ariane 5 ECB, für Starts in den GTO entwickelt worden.
Auch der Erstflug der Ariane 5 ECA am 11. Dezember 2002 scheiterte. Als Ursache wurde das strukturelle Versagen der Düse des Vulcain-2-Triebwerks festgestellt. Eine Folge des Fehlschlags war, dass der für den 13. Januar 2003 geplante Start der Rosetta-Mission verschoben werden musste, da das Risiko eines Totalverlustes nun als zu hoch eingeschätzt wurde.
In der nach dem Fehlstart modifizierten Ariane 5 ECA wird nun ein verbessertes Vulcain 2 Triebwerk verwendet, bei dem die Düse verstärkt und etwas verkürzt worden ist. Zusätzlich wurde der Kühlmitteldurchsatz erhöht und sie erhielt einen speziellen Wärmeschutz aus Zirkoniumoxid. Die verbesserten Triebwerke wurden, auch wegen der Fehlfunktion beim Erstflug, in einer neuen Vakuumkammer des DLR in Lampoldshausen getestet.
Ein großer Teil des für die Requalifizierung der Ariane 5ECA benötigten Geldes soll für die Errichtung dieser Prüfstände ausgegeben worden sein.
Ein Rahmenvertrag über 30 Ariane 5 im Gesamtwert von drei Milliarden Euro wurde am 10. Mai 2004 abgeschlossen. Er soll es ermöglichen, die Produktion zu rationalisieren und die Ariane 5 ECA gegenüber der russischen Konkurrenz zu stärken.
Der erfolgreiche zweite Start der Ariane 5 ECA erfolgte am 12. Februar 2005.
Erst die neue Oberstufe ESC-B wäre für die H173-Hauptstufe der Ariane 5 von adäquater Größe und Leistungsfähigkeit. Die ECB-Oberstufe hat einen Durchmesser von 5,4 Metern und ineinander liegende Tanks für den Oxidator (Sauerstoff) sowie den Treibstoff (Wasserstoff). Der Wasserstofftank ist deutlich größer als der Sauerstofftank und umgibt diesen. Beide Tanks werden durch einen gemeinsamen Zwischenboden getrennt. Die Treibstoffzuladung der ESC-B Oberstufe soll 28,2 Tonnen betragen. Sie erhält ein völlig neu entwickeltes Triebwerk namens Vinci, es ist wiederzündbar und verwendet, im Gegensatz zu den Vulcain und HM-7B Triebwerken, das Hauptstromverfahren. Das Vinci Triebwerk erzeugt 150 kN Schub und hat eine ausfahrbare Schubdüse, um den Treibstoff so effizient wie noch nie zuvor auszunutzen. Die Ariane 5 ECB soll eine Nutzlast von zwölf Tonnen in einen Geotransferorbit bringen können. Die Ariane 5 ECB kann dank ihrer wiederzündbaren Oberstufe auch Satelliten direkt in die Geostationäre Umlaufbahn bringen oder Raumsonden nach einem Zwischenaufenthalt in einer Parkbahn in eine Fluchtbahn zu anderen Planeten schießen (mit der ESC-A Oberstufe ist nur der ungenauere direkte Einschuss in eine Fluchtbahn möglich).
Das neue Vinci-Oberstufentriebwerk hat inzwischen seinen ersten Härtetest in Lampoldshausen erfolgreich absolviert, so dass die Entwicklung der mit ihm ausgerüsteten ESC-B Oberstufe für die Ariane 5 ECB theoretisch genau so wenig ausgeschlossen ist, wie dass es erst in der Oberstufe der nächsten Europäischen Trägerraketengeneration zum Einsatz kommt (*).
Insgesamt soll die Ariane 5 ESV bis zu 21 Tonnen Nutzlast in einen erdnahen Orbit transportieren, was einer Nutzlast von 8 Tonnen für den GTO entspricht. Sie besteht aus der ersten Stufe mit dem verbesserten Vulcain 2-Antrieb und der zweiten wiederzündbaren Antriebsstufe EPS-V, auf der die Nutzlast angebracht wird. Die obere Stufe wird bei einem typischen Flug insgesamt dreimal gezündet. Die erste Zündung erfolgt nach dem Ausbrennen der unteren Stufe. Danach wird sie abgeschaltet und beginnt einen ballistischen Flug, bevor eine zweite Zündung sie in einen niedrigen Erdorbit bringt. Das dritte Mal wird die Stufe nach der Abtrennung des ATV gezündet, um sie wieder in die oberen Schichten der Erdatmosphäre zu bringen, wo sie dann verglüht.
