Die Ardennenoffensive (auch Rundstedt-Offensive) fand gegen Ende des Zweiten Weltkrieges im Osten und Nordosten von Belgien sowie in Teilen des Großherzogtums Luxemburg statt. Betroffen waren die Gebiete um die Städte Bastogne, St. Vith, Rochefort, La Roche, Houffalize, Stavelot, Clerf, Diekirch, Vianden und die südlichen Ostkantone. Es war die letzte Offensive der deutschen Wehrmacht. Die deutschen Truppen versuchten vergeblich, an der Westfront wieder die Initiative zu ergreifen. Das Unternehmen „Wacht am Rhein“ begann am 16. Dezember 1944.
Die Wehrmacht, einst als unbesiegbar geltend, zog sich unter unvorstellbaren Anstrengungen und wachsenden Personal- und Materialmangel auf die früheren Reichsgrenzen zurück. Im Norden mussten die deutschen Verbände, nachdem Finnland am 4. September 1944 mit der Sowjetunion Waffenstillstand geschlossen hatte, auf Nordnorwegen zurückgenommen werden. War dies auch ein empfindlicher Schlag für den operativen Zusammenhalt der Front im Nordosten, so lag doch die für das Deutsche Reich aus militärischen Gründen wichtigste Landfront im Osten. Hier befand sich die Wehrmacht seit dem Fehlschlag der Operation im Kursker Bogen im Juli 1943 in der strategischen Defensive. Auf einer Front von 2500 km hatten sowjetische Offensiven der Wehrmacht die bisher schwersten Niederlagen des Krieges beigebracht. Im Juni 1944 war die Heeresgruppe Mitte zusammengebrochen, im Juli wurde die Heeresgruppe Nordukraine zerschlagen und kurz darauf die Heeresgruppe Südukraine fast vernichtet.
Die Heeresgruppe Nord, die sich Anfang September noch in Estland und dem westlichen Lettland festkrallte und damit eine schmale Verbindung zur Heeresgruppe Mitte halten konnte, wurde nach dem Durchstoß sowjetischer Verbände bis zur Ostsee im Oktober mit 27 Divisionen abgeschnitten. Im Südteil der Ostfront stand der Roten Armee nach dem Übertritt Rumäniens und Bulgariens zum Gegner das Tor zum Balkan offen. Sowjetische Panzer erreichten Anfang September das Eiserne Tor und die rumänisch-jugoslawische Grenze, stießen Mitte September in die ungarische Tiefebene vor und standen im Spätjahr vor Budapest. Gegenangriffe der Wehrmacht vermochten es, gegen Ende November die Ostfront auf einer Länge von 1200 km zwischen Ostsee und Karpaten mühsam zu stabilisieren. Von Juli bis November 1944 hatte das Ostheer rund 1,2 Millionen Soldaten verloren. Im November standen 131 deutsche Divisionen, davon 32 in Kurland und 17 in Ungarn gebunden, etwa 225 Infanteriedivisionen und ca. 50 Panzergroßverbänden der Sowjets gegenüber. Personell und materiell waren die deutschen Truppen ausgebrannt. Die erwartete Winteroffensive aus der Tiefe der russischen Steppe musste den Zusammenbruch der Ostfront bringen. Im Südosten brachten die Erfolge der Roten Armee die deutsche Besatzungstruppe in Griechenland, Albanien und Jugoslawien in erhebliche Gefahr, abgeschnitten zu werden.
Der Anfang Oktober befohlene Rückzug der Heeresgruppe E verlief zunächst geregelt, doch wurde es immer schwieriger, nach Herstellung der Verbindung mit der Heeresgruppe Süd bis November die Front zwischen Adria – Drau und zum Plattensee zu halten. Der italienische Kriegsschauplatz an der Südfront hatte nach der Invasion der Alliierten in der Normandie erheblich an Bedeutung verloren. Die Heeresgruppe C (Generalfeldmarschall Kesselring) konnte Ende November mit 23 Divisionen unterschiedlicher Qualität die Linie La Spezia – Rimini quer durch den Apennin zwar halten. Dennoch fiel die Bindung dieser Kräfte durch die Alliierten und durch eine lebhafte Partisanentätigkeit in der Gesamtheit durchaus ins Gewicht. An der Westfront hatte sich endgültig der Erfolg der alliierten Invasion in Nordfrankreich durch die deutschen Niederlagen bei Avranches und Falaise herausgestellt. In äußerst verlustreichen Kämpfen zog sich die Heeresgruppe B (Generalfeldmarschall Model) über die Seine nach Osten zurück.
