Arcelor S.A. ist ein europäischer Stahlkonzern mit dem Verwaltungssitz in Luxemburg. Er wurde 2001 aus den drei Konzernen Aceralia (Spanien), Usinor (Frankreich) und Arbed (Luxemburg) gebildet. In Deutschland gehören Hüttenwerke in Bremen, Eisenhüttenstadt und Unterwellenborn zu dem Konzern.
Die Rohstahlproduktion betrug im Jahr 2005 46,7 Millionen Tonnen.
Das Unternehmen beschäftigt ca. 96.000 Mitarbeiter (Stand 31. Dezember 2005) in über 60 Ländern. Die Aktivitäten der Arcelor-Gruppe erstrecken sich auf die Bereiche Langprodukte, Flachprodukte, Edelstähle sowie den Bereich der Anarbeitung. Hauptmärkte sind die Bereiche Automotive, Konstruktion, Verpackung, Haushalt und allgemeiner Maschinen- und Anlagenbau.
Am 24. Januar 2006 gab Arcelor bekannt, für umgerechnet ca. € 3,95 Mrd. den größten kanadischen Stahlproduzenten Dofasco zu übernehmen, nachdem ThyssenKrupp im Bieterwettstreit kein erneutes Gebot vorgelegt hatte. Mit der Übernahme würde Arcelor um 11.000 Mitarbeiter und ca. € 2,7 Mrd. Umsatz wachsen.
Am 27. Januar 2006 gab der weltgrößte Stahlkonzern Mittal Steel N.V. bekannt, für die Übernahme von Arcelor € 18,6 Mrd. bieten zu wollen. Somit entstünde ein neuer Stahlkonzern mit einer Rohstahlproduktion von über 120 Millionen Tonnen im Jahr. Gleichzeitig wurde bekannt, dass nach einer erfolgreichen Übernahme durch Mittal das gerade erst durch Arcelor erworbene kanadische Unternehmen Dofasco an ThyssenKrupp weiterverkauft werden soll. Die Kaufsumme entspricht in etwa dem Baranteil des Angebots für Arcelor. Damit soll erwarteten Einwänden amerikanischer Kartellbehörden begegnet werden. Am 29. Januar erklärte der Aufsichtsrat von Arcelor seine Absicht zur Abwehr der feindlichen Übernahme. Den Aktionären riet er dazu, nicht an Mittal zu verkaufen. Das Großherzogtum Luxemburg als größter Einzelaktionär lehnte das erste Übernahmeangebot ebenfalls ab.
Um die Übernahme abzuwehren, versucht das Management die Anteilseigner zu überzeugen, dass sie höhere Gewinne mit einer eigenständige Arcelor erwarten können. Deshalb wurde ein Buisinessplan vorgelegt, der vorsieht, dass 30% des Cash Flow an die Anteilseigner ausgeschüttet wird. Als Konsequenz dieser Strategie wurde die bereits mit 1,20€ festgelegte Dividende für 2006 auf 1,85€ erhöht und den Anteilsinhabern eine Zusatzzahlung von insgesamt 5 Mrd.€ innerhalb eines Jahres in Aussicht gestellt. Die dann insgesamt ausgeschüttete Summe übertrifft damit den von Mittal angebotenen Baranteil des Übernahmeangebots.
Arcelor hat zur Abwehr der Übernahme durch Mittal seine Anteile an Dofasco an eine Stiftung nach niederländischem Recht übertragen, was einen Verkauf von Dofasco nach einer feindlichen Übernahme praktisch unmöglich macht (Strategie der "Giftpille"). Mittal kann dadurch den Baranteil seines Angebots nicht mehr kompensieren. Außerdem würde die Übernahme wahrscheinlich in Nordamerika wettbewerbsrechtlich nicht genehmigt werden. Die nach diesen Maßnahmen wieder hoch verschuldete Arcelor ist dann für Übernahmen weniger attraktiv. Andererseits verringern sich dadurch auch die Möglichkeiten von Arcelor, an der Umgestaltung der Stahlindustrie weiter aktiv teilzunehmen.
Am 19. Mai 2006 erhöhte Mittal das Übernahmeangebot auf 26 Mrd. Euro. Gleichzeitig bot Mittal den Arcelor-Aktionären höhere Prämien an und räumte der luxemburgischen Regierung Zugeständnisse ein, wie die Verlegung des Hauptsitzes von Mittal nach Luxemburg. Gleichzeitig rief Arcelor eine Aktionärsversammlung ein, um den Rückkauf von Arcelor-Aktion im Wert von 5 Mrd. Euro zurückzukaufen. Da diese Versammlung nicht beschlussfähig war, musste die Entscheidung über die weiteren Abwehrmaßnahmen auf Juni 2006 vertagt werden.
Am 26. Mai verkündete Arcelor mit dem russischen Stahlkonzern Severstal fussionieren zu wollen, wodurch der neue Konzern Mittal als größten Stahlkonzern ablösen würde.
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