Utah Landscape Arch.jpg | Utah Double-Arch.jpg | Balanced Rock.jpg | Arches_National_Park_at_Dusk.jpg | Utah plate.jpg
Der Arches-Nationalpark befindet sich in der Nähe von Moab in Utah im Westen der USA. Er ist bekannt für seine große Zahl an natürlichen Steinbögen (engl.: arches), die durch Verwitterung ständig neu entstehen und wieder vergehen. Die Angabe über die Gesamtzahl schwankt zwischen 900 und 2000.
Der Park hat eine Fläche von 309 km². Seine höchste Erhebung ist der „Elephant Butte“ mit 1696 Metern. Der tiefste Punkt des Parks liegt am Visitor Center mit 1225 Metern.
Das Gebiet wurde 1929 zum National Monument erklärt und 1971 zum Nationalpark aufgewertet.
Obwohl man keine Behausungen fand, existieren zahlreiche Felszeichnungen aus dieser Zeit. Die Nachkommen der Puebloerbauer wohnen noch heute in Pueblos, zum Beispiel die Hopi-Indianer.
Die Fremont People waren Zeitgenossen der Puebloerbauern und die Unterschiede der beiden Kulturen sind bis heute noch nicht hinreichend erforscht. Beide Kulturen verließen beinahe zeitgleich vor etwa 700 Jahren diese Gegend.
Paiute-Indianer siedelten sich an, jedoch ist der Zeitraum der Besiedelung völlig unklar. Erste Begegnungen mit diesem Stamm in dem Jahr 1776. Auch fand man Felszeichnungen, die den Paiute zugeschrieben werden, da diese Jagdszenen mit auf Pferden sitzenden Indianern zeigt. Pferde wurden jedoch erst von den Spaniern während der Kolonialisierung eingeführt.
Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage („Mormonen“) gründete 1855 eine Mission namens Elk Mountain Mission, dem heutigen Moab. Durch zahlreiche Konflikte mit den Ute-Indianern mussten sie ihren Plan jedoch rasch wieder aufgeben. In den Jahren 1880 bis 1890 wurde die verlassene Mission jedoch erfolgreich von Farmern, Trappern und Schürfern besiedelt. Doch nur wenige versuchten, das wüstenartige Gebiet nördlich der Stadt zu besiedeln. Temperaturen bis 40°C kombiniert mit nur seltenen Wasserstellen ließen dies nicht sehr erfolgreich erscheinen. Dokumentiert ist nur der Bau einer Ranch von John Wesley Wolfe, der 1898 sich in der Gegend des heutigen Delicate Arch Trails niederließ. 10 Jahre später verließ Wolfe seine Ranch wieder und zog in das heutige Ohio.
Bekannt wurde die Gegend durch Loren “Bish” Taylor, der 1911 die Zeitung in Moab übernahm und immer wieder in seiner Zeitung über die Schönheit der Region nördlich von Moab berichtete. Er wurde oft begleitet von dem ersten Arzt in dieser Stadt, John “Doc” Williams. Die Stelle, an der die beiden oft waren und das Gebiet beobachteten, wird noch heute Doc Williams Point genannt.
Die Berichte von Taylor sprachen sich herum, und so schrieb der Goldsucher Alexander Ringhoffer 1923 an die Rio Grande Western Railroad um dieses Gebiet touristisch zu erschließen. Er begleitete die Verantwortlichen der Eisenbahngesellschaft in dieses Gebiet, welche so beeindruckt waren, dass umgehend ein Projekt gestartet wurde.
Ist der Bogen nicht mehr tragfähig, so stürzt er ein. Da der Prozess der Erosion auch heute noch fortdauert, wird dieses Schicksal schließlich jeden Bogen ereilen. Im Park kann man die verschiedenen Lebensstadien an vielen Stellen beobachten.
Die Aktivität der Tierwelt ist aber auch den Jahreszeiten angepasst, so sind einige Arten im Winter des Tags aktiv, im Frühjahr und im Herbst in der Dämmerung und im Sommer des Nachts.
Neben den im folgenden dargestellten Tiergruppen gibt es natürlich auch eine ganze Reihe von Insekten, Skorpionen und Webspinnen, die im Arches-Nationalpark leben.
