| Arbuskuläre Mykorrhizapilze
|
|
|
|
|
| Wissenschaftlicher Name
|
| Glomeromycota
|
| WikiProjekt Lebewesen/Liste von Botanikern und Mykologen nach Autorenkürzeln & WikiProjekt Lebewesen/Liste von Botanikern und Mykologen nach Autorenkürzeln, 2001
|
| n
|
|
|
Die
Glomeromycota oder
Arbuskuläre Mykorrhizapilze oder kurz
AM-Pilze sind die verbreitetsten und ältesten
Mykorrhiza-Pilze. Verbreitet sind noch die Bezeichnungen
VAM- oder
VA-Pilze. Mehr als 80% aller Pflanzen gehen eine symbiotische Beziehung mit diesen Pilzen ein. So sind z. B. die
Süßgräser (Poaceae) wie die meisten
krautigen
Pflanzen von AM-Pilzen abhängig. Auch die meisten verholzten Pflanzen (weltweit gesehen) leben mit AM-Pilzen in
Symbiose.
Bis vor kurzem stellte man die AM-Pilze zu den Jochpilzen (Zygomycota). Genetische Studien zeigten, dass sie eine völlig eigene Abteilung bilden und nicht einfach nur „imperfekte“ Jochpilze sind.
Bekannte Gattungen der Glomeromycota sind z.B. Glomus und Gigaspora. Die größten Sporen der Glomeromycota werden fast 1 mm groß, die kleinsten nur etwa 40 µm. Manche Arten bildet bisweilen Fruchtkörper, die bis 3 Zentimeter Durchmesser haben können (hypogäische Fruchtkörper) und Sporenclustern oder Sporokarpe darstellen.
Evolution
Die Entstehung der arbuskulären Mykorrhiza durch Glomeromycota lässt sich in das Zeitalter des
Ordovizium datieren, als erste moosähnliche Pflanzen begannen, das Festland der Erde zu besiedeln. Vermutlich existieren AM-Pilze bereits seit 900 oder gar 1200 Millionen Jahren, sie sind also schon wesentlich älter als die Landpflanzen. Als Symbiosepartner kamen damals
Cyanobakterien in Frage. Diese Möglichkeit wird gestützt durch die heutige Existenz einer Glomeromycota (
Geosiphon pyriformis) Symbiose mit Cyanobakterien (
Nostoc), welche die einzige bekannte Endosymbiose eines Pilzes mit Cyanobakterien ist.
Kennzeichen
Da die
Hyphen der Pilze in die Rindenzellen der Pflanzenwurzeln eindringen, spricht man von einer Endomykorrhiza (gr. endo = innen). Die von den Pilzen gebildeten bäumchenartigen Hyphenstrukturen innerhalb des Wurzelgewebes sind charakteristisch für die Glomeromycota und heißen (nach dem lateinischen Wort
arbusculum für Bäumchen)
Arbuskel. An der Wurzel selbst wird nur ein lockeres Hyphennetz gebildet, dort können sich
Chlamydosporen bilden, die der asexuellen Fortpflanzung dienen. Die
Wurzelhaarbildung wird nicht unterdrückt.
Unterschied zu anderen mykorrhizierenden Pilzen
Eine nur äußerliche Umhüllung der Wurzel durch den Pilz ohne Eindringen in das Pflanzengewebe heißt Ektomykorrhiza (gr. ekto = außen). Sie ist die „normale“ Mykorrhiza der meisten Waldbäume. Daneben gibt es noch weitere Formen der Mykorrhiza als Anpassung an extreme Lebensräume: Ericoide Mykorrhiza, Monotropoide Mykorrhiza, Orchideenmykorrhiza, Ektendomykorrhiza und Arbutoide Mykorrhiza.
Systematik
Nach
AMF phylogeny (TU Darmstadt) sind die Glomeromycota folgendermaßen systematisiert:
Reich: Pilze (Fungi)
Abteilung: AM-Pilze (Glomeromycota)
Klasse: Glomeromycetes
- Ordnung: Glomerales
- Familie: Glomeraceae
- Gattung: Glomus (mind. 3 weitere Gattungen)
- Ordnung: Diversisporales
- Familie: Acaulosporaceae
- Familie: Diversisporaceae
- Gattung: Diversispora (mind. 1 weitere mit 'Glomus group C' Arten)
- Familie: Gigasporaceae
- Familie: Pacisporaceae
- Ordnung: Archaeosporales
- Familie: Archaeosporaceae
- Familie: Geosiphonaceae
- Ordnung: Paraglomerales
Wie man unschwer feststellen kann, haftet der vorangehenden, auf einer molekularen Phylogenie aufbauenden, Systematik noch etwas Vorübergehendes an. Die Gattung Glomus ist noch immer polyphyletisch, d.h. sie ist nicht aus einem gemeinsamen Vorfahren hervorgegangen. Eine weitere Veränderung der Systematik aufgrund neuerer genbasierenden Untersuchungen ist zu erwarten.
Abgrenzung
Die früher zu den
Glomerales gestellte Gattung
Endogone (ein typischer Vertreter der
Jochpilze) hat nichts mit den Glomeromycota resp. Glomeromycetes resp. Glomerales zu tun.
Weblinks
Pilze
Arbuscular mycorrhiza