Die kurbrandenburgische Kolonie Arguin bestand aus der Insel Arguin und dem gegenüberliegenden Küstenstreifen südöstlich von Kap Blanco (Kap Blanc) im Norden des heutigen Mauretanien.
Am 5. Oktober 1685 gelang dem Kapitän der kurbrandenburgischen Fregatte “Rother Löwe”, Cornelius Reers, die handstreichartige Besetzung der bis dahin heftig umkämpften Insel Arguin. Reers, der sich niederländischer und französischer Angriffe erwehren musste, richtete das alte portugiesische Kastell auf der Insel wieder her. Es gelang ihm, mit dem einheimischen König von Argien einen Vertrag abzuschließen, in dem dieser Brandenburg als Schutzmacht akzeptierte. Dieser Vertrag wurde 1687 ratifiziert und 1698 noch einmal erneuert. Der Handel in der Kolonie entwickelte sich günstig. Die Insel war zeitweise ein zentraler Umschlagplatz im internationalen Gummihandel. Allerdings war die Kolonie ständigen Angriffen der Niederländer, Franzosen und Engländer ausgesetzt.
Mit dem Ende der brandenburgisch-preußischen Kolonialambitionen kam auch das Ende für die Kolonie Arguin. Die Franzosen kamen einem niederländischen Angriff zuvor und griffen das Kastell Arguin an. Dessen Besatzung unter Kapitän Jan Wynen Bastiaens konnte dem Angriff nicht standhalten, gab das Kastell am 9. März 1721 auf und zog sich kämpfend auf das Festland zurück. Damit war die Kolonie Arguin für Brandenburg/Preußen verloren.
Heute befindet sich dort, in der artenreichen Küstenlandschaft mit Sanddünen, Watten, seichten Stellen und kleinen Inseln und benachbarter Wüste, ein ideales Überwinterungsgebiet für Zugvögel. Fischreiches Gebiet mit Seeschildkröten und Delfinen.
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