Nach der Landung amerikanischer und französischer Truppen in Marseille am 15. August mussten auch die in Süd-Südwestfrankreich verbliebenen beiden deutschen Armeen am Atlantik (Bordeaux) und am Mittelmeer zurückgenommen werden. Anfang September kam der Rückzug des Westheeres auf einer Linie zum Stehen, die von der Scheldemündung durch Südholland zum Westwall südlich Trier führte, von dort der Mosel folgte und dann die Grenze der Schweiz erreichte. Alle deutschen Verbände waren schwer angeschlagen, personell ausgedünnt, kaum noch im Besitz schwerer Waffen. Chronischer Betriebsstoffmangel führte zu einem empfindlichen Verlust an Beweglichkeit, der sich gegenüber der alliierten Luftüberlegenheit besonders verheerend auswirkte. Fieberhaft wurde der Westwall wieder aufgebaut und mit schnell zusammengerafften Einheiten besetzt. Mitte September standen bei der Heeresgruppe B (Scheldemündung bis Trier) auf rund 400 km Frontbreite 21 Infranteriedivisionen und sieben Panzerdivisionen weit überlegenen alliierten Kräften gegenüber. Insgesamt war die Wehrmacht an allen Fronten bis Spätherbst 1944 auf das ehemalige Reichsgebiet zurückgedrängt worden. Der Gegner zeigte sich mit zunehmender Tendenz personell und materiell weit überlegen und nutzte eindeutig den Besitz der operativen Initiative. An eine Veränderung dieser Verhältnisse war aus deutscher Sicht nicht zu denken. Im Gegenteil: Der Seekrieg, der auf deutscher Seite nur noch als U-Boot-Krieg gegen die feindlichen Handels- und Transportschifffahrt geführt werden konnte, war seit 1943 verloren. Seit Anfang dieses Jahres überstieg bei den Alliierten der Zuwachs an Tonnage die Verluste. Ebenso war der Luftkrieg 1944 längst entschieden. Für das Deutsche Reich stand er angesichts der gewaltigen zahlenmäßigen Überlegenheit des Feindes, der quantitativen Unterlegenheit der deutschen Flugzeugtypen und des zunehmenden Betriebsstoffmangels im Zeichen einer verzweifelten und hoffnungslosen Defensive. An der Front wie über dem Reichgebiet war den Alliierten die absolute Luftherrschaft zugefallen. Der Bau des einzigen Jagdflugzeugtyps, der wenigstens eine graduelle Wendung hätte herbeiführen können, der Me 262, wurde erst im Juni 1944 freigegeben (nachdem Hitler über eine lange Zeit persönlich angeordnet hatte, das neue Flugzeug nicht als Jäger, sondern als „Schnellbomber“ zu produzieren und einzusetzen), zu einer Zeit, als die Entscheidung gegen Deutschland längst gefallen war.
