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Archimedes
 

Domenico-Fetti Archimedes 1620.jpg, 1620, Alte Meister Museum, Dresden/Deutschland]] Archimedes (griechisch Aρχιμήδης) von Syrakus (* um 287 v. Chr. vermutl. Syrakus auf Sizilien; † 212 v. Chr. vermutl. ebd.) war ein antiker griechischer Mathematiker, Physiker und Ingenieur. Er starb 212 v. Chr. bei der Eroberung von Syrakus durch die Römer.

Archimedes von Syrakus gilt als einer der bedeutendsten Mathematiker der Antike. Er wurde bekannt durch seine Beteiligung an der Verteidigung von Syrakus gegen die römische Belagerung im zweiten Punischen Krieg. Ihm wird nachgesagt, die Römer bei ihrer langwierigen Belagerung mit seinen Kriegsmaschinen praktisch eigenhändig aufgehalten zu haben. So entwickelte er beispielsweise Wurfmaschinen und Katapulte oder auch Seilwinden, welche ein komplettes Schiff, voll beladen und mit gesamter Besatzung, durch Ziehen an einem einzigen Seil, bewegte. Auch mächtige Greifarme, die feindliche Boote packten und angeblich in Stücke rissen, gehörten dazu.

Eine Kampfmaschine soll, dem Mythos nach, die Römer besonders in Angst und Schrecken versetzt haben. Mit Hilfe von Parabolspiegeln soll er Sonnenlicht gebündelt, damit die Segel der angreifenden Schiffe in Brand gesteckt und so ganze Flotten vernichtet haben. Im Jahre 2005 sind Forscher des Massachusetts Institute of Technology und der University of Arizona diesem Mythos der archimedischen Solarwaffe auf den Grund gegangen. Sie konstruierten zwei verschiedene Spiegel und versuchten, damit ein hölzernes Fischerboot in Brand zu setzen. Das Experiment misslang, jedoch zeigte sich, dass die Solarkanone im Prinzip funktioniert (Quelle: SPIEGEL ONLINE, 24. Oktober 2005). In einem weiteren Experiment des MIT mit 127 kleinen Spiegeln gelang es jedoch ein 30 Meter entferntes Modell einer Schiffswand anzuzünden (Quelle: MIT-Webseite). Über die tatsächliche Existenz der archimedischen Solarkanone in den Punischen Kriegen ist im Laufe der letzten 400 Jahre immer wieder kontrovers gestritten worden und aus verschiedenen Gründen der Wahrheitsgehalt der mythologischen Überlieferung stark angezweifelt worden. Historisch spricht die Quellenlage und das erst Jahrhunderte spätere Auftauchen der Legende dagegen. Physikalische Argumente sind die notwendige Mindestgröße und Brennweite eines solchen Spiegels, die zu erreichende Mindesttemperatur zur Entzündung von Holz und die Zeit, die das zu entzündende Holzstück konstant beleuchtet bleiben muss. Technische Argumente beschreiben die Herstellbarkeit solcher Spiegel zur damaligen Zeit, die Montage eines Spiegels oder Spiegelsystems und die Bedienbarkeit. Siehe Athanasius Kircher hat schon 1600 diese Geschichte kritisch beleuchtet. Siehe [http://www.uni-wuerzburg.de/aegyptologie/kircher/archimedes.pdf

Archimedes wurde bei der letztendlich erfolgreichen römischen Eroberung von Syrakus nach dreijähriger, vergeblicher Belagerung (!) durch einen römischen Soldaten getötet. Der Legende nach soll er dem Soldaten, der ihn festnehmen sollte und ihn gerade beim Zeichnen geometrischer Figuren im Sand störte, zugerufen haben: Noli turbare circulos meos (lateinisch für: Störe meine Kreise nicht!), worauf dieser dermaßen in Rage geriet, dass er Archimedes erschlug.