Der Jungfernflug der Ariane 5 ESV mit ihrer ersten ISS-Versorgungsmission soll etwa Mitte 2007 erfolgen.
- bgcolor="#FFDEAD" | Version | Ariane 5G | Ariane 5G+ | Ariane 5GS | Ariane 5ECA | Ariane 5ESV | Ariane 5ECB |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Startmasse (t) | 740-750 | 740-750 | 740-750 | 760-780 | 780 | 7?? |
| Höhe max. (m) | 52 | 52 | 52 | 56 | 53 | ? |
| Startplatz | ELA-3 | ELA-3 | ELA-3 | ELA-3 | ELA-3 | ELA-3 |
| Nutzlast (LEO 400 km) (t) | 18 | ? | ? | 21 | 21 | ? |
| Nutzlast (GTO) (t) | 6,9 | 7,1 | 6,6 | 9,6 | 8 | 12 |
| Nutzlasten (dual GTO) (t) | 6,1 | 6,3 | 5,8 | 9,1 | 7 | 11 |
| Startschub (kN) | ~12.000 | ~12.000 | ~12.500 | ~13.000 | ~13.000 | ~13.000 |
| Schub max. (kN) | ~14.400 | ~14.400 | ~15.300 | ~15.500 | ~15.500 | ~15.500 |
| Erstflug | 4. Juni 1996 | 2. März 2004 | 11. August 2005 | 11. Dezember 2002 | geplant 2007 | geplant 2010 Entwicklung vorerst gestoppt |
| Letzter Flug | 27. September 2003 | 18. Dezember 2004 | im Einsatz | im Einsatz | -- | -- |
| Wichtige Nutzlasten | Envisat, XMM-Newton | Rosetta | MSG 2 | -- | ATV | -- |
| Feststoffbooster | ||||||
| Stufenname | EAP P238 | EAP P238 | EAP P241 | EAP P241 | EAP P241 | EAP P241 |
| Triebwerk | P238 | P238 | P241 | P241 | P241 | P241 |
| Länge (m) | 31 | 31 | 31 | 31 | 31 | 31 |
| Durchmesser (m) | 3 | 3 | 3 | 3 | 3 | 3 |
| Masse (t) | 270 (leer 33) | 270 (leer 33) | 273 (leer 33) | 273 (leer 33) | 273 (leer 33) | 273 (leer 33) |
| Schub Ø (max.) (kN) | 4400 (6650) | 4400 (6650) | 5060 (7080) | 5060 (7080) | 5060 (7080) | 5060 (7080) |
| Brennzeit (s) | 130 | 130 | 140 | 140 | 140 | 140 |
| Treibstoff | NH4ClO4 / Al, HTPB (Feststoff) | NH4ClO4 / Al, HTPB (Feststoff) | NH4ClO4 / Al, HTPB (Feststoff) | NH4ClO4 / Al, HTPB (Feststoff) | NH4ClO4 / Al, HTPB (Feststoff) | NH4ClO4 / Al, HTPB (Feststoff) |
| Hauptstufe | ||||||
| Stufenname | EPC H158 | EPC H158 | EPC H158 modifiziert | EPC H173 | EPC H173 | EPC H173 |
| Triebwerk | Vulcain 1 | Vulcain 1 | Vulcain 1B | Vulcain 2 | Vulcain 2 | Vulcain 2 |
| Länge (m) | 30,5 | 30,5 | 30,5 | 30,5 | 30,5 | 30,5 |
| Durchmesser (m) | 5,4 | 5,4 | 5,4 | 5,4 | 5,4 | 5,4 |
| Masse (t) | 170,5 (leer 12,5) | 170,5 (leer 12,5) | 170,5 (leer 12,5) | 185,5 (leer 14,1) | 185,5 (leer 14,1) | 185,5 (leer 14,1) |
| Schub am Boden (kN) | ? | ? | ? | 960 | 960 | 960 |
| Schub Vakuum (kN) | 1180 | 1180 | 1180 | 1350 | 1350 | 1350 |
| Brennzeit (s) | 605 | 605 | 605 | 540 | 540 | 540 |
| Treibstoff | LOX / H2 | LOX / H2 | LOX / H2 | LOX / H2 | LOX / H2 | LOX / H2 |
| Oberstufe | ||||||
| Stufenname | EPS L9.7 | EPS L10 | EPS L10 | ESC-A H14,4 | EPS L10 | ESC-B H28,2 |
| Triebwerk | Aestus | Aestus | Aestus | HM-7B | Aestus | Vinci |
| Länge (m) | 3,4 | 3,4 | 3,4 | 4,7 | 3,4 | ? |
| Durchmesser (m) | 3,96 * | 3,96 * | 3,96 * | 5,4 | 3,96 * | 5,4 |
| Masse (t) | 10,9 (leer 1,2) | 11,2 (leer 1,2) | 11,2 (leer 1,2) | ca.19,2 (leer ca. 4,6) | 11,25 (leer 3,2) | (Treibstoff 28,2) |
