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Arcelor S.A. ist ein europäischer Stahlkonzern mit dem Verwaltungssitz in Luxemburg. Er wurde 2001 aus den drei Konzernen Aceralia (Spanien), Usinor (Frankreich) und Arbed (Luxemburg) gebildet. In Deutschland gehören Hüttenwerke in Bremen, Eisenhüttenstadt und Unterwellenborn zu dem Konzern.

Firmengeschichte


Arcelor entstand 2001 durch den Zusammenschluss der spanischen Aceralia, der luxemburgischen Arbed und der französischen Usinor. 2002 wurde Guy Dollé CEO des Unternehmens.

Eckdaten


Arcelor ist nach Umsatz der weltweit größte, nach Tonnage der zweitgrößte Stahlhersteller. Im Jahr 2003 lag der Umsatz bei € 25,923 Mrd. und führte zu einem Nettogewinn von € 257 Mio.. 2004 stieg der Umsatz um 16,4% auf € 30,176 Mrd. mit einem Nettogewinn von € 2,314 Mrd.. 2005 konnte der Umsatz um weitere 8,1% auf € 32,611 Mrd. mit einem Nettogewinn von € 3,846 Mrd. gesteigert werden

Die Rohstahlproduktion betrug im Jahr 2005 46,7 Millionen Tonnen.

Das Unternehmen beschäftigt ca. 96.000 Mitarbeiter (Stand 31. Dezember 2005) in über 60 Ländern. Die Aktivitäten der Arcelor-Gruppe erstrecken sich auf die Bereiche Langprodukte, Flachprodukte, Edelstähle sowie den Bereich der Anarbeitung. Hauptmärkte sind die Bereiche Automotive, Konstruktion, Verpackung, Haushalt und allgemeiner Maschinen- und Anlagenbau.

Unternehmensstrategie


Arcelor geht davon aus, dass in wenigen Jahren fünf bis sechs Unternehmen die Stahlindustrie dominieren werden. Dadurch soll den Oligopolen der Rohstofflieferanten und der Abnehmer begegnet werden. Deshalb ist Arcelor daran interessiert, außerhalb Europas Stahlunternehmen zu übernehmen. Die Schwerpunkte liegen dabei in Brasilien, Russland, Indien und China.

Am 24. Januar 2006 gab Arcelor bekannt, für umgerechnet ca. € 3,95 Mrd. den größten kanadischen Stahlproduzenten Dofasco zu übernehmen, nachdem ThyssenKrupp im Bieterwettstreit kein erneutes Gebot vorgelegt hatte. Mit der Übernahme würde Arcelor um 11.000 Mitarbeiter und ca. € 2,7 Mrd. Umsatz wachsen.

Übernahmeversuch durch Mittal Steel


Am 27. Januar 2006 gab der weltgrößte Stahlkonzern Mittal Steel N.V. bekannt, für die Übernahme von Arcelor € 18,6 Mrd. bieten zu wollen. Somit entstünde ein neuer Stahlkonzern mit einer Rohstahlproduktion von über 120 Millionen Tonnen im Jahr. Gleichzeitig wurde bekannt, dass nach einer erfolgreichen Übernahme durch Mittal das gerade erst durch Arcelor erworbene kanadische Unternehmen Dofasco an ThyssenKrupp weiterverkauft werden soll. Die Kaufsumme entspricht in etwa dem Baranteil des Angebots für Arcelor. Damit soll erwarteten Einwänden amerikanischer Kartellbehörden begegnet werden. Am 29. Januar erklärte der Aufsichtsrat von Arcelor seine Absicht zur Abwehr der feindlichen Übernahme. Den Aktionären riet er dazu, nicht an Mittal zu verkaufen. Das Großherzogtum Luxemburg als größter Einzelaktionär lehnte das erste Übernahmeangebot ebenfalls ab.

Um die Übernahme abzuwehren, versucht das Management die Anteilseigner zu überzeugen, dass sie höhere Gewinne mit einer eigenständige Arcelor erwarten können. Deshalb wurde ein Buisinessplan vorgelegt, der vorsieht, dass 30% des Cash Flow an die Anteilseigner ausgeschüttet wird. Als Konsequenz dieser Strategie wurde die bereits mit 1,20€ festgelegte Dividende für 2006 auf 1,85€ erhöht und den Anteilsinhabern eine Zusatzzahlung von insgesamt 5 Mrd.€ innerhalb eines Jahres in Aussicht gestellt. Die dann insgesamt ausgeschüttete Summe übertrifft damit den von Mittal angebotenen Baranteil des Übernahmeangebots.

Arcelor hat zur Abwehr der Übernahme durch Mittal seine Anteile an Dofasco an eine Stiftung nach niederländischem Recht übertragen, was einen Verkauf von Dofasco nach einer feindlichen Übernahme praktisch unmöglich macht (Strategie der "Giftpille"). Mittal kann dadurch den Baranteil seines Angebots nicht mehr kompensieren. Außerdem würde die Übernahme wahrscheinlich in Nordamerika wettbewerbsrechtlich nicht genehmigt werden. Die nach diesen Maßnahmen wieder hoch verschuldete Arcelor ist dann für Übernahmen weniger attraktiv. Andererseits verringern sich dadurch auch die Möglichkeiten von Arcelor, an der Umgestaltung der Stahlindustrie weiter aktiv teilzunehmen.

Am 19. Mai 2006 erhöhte Mittal das Übernahmeangebot auf 26 Mrd. Euro. Gleichzeitig bot Mittal den Arcelor-Aktionären höhere Prämien an und räumte der luxemburgischen Regierung Zugeständnisse ein, wie die Verlegung des Hauptsitzes von Mittal nach Luxemburg. Gleichzeitig rief Arcelor eine Aktionärsversammlung ein, um den Rückkauf von Arcelor-Aktion im Wert von 5 Mrd. Euro zurückzukaufen. Da diese Versammlung nicht beschlussfähig war, musste die Entscheidung über die weiteren Abwehrmaßnahmen auf Juni 2006 vertagt werden.

Am 26. Mai verkündete Arcelor mit dem russischen Stahlkonzern Severstal fussionieren zu wollen, wodurch der neue Konzern Mittal als größten Stahlkonzern ablösen würde.

Aktienhandel


Die Aktien des Unternehmens (ISIN LU0140205948, Symbol ARR) werden in Paris, Brüssel, Madrid und Luxemburg an der Börse gehandelt. 85% der Aktien befinden sich im Streubesitz. Größter Einzelaktionär ist mit 5,6% der Staat Luxemburg.

Flachstahlproduktionsstätten


Die Hauptproduktionsstätten von Flachstahlprodukten sind in Gent Zelzate, Dünkirchen, Gijón, Fos-sur-Mer, Lüttich, Charleroi, Florange, Vitória (Brasilien), Bremen und Eisenhüttenstadt.

Weblinks


Montanunternehmen | Unternehmen (Luxemburg)

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