Archimedes soll auch, als er den Goldgehalt einer Krone des Herrschers prüfen sollte, ohne sie jedoch zu beschädigen, durch einen Geistesblitz beim Baden die Bestimmung des spezifischen Gewichtes entdeckt haben, als aus dem randvollen Wasserbehälter plötzlich jene Wassermenge auslief, die er beim Hineinsteigen ins Bad mit seinem Körpervolumen verdrängte. Vor Freude glücklich über seine Entdeckung, lief er mit dem Ausruf: "Heureka!" (griechisch: εύρηκα, "Ich hab's gefunden!") nackt auf die Straße. Archimedes (Graphik).gif

Er war der Erfinder der archimedischen Schraube und Entdecker des Archimedischen Prinzips, nämlich des Auftriebsprinzipes, das bei jedem schwimmenden Körper Anwendung finden kann, beim professionellen Schiffsbau jedoch ein absolutes Muss darstellt. Außerdem erfand er ein stellenwertbasiertes Zahlensystem und benutzte es, um Zahlen bis zur Größe von 1064 auszurechnen und diese zu notieren und zu studieren. Dies in einer Zeit, in der seine Mitwelt eine Myriade (lit. 10.000) bereits mit "unendlich" gleichsetzte.

Archimedes bewies, dass sich der Umfang eines Kreises zu seinem Durchmesser genauso verhält, wie die Fläche des Kreises zum Quadrat des Radius. Er nannte dieses (heute als Pi oder Kreiszahl bezeichnete) Verhältnis noch nicht π (Pi), gab aber eine Anleitung, wie man sich dem Verhältnis bis zu einer beliebig hohen Genauigkeit nähern kann, vermutlich das älteste numerische Verfahren der Geschichte. Mit seinen Überlegungen zur Flächen- und Volumensberechnung (u. a. mit einer exakten Quadratur der Parabel) nahm Archimedes Ideen der Integralrechnung seinen viel später folgenden Denkern vorweg. Er ging dabei über die Eudoxos von Knidos zugeschriebene Exhaustionsmethode (Ausschöpfungsmethode) hinaus, beispielsweise wandte er bereits eine Form des Prinzips von Cavalieri an.

Bislang wurde versucht, das Geheimnis des Archimedes-Puzzles zu lösen. Die fragmentarisch erhaltene "Stomachion"-Abhandlung des frühzeitlichen griechischen Mathematikers wurde von seinen Nachfolgern kaum ernst genommen.

Archimedes war auch zugleich im Bereiche der heutigen Physik schöpferisch tätig und gilt als der erste Physiker der Weltgeschichte. So erfand er die Wissenschaft der Statik, entdeckte die Hebelgesetze und das Prinzip der kommunizierenden Gefäße. Durch die, ihm nachgesagte, Fähigkeit zur Bestimmung des spezifischen Gewichtes von Gegenständen, musste ihm auch die unterschiedliche Dichte von Flüssigkeiten bekannt gewesen sein, sonst hätte er zwischen Meeresschiffen und solchen im Süßwasser eingesetzten nicht unterschieden.

Nach Archimedes ist der archimedische Punkt benannt.

Zur "trans-Archimedischen Maschine" (d.i. zum 'Bewusstsein der Roboter') vgl. Gotthard Günther.

Auf dem Mare Imbrium wurde ein Mondkrater nach ihm benannt; siehe Archimedes (Mondkrater).

Literatur


  • Ivo Schneider: Archimedes. Ingenieur, Naturwissenschaftler und Mathematiker, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1979, ISBN 3-534-06844-0
  • Paul Strathern: Archimedes und der Hebel, Fischer, Frankfurt/M. 2002, ISBN 3-596-14117-6
  • Reviel Netz (Übersetzer): The Works of Archimedes, Cambridge, 2004, ISBN 0-521-66160-9, englisch
  • Thomas Little Heath (Übersetzer): The Works of Archimedes, 1897, ISBN 0-486-42084-1
  • István Száva, Heinrich Weissling (Übersetzer): Der Gigant von Syrakus (Roman), Prisma Verlag, ISBN B0000BOFP6

Weblinks


Mathematiker der Antike | Erfinder | Physiker

Mann | Grieche (Antike) | Sizilianer | Geboren 287 v. Chr | Gestorben 212 v. Chr.

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