Angesichts des drohenden militärischen Zusammenbruchs stand die innenpolitische Lage im Zeichen des totalen Krieges. Es ging um nichts weniger als um die Mobilisierung der letzten personellen, materiellen und moralischen Kräfte. Goebbels, zum Reichsbevollmächtigten für den totalen Kriegseinsatz ernannt, nutzte das von ihm effizient beherrschte Instrument der Propaganda, um mit einem Gemisch aus Drohungen und Versprechungen, Lügen und Halbwahrheiten das Durchhaltevermögen der Deutschen zu stärken. Rigorose Maßnahmen und Eingriffe in das öffentliche, wirtschaftliche und private Leben sollten die letzten Leistungsreserven aktivieren. Die Unwilligen und Ungläubigen traf der brutale Terror von Himmlers allgegenwärtigem Polizei- und Unterdrückungsapparat. Außenpolitisch hatte sich das Reich im Herbst 1944 völlig isoliert. Italien hatte im September 1943 kapituliert. Im Sommer und Frühherbst 1944 sprangen die vormaligen Verbündeten Rumänien, Bulgarien und Finnland ab. Mit dem einzigen formal Verbündeten, Japan, das in schweren Kämpfen gegen die Alliierten im Pazifik stand, verbanden noch nicht einmal gemeinsame operative Absprachen. Eine Wende des Krieges war von dieser Seite nicht zu erwarten. Niemand konnte so vermessen sein, unter den gegeben Umständen eine politische Lösung zur Beendigung des Krieges völlig abzulehnen. Doch die Chancen für das deutsche Reich standen schlecht. Die Westmächte hatten sich seit der Konferenz von Casablanca im Januar 1943 unverrückbar auf die Forderung einer bedingungslosen Kapitulation festgelegt, die Hitler allerdings nicht anzunehmen bereit war. Gründe für diese Haltung der Westmächte gab es genug. Gräueltaten des NS-Regimes waren bekannt und Roosevelt und Churchill lehnten es ab, mit dem Verbrecher Hitler zu verhandeln. Einem Verhandlungsfrieden stand auch der Kreuzzugscharakter des Krieges nach Art einer Strafexpedition entgegen. Schließlich wollte man sich nicht durch vorzeitige Absprachen mit dem Reich die völlige Handlungsfreiheit nach Kriegsende beschneiden lassen. Angesichts dieser Tatsache war ein Sonderfrieden mit dem Westen nicht zu erwarten. Stalin schien dagegen einem Friedensschluss nicht völlig abgeneigt. Verstimmungen zwischen ihm und den Westmächten waren unübersehbar, insbesondere im Hinblick auf die wiederholte Verzögerung bei der Eröffnung der Zweiten Front, die man seit 1943 zugesagt hatte. Es gab in der Tat mindestens zwei vorsichtige Kontakte zwischen deutschen und sowjetischen Vermittlern (in Schweden 1943 und durch Vermittlung Japans 1944), die Hitler jedoch ungenutzt verstreichen ließ. Insgesamt scheint es nach heutiger Kenntnis sehr unwahrscheinlich, dass die Sowjetunion ernsthaft einem Sonderfrieden zugestimmt hätte. Ein Sieg über Deutschland war mit all seinen Konsequenzen ein zu verlockendes Ziel. In dieser ausweglosen Situation glaubten auf der anderen Seite einige hohe deutsche NS-Funktionäre daran, dass die westlichen Alliierten mit der Sowjetunion brechen und erkennen würden, dass sie mit Hilfe der standhaften deutschen Armee im Westen den „gemeinsamen bolschiwistischen Feind“ im Osten zerschlagen könnten. Der Spielraum für eine politische Lösung des Konflikts, die Möglichkeit für eine aktive Außenpolitik des Reiches, war damit nicht nur gering, er war vielmehr gleich Null.