Als größte Raubtiere des Parks finden sich Pumas (Felis concolor), diese müssen jedoch ihre Reviere oftmals weit über die Grenzen des Parks ausdehnen, um ihren Nahrungs- und Wasserbedarf zu decken. Häufiger sind dagegen der Kitfuchs (Vulpes macrotis) und der Graufuchs (Urocyon cinereoargenteus) sowie der Nordamerikanische Katzenfrett (Bassariscus astutus) und verschiedene Marderarten wie der Amerikanische Dachs (Taxidea taxus), das Langschwanzwiesel (Mustela frenata), der Nordamerikanische Fischotter ((Lutra canadensis) sowie der Streifenskunk (Mephitis mephitis) und der Westliche Fleckenskunk (Spilogale gracilis).
Wüsten-Dickhornschafe (Ovis canadensis netsoni) sind lediglich im Süden des Parks nahe des Colorados zu sehen. Gelegentliche Besucher sind die Gabelböcke (Antilocapra americana).
Im Grasland finden sich Say's Phoebe (Sayornis saya), Schwarzkehlammern (Amphispiza bilineata) und die Westliche Wiesenlerche (Sternella neglecta). In den Pinyon-Wacholder-Wäldern trifft man auf Nacktschnabelhäher (Gymnorhinus cyanocephalus), den Buschblauhäher (Aphelocoma coerulescens), den Westlichen Buschhäher (Aphelocoma californica) und den Trauerwaldsänger (Dendroica nigrescens).
Die meisten Eidechsen sind tagaktiv und können während dieser Zeit beim Sonnenbad auf flachen Steinen beobachtet werden. Besonders häufig und auffällig sind dabei die Sechsstreifen-Rennechse (Cnemidophorus tigris), der Wüsten-Stachelleguan (Sceloporus magister), der Westliche Halsbandleguan (Crotaphytus collaris baileyi) und der Gemeine Seitenfleckleguan (Uta stansburiana).
Dem gegenüber sind die im Park lebenden Schlangen meistens nachtaktiv. Die Zwergklapperschlange (Crotalus oreganus concolor) ist dabei die häufigste Giftschlange neben der Prärieklapperschlange (Crotalus viridis). Weitere auffällige, allerdings ungiftige Schlangen sind etwa die Gestreifte Peitschennatter (Masticophis taeniatus) oder die Strumpfbandnatter (Thamnophis elegans).
Neben den klimatischen Bedingungen spielt auch der Boden eine große Rolle und die Bewachsung ändert sich je nach Beschaffenheit des Bodens und seiner chemischen Eigenschaften. So sind tiefgründige, nährstoffreiche Böden meist mit Gräsern bedeckt, sandige und nährstoffarme Böden mit Gebüschen. Die Pinyon-Wacholder-Wälder, die die dominante Florenlandschaft des Arches-Nationalpark sind, finden sich vor allem auf steinigen Böden.
ARCH pinyon.jpg Zu den häufigsten Sträuchern des Arches-Nationalparks gehören etwa der Mormonentee, der Blackbrush (Coleogyne ramosissima), der Four-Wing Saltbush (Atriplex canescens) und die Cliffrose (Purshia mexicana). Große Teile des Parks beinhalten auch die lockeren Bestände aus Pinyon-Kiefer (Pinus cembroides) und Utah-Wacholder, die in Höhen zwischen 1500 und 2000 Metern im Südwesten der USA dominant sind. In höheren Lagen nimmt der Wacholderanteil zu, da dieser dort konkurrenzstärker ist.
Im Bereich der Flusskorridore ist die Artenvielfalt der Bäume am höchsten, da sie hier über reichlich Wasser verfügen. Hier finden sich der Netznervige Zürgelbaum (Celtis reticulata), der Eschen-Ahorn (Acer negundo), der Schmalblättrige Ölbaum (Elaeagnus angustifolia, auch „Russian Olive“), Tamarisken (Tamarix parviflora) und Fremont Cottonwood (Populus fremontii). Die Russische Olive und die Tamariske sind in den USA ursprünglich nicht heimisch (Neophyten), jedoch sehr erfolgreich im Bereich der Flussläufe.
