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Archaeen
Klassifikation: Lebewesen
Domäne: Archaeen
Wissenschaftlicher Name Archaea Otto Kandler & Mark L. Wheelis en

Archaeen (Archaea), früher auch Archaebakterien oder Urbakterien genannt, bilden eine der drei Domänen, in die alle zellulären Lebewesen eingeteilt werden. (Sie unterscheiden sich in mehreren Merkmalen von den Bakterien (Bacteria) und den Eukaryoten (Eucaryota). Es sind einzellige Organismen mit einem meist in sich geschlossenen DNA-Molekül, dem Chromosom, das als Kernäquivalent vorliegt. Sie besitzen weder ein Cytoskelett noch Zellorganellen; von den Bakterien (Bacteria) unterscheiden sie sich aber durch das Fehlen von Peptidoglycan und einer anderen Struktur ihrer Ribosomen. Mit etwas über 200 Arten sind sie meist in extremen Lebensräumen anzutreffen.

Archaeen besitzen Zellwände aus Pseudopeptidoglycanen und Zellmembranen aus Einfachschichten, die von Etherlipiden mit kovalent gebundenen Ketten gebildet werden.

Viele Arten der Archaeen sind an extreme Milieubedingungen angepasst. So gibt es Arten, die bevorzugt bei Temperaturen von über 80 Grad Celsius wachsen (thermophil), andere leben in Salzlösungen (halophil) oder in stark saurem Milieu (pH-Wert bis 0).

Archaeen sind in der Forschung von Interesse, da sie vielleicht Merkmale des frühen Lebens auf der Erde erhalten haben. Aber auch ihr außergewöhnlicher Stoffwechsel ist von Interesse, beispielsweise um sie bei der Boden- und Gewässersanierung einzusetzen, wie es einigen Arten gelingt, bei 110 °C zu wachsen (Archaeoglobus spec).

Bislang sind keine Krankheitserreger aus der Gruppe der Archaeen bekannt.

Systematik


Das derzeit „gültige“ phylogenetische System der Archaeen ist das Taxonomic Outline of the Prokaryotes. Bergey’s Manual of Systematic Bacteriology , das gleichzeitig ein System der Bacteria umfasst. Nachstehend wird dieses System, beschränkt auf die Archaeen bis auf Ordnungsebene wiedergegeben.

Phylum (Stamm) Klasse Ordnung
Crenarchaeota Thermoprotei Thermoproteales
Caldisphaerales
Desulfurococcales
Sulfolobales
Euryarchaeota Methanobacteria Methanobacteriales
Methanococci Methanococcales
Methanomicrobia Methanomicrobiales
Methanosarcinales
Halobacteria Halobacteriales
Thermoplasmata Thermoplasmatales
Thermococci Thermococcales
Archaeoglobi Archaeoglobales
Methanopyri Methanopyrales

Literatur


  • Albert Balows (Ed.): The Prokaryotes; a handbook on the biology of bacteria: ecophysiology, isolation, identification, applications, 4 Bände (Vol. 1 - 4), New York u. a., Springer-Verlag, 1992, ISBN 0-387-97258-7, ISBN 3-540-97258-7
  • G. M. Garrity, J. A. Bell und T. G. Lilburn: Taxonomic Outline of the Prokaryotes. Bergey’s Manual of Systematic Bacteriology. Second Edition. Release 5.0. Springer-Verlag, New York 2004 (DOI 10.1007/bergeysoutline200405}
  • Sven P. Thoms: Ursprung des Lebens. Frankfurt: Fischer 2005 ISBN 3-5961-6128-2

Weblink


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Archaeen und Bakterien

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