In dieser Lage trat bei Hitler der Verlust der Fähigkeit, in realistischen politischen Kategorien zu denken, besonders deutlich zutage. Völliges Aufgehen in einem durch nichts begründeten Wunschdenken, weitgehende Unkenntnis außenpolitischer Zusammenhänge und der Spielregeln demokratischer Willensbildung in den Regierungen seiner westlichen Gegner ließen ihn zu einer verhängnisvoll falschen außenpolitischen Lagebeurteilung gelangen. Nach seiner Auffassung stand die Koalition seiner westlichen Gegner, insbesonders die der USA einerseits und Großbritannien anderseits mit Kanada, Australien und Neuseeland, kurz vor dem Zusammenbruch. Indem er eine ganze Reihe außenpolitischer Indikatoren falsch bewertete und zu einer von Illusionen bestimmten Gesamtbeurteilung zusammenfügte, kam er zu dem Schluss, es bedürfe nur noch eines über die Westalliierten hereinbrechenden empfindlichen Schlages, der den Zusammenbruch der Anti-Hitler-Koalition bewirken würde. Die Anglo-Amerikaner würden sich in ihre Heimatländer zurückziehen und das deutsche Reich würde in der Lage sein, den Abwehrkampf im Osten gegen die drohende Bolschewisierung Europas erfolgreich zu beenden. Eine solche Erschütterung der politischen Balance der Westmächte konnte nach Hitlers Auffassung nur in einem überragenden militärischen Erfolg, in einer überraschenden, zerschmetternden Großoffensive an der Westfront bestehen. Die letzten Reserven der Wehrmacht und des Volkes waren hierfür zu mobilisieren, alles musste auf eine Karte gesetzt, der mögliche Untergang des Reiches in Kauf genommen werden. Die Grundidee der Ardennenoffensive war damit im Bewusstsein Hitlers geboren. Alle verfügbaren Akten weisen darauf hin, dass er allein es war, der auf den Gedanken kam, in der ihm eigenen nihilistischen Einstellung das Vabanquespiel zu wagen und den Versuch zu unternehmen, mit letztem und rücksichtslosem Einsatz eine Wende des längst verlorenen Krieges herbeizuführen. Nicht etwa ein militärischer Endsieg war ins Auge gefasst. Vielmehr sollte mit dem Schock einer erfolgreichen deutschen Offensive in der westlichen Öffentlichkeit die Basis für die Akzeptanz einer politischen Beendigung des Krieges geschaffen werden.
Allerdings gab es auch – zumindest aus Hitlers Sicht – rationale Gründe, einen letzten Versuch im Westen zu wagen. Im Osten hatte es trotz ungleich günstigerer Voraussetzungen schon 1941 keinen entscheidenden Sieg gegeben. Im Westen waren die Entfernungen kürzer und die Verkehrsverhältnisse günstiger. Außerdem schätzte Hitler die Kampfmoral der westlichen Alliierten geringer als die der Russen ein. Wenn überhaupt, gab es nur hier eine Chance.
Nichts zu unternehmen, kam für Hitler einer Kapitulation gleich.
Seine Idee, die bei ihm bereits unumstößlicher Entschluss geworden war, teilte Hitler am 19. August 1944 dem Chef des Wehrmachtführungsstabes, Generaloberst Jodl, mit. Ohne näher auf Raum und Ziel der Offensive einzugehen, befahl er Jodl, sich auf den Einsatz von etwa 25 Divisionen im November einzustellen. Bald darauf liefen, veranlasst durch das OKW, die ersten organisatorischen Maßnahmen unter größter Geheimhaltung an. Am 16. September verkündetete Hitler im kleinen Kreis des OKH seinen Führerentschluss, mit etwa 30 neuen Volksgrenadier- und Panzerdivisionen aus den Ardennen heraus einen tiefen operativen Stoß mit dem Ziel Antwerpen zu führen. Hitler war die relativ dünne Besetzung des Ardennen-Raums durch amerikanischen Truppen bekannt. Er wollte eine Schlechtwetterperiode nutzen, um damit die feindliche Luftüberlegenheit auszugleichen. Bei der Wahl des Angriffsschwerpunktes zwischen Monschau und Echternach spielte offenbar die Erinnerung an die grandiosen Erfolge des Sichelschnittplans im Mai 1940 eine nicht unerhebliche Rolle.
Der Angriffszeitpunkt wurde während einer winterlichen Schlechtwetterphase gewählt, um die Offensive möglichst unbedrängt von der allgegenwärtigen Vorherrschaft der alliierten Luftstreitkräfte durchführen zu können. Die Operation wurde unter größter Geheimhaltung geplant, so dass teilweise selbst höhere Offiziere der eigenen Truppen ursprünglich nichts von den genauen Angriffsplänen wussten.