Alle Pflanzen müssen außerdem besonders gut an die Hitze und Trockenheit der Wüstengebiete angepasst sein. Die Blütenpflanzen besitzen entsprechend etwa dicke Wachsschichten auf den Blättern und Stämmen sowie sehr kleine Blätter um die Verdunstung zu reduzieren. Das Wurzelwerk ist entweder sehr tiefgründig oder sehr großflächig, um möglichst viel Wasser aufnehmen zu können. Einige Blütenpflanzen wie etwa die Yuccapflanzen, die Nachtkerzen (Gattung Oenothera), der Blaue Stechapfel (Datura meteloides), Wrights Stechapfel (Datura wrightii) und die Sandverbenien (Gattung Abronia ) blühen außerdem nur in den kühleren Abendstunden. Speziell die Yucca-Arten sind in ihrem Lebenslauf sehr eng mit spezifischen Bestäuberarten, in diesem Fall mit den Yucca-Motten, verknüpft.
ARCH ricegrass.jpg Gräser finden sich im Arches-Nationalpark überall, wo der Sand mit etwas nährstoffreicherem Boden angesättigt ist. Dabei kann man alle Wüstengräser aufgrund ihrer Wuchsform in zwei Gruppen einteilen: in die Büschel- und die Rasengräser. Zu den Büschelgräsern gehören all jene, die in verstreuten Flecken wachsen, im Arches-Nationalpark etwa das Indianische Reisgras (Oryzopsis hymenoides) und Needle-and-Thread (Stipa comata). Beide sind mehrjährig, wobei vom Reisgras bekannt ist, dass es über 100 Jahre alt werden kann. Unter den Rasenbildenden Gräsern sind Galleta und Blue Grama (Bouteloua gracilis) im Park heimisch, die meisten gemeinsame Flächen bilden und als Nahrung für die Dickhornschafe und Hirsche wichtig sind. Weit verbreitet ist auch die Dach-Trespe (Bromus tectorum), welche im 19. Jahrhundert zufällig eingeführt wurde.
Kakteen sind zum Symbol für die Wüstenpflanzen Nordamerikas geworden. Im Arches-Nationalpark finden sich ebenfalls neun Arten dieser Pflanzengruppe. Sie gehören zu den Sukkulenten und haben verdickte Stämme oder Äste sowie Stacheln oder Schuppen anstatt Blätter. Ihre Oberfläche ist von einem Wachs als Verdunstungsschutz bedeckt. Das Wurzelnetz ist meist flach und breit und so in der Lage, Wasser sehr schnell aufzunehmen. Bei größeren Regenfällen wachsen zusätzliche „Regenwurzeln“, die später wieder verdorren.
ARCH lichens.jpg Flechten findet man in zahlreichen Arten als bunten Belag auf sehr vielen Steinen, besonders denen, die dem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Es handelt sich hierbei um Symbiosen zwischen Pilzen, Grünalgen und Blaualgen, die sich sehr gut an die Bedingungen in der Wüste angepasst haben. So können sie selbst bei großer Hitze noch Biomasse produzieren (Photosynthese durch die Algen, Schutz und Nährstoffdeckung durch die Pilze).
Moose sind in der Lage, den extremen Bedingungen der Wüste dadurch zu begegnen, dass sie auch lange Zeiten vollständig austrocknen können, ohne dabei abzusterben. So findet man sie beinah in allen Lebensräumen des Parks, vor allem an schattigen Steinen und den Bereichen der Flusskorridore. Dabei ist Syntrichia caninervis die häufigste Art auf den kryptobiotischen Krusten, Grimmia orbicularis macht 80 Prozent des Moosbewuchses an Steinen aus. Lebermoose brauchen dagegen immer Wasser und sind so nur in den Flussbereichen zu finden.
Die kryptobiotischen Krusten stellen in vielen Bereichen des Nationalparks die Lebensgrundlage für alle Pflanzen und Tiere dar. Es handelt sich dabei um einen „lebenden Bodengrund“, der sich vor allem aus Blaualgen besteht, daneben aber auch aus Moosen, Flechten, Grünalgen, Pilze und Bakterien enthält. Besonders die Blaualgen sorgen für eine Nährstoffanreicherung des Bodens, da sie in der Lage sind den Stickstoff der Atmosphäre in einer für Pflanzen nutzbaren Form im Boden zu fixieren. Daneben halten sie durch ihre Ausläufer den Boden zusammen und schützen ihn so vor Erosion bis in eine Tiefe von 10 Zentimetern.