| Schub max. (kN) | 27 | 27 | 27 | 64,8 | 27 | 150 |
| Brennzeit (s) | 1100 | 1170 | 1170 | 970 | 1170 | ? |
| Treibstoff | N2O4 / C2N2H6 | N2O4 / C2N2H6 | N2O4 / C2N2H6 | LOX / H2 | N2O4 / C2N2H6 | LOX / H2 |
| Verwendung für: | Für Hermes optimierte Grundversion beschränkte Freiflugphasen, beschränkt wiederzündbar. | Verbesserte Oberstufe kann jetzt lange Freiflugphasen und ist wiederzündbar. Dadurch u.a. Raumsondenstarts möglich. | Modifizierte leistungsschwächere Hauptstufe, gleicher Oberstufentyp, modernere stärkere Booster. | Neue Oberstufe nicht wiederzündbar, keine Freiflugphasen. Entwickelt als Übergangslösung bis zum Erscheinen der Ariane ECB. Optimiert für Starts in den GTO. | Verstärkte Struktur für das schwere ATV. Optimiert für langen Einsatz und viele Zündungen. | Neue Oberstufe, modernstes Triebwerk, lange Freiflugphasen, wiederzündbar. Für alle Einsätze bis 5 Stunden Dauer. |
Durch das vereinfachte Startkonzept werden große Startrampen, die die Rakete mit Treibstoff versorgen, überflüssig. Daneben verringert sich die Anfälligkeit für Störungen vor dem Start.
Im für die Startvorbereitungen vorgesehenen Bereich befinden sich vier Hauptgebäude:
Im Jahr 2000 wurde ein zweiter beweglicher Starttisch dem Startkomplex hinzugefügt. 2001 wurde auf 3.000 m² eine neue Anlage (S5) zur Abfertigung von bis zu vier Nutzlasten gleichzeitig errichtet. Envisat war der erste Satellit, der sie nutzte.
Am nächsten Tag beginnt die Montage. Die Hauptstufe wird aus ihren Transportcontainer gehoben. Vertikal am Kran hängend wird sie über den Starttisch gefahren. Am nächsten Tag werden die bereits montierten Feststoffbooster herangefahren und links und rechts an der Hauptstufe befestigt.
Die beiden in Transportcontainer verpackten Satelliten, die bei diesem Start transportiert werden sollen, werden jeweils in einem eigenem Großraum Transportflugzeug (meistens Antonow An-124) auf dem Flughafen von Cayenne angeliefert. Von dort werden sie zum Weltraumbahnhof gebracht. Hier werden die Satelliten entladen, technisch überprüft und zum Schluss meistens mit Treibstoff betankt.
Währenddessen gehen die Montagearbeiten an der Rakete weiter. Bei der Ariane 5GS wird als nächster Schritt der Ring mit der Steuerungseinheit auf der Hauptstufe montiert. Am nächsten Tag folgt die EPS Oberstufe, die im Instrumentenring befestigt wird. Dann wird die Rakete vom BIL ins BAF überführt, wo die kombinierten Vorbereitungen von Rakete und Nutzlast beginnen. Der erste Satellit wird auf der Doppelstartvorrichtung montiert. Über ihn wird die Nutzlastverkleidung gestülpt. Danach wird der zweite Satellit auf der Oberstufe montiert. Über ihn wird die Kombination aus Nutzlastverkleidung, Satellit und Doppelstartvorrichtung gestülpt. Nun wird noch die EPS Oberstufe mit 10 Tonnen lagerfähigem Treibstoff betankt. Anschließend rollt die Rakete aus dem BAF zur Startrampe, und der ca. 11 Stunden dauernde Countdown kann beginnen.