Ähnlich wie bereits 1940 sollten sich deutsche Panzertruppen den Weg durch das unwegsame Gelände der Ardennen bahnen und die Alliierten zurückwerfen. Eines der Hauptangriffsziele war die Hafenstadt Antwerpen, die für die Alliierten für ihren Nachschub von großer Bedeutung war. Zuerst sollte ein Vorstoß bis zur Maas gelingen, um von dort aus über Lüttich dem Albertkanal folgend Antwerpen zu erreichen. Zugleich bestand die operative Absicht darin, einen Keil zwischen die britischen und amerikanischen Truppen im Raum Aachen und Maastricht zu treiben, um diese sodann zu vernichten. Die Ardennen als Ziel einer umfassenden Gegenoffensive waren tatsächlich gut gewählt. Einige der amerikanischen Einheiten in diesem Gebiet waren in ihrer Kampffähigkeit eingeschränkt, da das Ardennengebiet von den Amerikanern als „Vorbereitungsgebiet“ für neue, unerfahrene Einheiten und als „Erholungsraum“ für geschwächte Truppenteile, die eine „Ruhepause“ nach der Schlacht um Hürtgen (Allerseelenschlacht) benötigten, genutzt wurde.
Insgesamt standen an diesem Frontabschnitt nur mehr als 4 U.S.-Divisionen. Von der amerikanische Seite wurde die Offensivfähigkeit der Deutschen zu diesem Zeitpunkt generell nur noch als gering eingeschätzt und mit einer Offensive in den Ardennen wurde am wenigsten gerechnet. Zudem waren die Alliierten nach der misslungenen Operation Market Garden im September 1944 mit ihren eigenen Offensivvorbereitungen nördlich und südlich der Ardennen beschäftigt. Der militärische Nachrichtendienst der Alliierten konnte aus den durchaus vorhandenen Einzelbausteinen, die auf eine geplante, große Operation der Deutschen hindeuteten (Berichte von Truppenverlegungen, einzelne Aussagen von Kriegsgefangenen höherer Ränge, abgehörte Funksprüche etc.) nicht das entsprechende „Gesamtbild“ ableiten und war nicht in der Lage, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Dazu kam, dass die wichtigsten Befehle auf deutscher Seite nicht, wie bisher, per Funk, sondern per Kradmelder übertragen wurden. Die Engländer waren ja schon seit langem in der Lage, den deutschen Funkverkehr zu entschlüsseln (Alan Turing im Bletchley Park).
Zur Unterstützung der Offensive wurden zwei weitere Kleinunternehmen durchgeführt: Unternehmen Greif war der Deckname für ein Kommando deutscher Soldaten unter dem Befehl von Otto Skorzeny. Die perfekt englisch sprechenden Soldaten sollten sich mit Uniformen der US- amerikanischen Armee tarnen und trugen die Erkennungsmarken gefallener oder gefangener Amerikaner. Die Soldaten wurden in drei Infanterie-, vier Panzer-, zwei Nachschub- und drei Panzerjägerregimentern zusammengefasst, die mit Panzern und Waffen aus alliierten Beutebeständen ausgestattet werden sollten. Doch an der Ausstattung mit schweren Waffen mangelte es erheblich. Von den 25 versprochenen Sherman-Panzern erhielt die Truppe gerade mal zwei. Die Englisch-Kenntnisse der Soldaten waren überwiegend schlecht. Die Aufgabe der Soldaten des „Greif-Kommandos“ war hauptsächlich, Verwirrung hinter den feindlichen Linien zu stiften, doch sollten sie auch mehrere Brücken über die Maas zwischen Namur und Lüttich besetzen.
Das Unternehmen Stösser war eine Luftlandeaktion, in deren Umfang in der Nacht vom 16. auf den 17. Dezember 1.300 Fallschirmjäger unter der Führung von Friedrich August von der Heydte 11 Kilometer nördlich von Malmedy abspringen und eine wichtige Nachschubroute der Amerikaner blockieren sollten. Aufgrund eines starken Schneesturms erreichte allerdings nur etwa ein Fünftel der Truppe die Landungszone, die übrigen Fallschirmjäger landeten über das gesamte Gebiet der Ardennen verteilt.