Durchschnittstemperaturen und Niederschlagsmengen im 15-Jahresdurchschnitt:
| | Jan | Feb | Mar | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | Jährlich |
| Max Temp (°C) | 5 | 11 | 16 | 21 | 28 | 30 | 37 | 36 | 30 | 23 | 12 | 7 | 21 |
| Min Temp (°C) | -8 | -3 | 1 | 6 | 11 | 13 | 18 | 18 | 14 | 6 | -2 | -6 | 6 |
| Niederschlag (mm) | 9 | 12 | 12 | 19 | 14 | 11 | 14 | 23 | 22 | 29 | 17 | 17 | 196 |
Die Three Gossips (drei Klatschbasen) sind als erste markante Felsgruppe nach der Einfahrt in den Nationalpark links der Straße zu sehen.
Der Sheep Rock am Ende einer Felswand sieht wie ein Widder aus und ist wahrscheinlich der Überrest eines zusammengebrochenen Bogens.
Der Balanced Rock ist ein großer Felsen, der auf einer Felsnadel „balanciert“. Er liegt in der Nähe der Straße und kann auf einem 0,5 km langen Weg zu Fuß umrundet werden.
Der Babel Tower befindet sich im Süden des Parks und war vor einigen Jahren auf einem Marlboro-Plakat zu sehen.
Double Arch besteht aus zwei großen Bögen, die beinahe rechtwinklig zueinander stehen. Er ist kurzfristig in den Filmen Indiana Jones und der letzte Kreuzzug und Hulk zu sehen.
Der Skyline Arch liegt fast am Ende der Straße. Als im Jahre 1940 ein Felsen aus dem Bogen brach, verdoppelte sich dadurch die Größe seiner Öffnung.
Der Landscape Arch ist mit 92 Metern Spannweite einer der größten Bögen der Welt. Am 1. September 1991 brach ein Felsblock von 18 m Länge, 3,40 m Breite und 1,20 Dicke aus der Unterseite des Bogens. Seitdem ist er an seiner dünnsten Stelle weniger als drei Meter dick.
Der Partition Arch liegt einige hundert Meter hinter dem Landscape Arch. Er besticht nicht durch seine Größe (im Vergleich zu den anderen Bögen im Park ist er eher klein), sondern durch die spektakuläre Panorama-Aussicht auf die La Sal Mountains, die man von dort hat.
Der Double-O-Arch besteht aus zwei übereinander liegenden Bögen. Er ist nur über einen langen, schmalen, ungesicherten Felsgrat zu erreichen und wirkt im Vergleich zu den anderen Bögen eher unspektakulär. Die Wanderung dorthin ist daher eher nicht zu empfehlen.
Der Park hat keine ausgewiesenen Wanderwege (Trails) im Hinterland, so dass sich nur erfahrene Wanderer dorthin trauen sollten. Dafür ist eine Erlaubnis (permit) am Visitor Center einzuholen. Gute Kenntnis im Navigieren mit Karte und Kompass ist dabei Pflicht, ebenso Erfahrung im Durchwandern wüstenähnlicher Regionen. Das Mitführen von Haustieren in das Hinterland ist nicht gestattet.
Kurze Wanderwege existieren rund um jede Sehenswürdigkeit, sie haben eine Länge von ein bis maximal zehn Kilometer.
Mountainbiking ist abseits der Straßen im Park nicht erlaubt und es gibt auch keinerlei spezielle Wege für Fahrräder.
Innerhalb des Parks existiert nur ein kleiner Campingplatz mit 52 Stellplätzen und nur wenig Komfort. Nur wenige dieser Stellplätze sind für Wohnmobile mit mehr als neun Metern Gesamtlänge geeignet. In Moab und Umgebung stehen ausreichend weitere Campgrounds zur Verfügung.
Klettern im Park ist grundsätzlich erlaubt, allerdings sind die meisten Sehenswürdigkeiten ausgeschlossen.
Nationalpark in den USA | Geographie (Utah)
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