Die Argen ist ein Fluss, der bei Langenargen als drittgrößter Zufluss in den Bodensee mündet und somit ein Nebenfluss des Rheins ist.
Verlauf
Sie kommt aus dem
Allgäu und ist in ihrem Oberlauf zweigeteilt in die
Obere und die
Untere Argen. Diese beiden Arme umfließen beidseitig die Große Kreisstadt
Wangen im Allgäu und treffen in Höhe des Wangener Stadtteils Neuravensburg beinahe direkt unter der großen Autobahnbrücke der
A 96 zusammen.
Diese Brücke ist zur einen Hälfte mit konventionellen Betonsäulen ausgeführt und zur anderen Hälfte als selbsttragende Stahlbrücke mit Seilen als Hängebrücke realisiert. Bemerkenswert ist sowohl ihre Höhe, als auch ihre freie Länge, die durch einen Pylonen und Stahltrossen einseitig über eine große Höhe abgespannt wird.
Untere Argen
Die
Untere Argen entspringt östlich von
Missen-Wilhams im Allgäu, von wo sie Richtung
Isny fließt und wird mehrmals von der A96 gekreuzt. Nach ca. 25 km vereint sie sich mit der Oberen Argen.
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Obere Argen
Die
Obere Argen entspringt im sumpfigen Gebiet nordwestlich von Bad
Oberstaufen im Allgäu, danach fließt sie durch das so genannte
Eistobel, einer begehbaren
Schlucht, dann unter der
Argentobelbrücke hindurch und vorbei an
Grünenbach (Allgäu) nach
Wangen im Allgäu. Von dort geht es weiter nach
Pflegelberg wo sie sich mit der Unteren Argen vereint.
Unterlauf
Geografisch schneidet sich die Argen zunächst noch tief in das Gelände ein, was zu Ortsnamen wie
Gitzensteig geführt hat. Im weiteren Verlauf wird das Flussbett jedoch zunehmend breiter. Hier findet man Orte wie
Laimnau,
Apflau,
Badhütten oder
Gitzenweilerhof.
Argenhaegebruecke.jpg
Im unteren Teil des Unterlaufs der Argen ist diese in früheren Zeiten stark begradigt worden. Altwässer existieren wegen der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung des Tals nicht mehr. Durch Renaturierung konnten in den letzten Jahren zumindest die massiven Beton-Staustufen im Flusslauf durch deutlich flachere Fall-Zonen aus großen Steinen ersetzt werden. In der Nähe Mündungsregion wird in gewissem Abstand zum Fluss bei Kressbronn am Bodensee das abgelagerte Kies in größeren Mengen abgebaut. Hierdurch entstehen teilweise wieder neue Wasserflächen in Form von Baggerseen.
Sehr markant ist die zweiseitig abgespannte Stahl-Hängebrücke über die Argen bei Langenargen aus dem Jahr 1898, die älteste Hängebrücke Deutschlands. Der Brückenbauer Othmar Ammann, der hier als Praktikant mitwirkte, sollte später als beratender Ingenieur am Bau der Golden Gate Bridge beteiligt sein. Daher rührt die in vielen Reiseführern kolportierte Legende, die kleine Argenbrücke sei das Vorbild für die um ein Vielfaches größere Brücke bei San Francisco gewesen. Über die Argen führen noch etliche typisch neuzeitliche Brückenkonstruktionen sowie mehrere Fußgängerbrücken, die meist als Hängebrücken ausgeführt sind.
Mündung
Langenargen-1900.jpg
Die Mündung in den Bodensee wird beidseitig von
Häfen für Sportboote flankiert. Linksseitig schließt sich der Campingplatz "
Gohren" an, ebenso befindet sich bei
Laimnau noch ein Campingplatz sowie ein Ausflugsrestaurant, so wie sich noch an weiteren Stellen Ausflugs- und Freizeitangebote finden. Trotz der eigentlich recht geringen Länge erreicht die Argen mit grob 30 m eine dennoch recht große Breite mit entsprechend hohem Wasserdurchfluss. Für Hochwassersituationen ist die Argen auf weiten Strecken beidseitig mit Dämmen versehen. Das Befahren mit
Kajaks ist möglich. Bademöglichkeiten sind vorhanden, wobei die Wassertemperatur durchgehend als erfrischend zu bewerten ist.
Ufer
Die Argen wird in ihrem Unterlauf von diversen
Ruinen,
Burgen und
Schlössern begleitet. Das sind die Ruine Alt- und Neu-
Summerau, das ehemalige
Wasserschloss bei
Giessenbruck.
Schloss Achberg und die
Ruine Neuravensburg finden sich an ihren Ufern. Dazu finden sich noch die letzten Reste einer ehemaligen frühzeitliche
Wallburg in den
Wäldern oberhalb des Flusses. Der Fluss selbst hat sich tief, fast bis auf das Niveau des Bodensees, und vor allem in großer Breite, teils über einen Kilometer, in die Landschaft hinein gegraben. Die
erodierten Kanten des Tals steigen teils bis zu 100 m steil hinauf und sind an einzelnen Stellen noch immer im Begriff abzurutschen.
Historisches
In Alamannien (um 1000 n.Chr.) gab es in der Region den sogenannten Argungowe, zu neudeutsch also Argengau.
Literatur
- Norbert Kruse: Die Argen und ihre Namen. In: Im Oberland, 13. Jg. 2002, Heft 2, S. 55–64
- Hermann Vogelmann: Die Argen. Von den Quellen bis zur Mündung. Eppe, Bergatreute 1988, ISBN 3-89089-009-1 (Bildband)
Weblinks
Fluss in Baden-Württemberg | Fluss in Bayern | Nebenfluss des Rheins