Der gelungene Überraschungscoup konnte zunächst von der deutschen Armee in beträchtliche Anfangserfolge umgemünzt werden. Die amerikanischen Frontstellungen waren in Auflösung begriffen, eine ungeordnete Rückzugsbewegung unter teilweisem Verzicht auf Waffen und Material setzte ein. Allerdings erkannte das amerikanische Oberkommando unter General Dwight D. Eisenhower die drohende Gefahr und die strategische Bedeutung der Lage sofort und handelte unverzüglich. Kompetenzen für einzelne Truppenteile wurden verschoben, der britische General Bernard Montgomery erhielt das Kommando über alle amerikanischen Truppenteile nördlich des deutschen Vorstoßes, der amerikanische General Omar Bradley jenes über die Truppenteile südlich davon. Gleichzeitig wurde sofort ein Teil der strategischen Reserve, die 82. und die 101. US-Luftlandedivision mobilisiert und selbst noch in England wurden die Ersatztruppenlager in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Weiterhin ordnete Eisenhower an, dass General George S. Patton mit seiner 3. Armee, die im Süden vor dem Saarland stand, einen Linksschwenk nach Norden vornehmen sollte, um die vorstoßenden deutschen Truppen an ihrer südlichen Flanke anzugreifen. Gegen die Spitze der deutschen Angreifer wurde eiligst die 101. US-Luftlandedivision unter General Anthony McAuliffe geworfen, die in Bastogne, einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt in den belgischen Ardennen, ihre Defensivposition einnahm. Den deutschen Angriffskräften gelang in weiterer Folge die Einkesselung der Stadt Bastogne. Die deutsche Angriffsspitze näherte sich bis auf 9 km der Maas bei Dinant. Allerdings konnte die 101. US-Luftlandedivision die Stadt gegen die lokal vorhandene deutsche Übermacht halten (Dauer der Einkesselung vom 21. Dezember 1944 bis zum 13. Januar 1945) und die Stadt blieb ein Dorn im Auge der deutschen Angriffsbemühungen. Der von Süden angreifenden 3. Armee von General Patton gelang es dann, unterstützt durch das Wiedererlangen der amerikanischen Luftherrschaft in Folge der Wetterbesserung, die Stadt zu befreien und die erschöpften Truppen der 101. US-Luftlandedivison zu entsetzen. Die in der Zwischenzeit wieder zum Tragen gekommene Materialüberlegenheit der US-Amerikaner ließ schließlich den deutschen Angriff zusammenbrechen.
Nach Weihnachten klarte das Wetter wieder zunehmend auf und die Alliierten konnten ihre Lufthoheit wieder vermehrt ausnutzen. Am 1. Januar 1945 wurde deshalb das Unternehmen Bodenplatte durchgeführt. Dies war der letzte große Luftangriff der deutschen Luftwaffe, durch den der Wehrmacht die Fortsetzung der Ardennenoffensive ermöglicht werden sollte. Unter strengster Geheimhaltung griffen hunderte deutscher Flugzeuge mehrere alliierte Flugstützpunkte in Belgien an, um soviele alliierte Flugzeuge, Hangars und Startbahnen wie möglich zu zerstören oder zu beschädigen. 465 alliierte Flugzeuge wurden bei dem Angriff zerstört oder beschädigt. Durch Gegenangriffe alliierter Flugzeuge und unerwartet starke Flak-Gruppierungen verloren die deutschen allerdings ebenfalls 277 Flugzeuge (62 durch alliierte Flugzeuge, 172 durch alliierte und deutsche Flak). Aufgrund der hohen Geheimhaltungsstufe wusste selbst das deutsche Flak-Personal nicht Bescheid und eröffnete das Feuer auf die eigenen Flugzeuge bei deren Rückkehr. Das Unternehmen Bodenplatte war insgesamt gesehen ein Fehlschlag, da die Alliierten aufgrund ihres starken Rüstungspotentials ihre Verluste leicht ausgleichen konnten, während sich die Luftwaffe von den erlittenen Verlusten nicht mehr erholte.