Der Countdown dient hauptsächlich dazu, die Hauptstufe mit flüssigem Sauerstoff und Wasserstoff zu betanken und alle wichtigen Systeme nochmals zu testen. 7 Minuten vor dem Start übernimmt der Computer die Kontrolle. Wenn der Countdown Null erreicht, zündet das Triebwerk der Hauptstufe und wird auf maximalen Schub hochgefahren. Nachdem es die volle Schubkraft erreicht hat, wird es vom Computersystem auf korrekte Funktion überprüft. Wenn alles OK ist, zünden die Feststoffbooster und erreichen innerhalb von 0,3 Sek. volle Schubkraft. Die Rakete hebt ab. Wenige Sekunden nach dem Abheben geht die Rakete vom senkrechten Aufstieg in einen schrägen Aufstieg Richtung Atlantik über. Etwa 120 Sekunden nach dem Abheben sind die Feststoffbooster ausgebrannt und werden abgesprengt. Ca. 180 Sekunden nach dem Start ist die Rakete über 100 km hoch und die Nutzlastverkleidung wird abgeworfen. Sie fällt in den Atlantik. Die Rakete steigt durch den Schwung, den sie durch ihre starken Feststoffbooster erfahren hat, weiter auf eine Gipfelhöhe von etwa 130 km. Nun sinkt sie (parallel zur Erdoberfläche fliegend) wieder auf etwa 115 km ab, bevor ihr Triebwerk mehr Schub liefert, als sie selbst wiegt. Anschließend steigt sie wieder mit steigender Steigrate, während sie weiter beschleunigt. Nach 605 Sek. ist die Hauptstufe ausgebrannt und wird abgetrennt. (Diese umkreist fast einmal die Erde, tritt vor der Westküste Südamerikas wieder in die Erdatmosphäre ein und verglüht.)
Nach der Abtrennung der Hauptstufe zündet die EPS Oberstufe und beschleunigt weiter. Nach weiteren über 1100 Sekunden Brennzeit erreicht sie in etwa 1000 Kilometer Höhe mit ihrer Nutzlast die geostationäre Transferbahn, und ihr Triebwerk wird von ihrem Navigationssystem abgeschaltet. Nun wird die Oberstufe mit der auf ihr sitzenden Nutzlast neu ausgerichtet und der oben auf der Doppelstartvorrichtung sitzende Satellit sanft abgestoßen. Nach einigen Minuten, wenn sich der Satellit aus dem Schwenkbereich der Oberstufe entfernt hat, wird sie wiederum anders ausgerichtet und stößt die Doppelstartvorrichtung ab. Einige Minuten später wird die Oberstufe erneut ausgerichtet und stößt den zweiten Satelliten (der normalerweise sowohl gewichts- wie auch volumenmäßig kleiner als der erste ist) sanft ab.
Die erreichte GTO Bahn hat normalerweise bei der Ariane 5GS eine geplante Höhe von etwa 570 – 35890 km und eine Bahnneigung von 7°. Jedoch ist auch eine Abweichung von ± 10 km beim Pärigäum und ± ca. 80 – 100 km im Apogäum und ± 0,5° Bahnneigung noch erlaubt. Die Ariane 5 schafft es meistens, die geplanten Bahnhöhen bis auf wenige km genau zu erreichen und die Bahnneigung zum Äquator auf nur wenige hundertstel bis zehntel Grad.
Unglücklich daran war, dass dieser Teil der Software für die Ariane 5 nicht notwendig war und nur zu Beherrschung eines Startabbruchs in letzter Sekunde bei der Ariane 4 diente.
Bemerkenswert war, dass die Laufzeitumgebung der verwendeten Programmiersprache Ada – im Gegensatz zu den anderen relevanten Sprachen – den Überlauf der Ganzzahl-Variablen hätte feststellen und eine angemessene Fehlerroutine starten können. Gerade diese besondere Funktionalität von Ada-Programmen wurde aber seitens der Verantwortlichen für die Ariane-Software als unangemessener Ballast angesehen – und abgeschaltet.
Glücklicherweise kamen keine Menschen ums Leben, doch der materielle Schaden belief sich auf etwa 500 Millionen US-Dollar. Der erste erfolgreiche Start erfolgte am 30. Oktober 1997.
Zwei interplanetare Raumsonden – SMART-1 zum Mond und Rosetta zum Kometen Tschurjumow-Gerasimenko – wurden mit der Ariane 5 gestartet.
Die nach den Planungen schwerste Nutzlast für die Rakete wird das Versorgungsraumschiff Automated Transfer Vehicle für die Internationale Raumstation sein, dessen Erststart für 2007 geplant ist.
Im Museum Cité de l’espace in Toulouse, das sich der Weltraumfahrt und -forschung widmet, befindet sich ein Modell der Ariane 5 in Originalgröße.
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