Die Ardennenoffensive endete offiziell am 21. Januar 1945, obschon einige Ortschaften in den Ostkantonen erst im Februar 1945 befreit wurden.
Insgesamt waren etwas über eine Million Soldaten an der Schlacht beteiligt, was sie zu der größten Landschlacht des Zweiten Weltkrieges mit amerikanischer Beteiligung machte. Sie wird von den Amerikanern als „Battle of the Bulge“ bezeichnet (von engl. bulge: Ausbuchtung, Beule, nach der Ausbuchtung des Frontverlaufs Richtung Westen). Der Verlust an Leben, Panzern, Kampfflugzeugen und Treibstoff beschleunigte den Untergang des Deutschen Reichs merklich, die Operationsfähigkeit in großem Stil war für die deutsche Armee an der Westfront nach dem Zusammenbruch der Offensive nicht mehr gegeben.
Die Panzerverbände, die nach dieser Offensive noch genügend Kampfkraft hatten, verlegte man nochmals an die Ostfront, um dort zu versuchen, Budapest von der russischen Belagerung zu entsetzen.
Bereits in der Anfangsphase der Schlacht ereignete sich das Kriegsverbrechen von Baugnez bei Malmedy, wo mehr als 70 amerikanische Kriegsgefangene von deutschen SS-Soldaten erschossen worden sind (Malmedy-Massaker). Mindestens zwei weitere derartigen Massenerschießungen soll es noch bei Honsfeld (19 amerikanische Gefangene erschossen) und bei Büllingen (50 erschossen) gegeben haben. Dies konnte jedoch nie exakt von den Alliierten bewiesen werden. Der Name des Anführers einer Kampfgruppe der 1. SS-Panzerdivision Leibstandarte Adolf Hitler, SS-Obersturmbannführer Jochen Peiper wurde in diesem Zusammenhang von den Alliierten auch immer wieder genannt. Peiper war zwar am Malmedy-Massaker nicht unmittelbar beteiligt; jedoch wurde es von ihm Untergebenen ausgeführt. Nach Kriegsende wurde eine Anzahl Waffen-SS-Angehöriger vor Gericht gestellt und verurteilt (Malmedy-Prozess).
Die Schlacht um Wiltz war die wohl wichtigste in Luxemburg während der gesamten Ardennenoffensive.
Die Lage war am 29. Dezember sehr bedroht als die Amerikaner Nothum auf der Höhe erreichten. Von diesem Tag an bis zum 21. Januar lag Wiltz beinahe in erster Frontlinie. Die Amerikaner versuchten gleich beim ersten Ansturm sofort in die Stadt einzudringen. Darher setzten sie bereits am 28. Dezember aus den eben errichteten Artilleriestellungen ein schweres Bombardement ein. „Die Häuser wurden bis in den Keller erschüttert“, so hieß es. Der erste amerikanische Ansturm wurde abgeschlagen.
Vom 1.-5. Januar setzten die Amerikaner alle verfügbaren Kräfte ein, um nach Wiltz durchzustoßen. Tatsächlich erreichten sie ein paar Punkte auf der Höhe, von wo sie eine fabelhafte Aussicht ins Tal hatten. Die Wiltzer Einwohner bemerkten, dass die Amerikaner in nächster Nähe waren. Einzelne Fahrzeuge in den Straßen wurden getroffen, bis die Amerikaner aus diesen vorgeschobenen Stellungen wieder von den Deutschen verdrängt wurden.
In diesen Tagen wütete ein furchtbarer Kampf zwischen deutschen und amerikanischen Jägern. Die deutsche Artillerie feuerte mit allen Mitteln gegen die amerikanischen Jäger von verschiedenen Dörfern aus. In diesem Moment rollten schwere deutsche Panzer. Sie waren desorientiert und glaubten, sie seien bereits von den Amerikanern eingekesselt. Sie waren überzeugt, dass der amerikanische Druck zu stark sei und dass Wiltz bald fallen werde.
Auch die Besatzung in Wiltz machte sich um Neujahr bereit, den Endkampf um die Stadt zu liefern. Durch die Straßen schlichen schwerbewaffnete Spähtrupps mit Panzerfäusten, um durchgebrochene Panzer abzuschießen. Immer neue Verstärkung traf ein. Auf der Stadt lag ein ununterbrochenes Bombardement. Am 5. Januar war der amerikanische Durchbruch auf der Höhe fast erzielt. Doch im letzten Moment kam doch noch Verstärkung für die Deutschen und die Front hielt wieder stand.
Die Nächte vom 6. und 7. Januar waren wohl für Wiltz die schlimmsten in der Offensive. Dem Bombardement folgte eine neue Offensive der Amerikaner. Durch eine enge Schlucht wollten die Amerikaner diesmal das Wiltztal durchschneiden. Wieder scheiterte ihr Angriff. Die deutschen Ausfälle waren sehr hoch.
Die Amerikaner waren sich nie im klaren über die Stärke der deutschen Besatzung in Wiltz, die höchstens 300 Mann betrug. Zweimal waren sie auf dem Punkte, von Rullingen her durchzustoßen, aber jedes Mal zogen sie sich wieder zurück, weil sie glaubten, die Stadt sei Stark befestigt und die Besatzung überlegen.
Am 8. Januar gaben sie ihre schweren, unmittelbaren Angriffe gegen Wiltz auf. Ihre Stoßkraft setzten sie nun gegen Berlé ein, das ihren Angriff auf Wiltz noch immer bedrohte. Einen Tag später fiel Berlé, und der gesamte Frontbogen südöstlich von Bastnach brach in den folgenden Tagen zusammen. Nun erwartete die deutsche Besatzung täglich den Endsturm auf die Stadt, da die Umstände für einen amerikanischen Angriff viel günstiger waren als vorher.
Am 13. Januar, früh morgens, schien der Endkampf auch wirklich loszubrechen. Unter furchtbarem Bombardement zitterte und bebte Wiltz. In Eile wurden die letzten Maßnahmen zum Häuserkampf getroffen, den die Stadt sollte bis zum letzten Ziegel verteidigt werden. Die Bevölkerung sollte evakuiert werden, weigerte sich aber geschlossen, dem Befehl nachzukommen. Aus der Evakuierung wurde also vorläufig nichts. Sie war bald auch nicht mehr notwendig, da der gegnerische Druck bald fühlbar nachließ.
Freitags, am 19. Januar, wurde noch mal versucht, die Zivilbevölkerung zu evakuieren. Den Deutschen war klar, dass Wiltz nicht mehr lange gehalten werden konnte. Von Derenbach, das die Amerikaner ein paar Tage zuvor erobert haben, näherte sich die Gefahr. Die wichtigste Aufgabe war, auf der einzigen, noch offenen Straße nach Wilwerwiltz zu entkommen. So wurde dem Evakuierungsbefehl keinen Nachdruck verliehen und die Bevölkerung blieb.
Wiltz sollte aber noch zum letzten Mal die Hölle erleben, in der Nacht vom 19. auf den 20. Januar. Das Trommelfeuer der Amerikaner kam jetzt von allen Seiten. Überall setzte der Ansturm ein, alle Truppen hatten als Ziel die Stadt Wiltz.
Am 20. Januar verschwanden die letzten Deutschen unbemerkt aus der Stadt. Kampflos rückten die Amerikaner in die Stadt ein, zuerst nur in kleinen Spähtrupps, dann aber in dichtgedrängten Reihen.
Fünf lange Wochen lebte die Stadt in höchster Not. Bomben und Granaten legten manche Häuser in Trümmer. Was verschont blieb, das raubten die Soldaten. 32 Menschen hatten in den 5 Wochen ihr Leben gelassen und wurden am 23. Januar 1945 der Erde übergeben.
Der Fall von Wiltz hatte den Zusammenbruch der gesamten Öslingfront zur Folge. In den Tagen von 20.-23. Januar wurde der ganze Wiltzer Kanton von allen Deutschen geräumt. Das Gros der deutschen Truppen hatte sich über die Clerf und die Wiltz zurückgezogen.
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