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Arbitrage (von lat. Arbitratus, Gutdünken, freie Wahl, freies Ermessen) bezeichnet den Handel, der Preisunterschiede für gleiche Handlungsalternativen (Marktgegenstände) in verschiedenen Märkten zum Zwecke einer beabsichtigten risikoarmen Gewinnerzielung nutzt. Infolge der ausgleichenden Wirkung der Arbitrage passen sich die Preise in verschiedenen Märkten einander an, der Vorteil existiert nur zeitlich begrenzt.

Bei der praktischen Durchführung der Arbitrage kauft der Arbitrageur (meist unter Einsatz hoher Volumina) das billigere Instrument, bei (theoretisch) simultanem Verkauf des teureren Instruments, ohne dass es für ihn dabei zu nennenswerten Nettoausgaben kommt. Jede Arbitrage beruht hierbei auf dem ökonomischen "Gesetz des einheitlichen Preises" ("Law of One Price") (siehe unten), das für gleichwertige Handlungsalternativen gleiche Preise postuliert.

In einer strengeren Definition gilt Arbitrage nur dann als möglich, wenn die Gewinnerzielung nicht nur risikoarm, sondern risikolos, also sicher erfolgen kann.

Arten der Arbitrage


Im Allgemeinen werden fünf Arten der Arbitrage unterschieden:
  • Kulturelle Arbitrage: Kulturbedingte Eigenheiten werden genutzt um Handelsvorteile zu erzielen. Beispielsweise können Produkte mit den Attributen „deutsche Qualität/ Made in Germany“, „Parmaschinken“, „Französische Lebensart“ zu einem höheren Preis verkauft werden. Zum Teil werden die Begriffe rechtlich geschützt.
  • Administrative Arbitrage: Rechtliche, institutionelle oder politische Vorteile werden genutzt. Naheliegend sind Steuervorteile oder rechtliche Freiheiten in einem Land.
  • Geografische Arbitrage: Geographische Vorteile können weltweit genutzt werden, beispielsweise durch reduzierte Transportkosten. Durch sofortige Kommunikation und minimale Kommunikationskosten werden im Börsengeschäft die Kursunterschiede eines Wertpapiers an verschiedenen Börsen zu Gewinnvorteilen genutzt.
  • Mathematische oder statistische Arbitrage: Historisch korrelierende Güter werden betrachtet. Wenn eines der beiden Güter aus der Korrelation ausschert besteht kurzfristig die Möglichkeit zur Arbitrage da angenommen werden kann, dass die Preise schließlich wieder zusammen laufen werden, um die Arbitragefreiheit wieder herzustellen.
  • Ökonomische Arbitrage: Letztendlich sind alle Formen der Arbitrage ökonomischer Natur. Der Begriff wird verwendet um Formen der Arbitrage zu beschreiben, die ihren Ursprung nicht in Kultur, Administration oder Geographie haben. Bekannt sind unterschiedliche Kosten der Arbeit oder des Kapitals. So werden arbeitsintensive Produktionsprozesse in Länder mit niedrigen Lohnkosten verlegt (Textilindustrie). Dies ist seit einigen Jahren auch bei hochqualifizierten Arbeitsplätzen zu beobachten (Outsourcing im IT-Bereich).

Arbitrage und ihre ökonomischen Auswirkungen


Der österreichische Wirtschaftswissenschaftler Joseph Schumpeter schuf den Begriff des wenig innovativen Arbitrage-Unternehmers, der im Gegensatz zum innovativen schöpferischen Unternehmer nichts neues schaffe. Die Möglichkeit des Erlangens von individuellem Wohlstand über die Ausnutzung von Preisdifferenzen binde volkswirtschaftliche Kräfte, die andernfalls in die innovative Neukombination von Produktionsfaktoren fließen würden.

Arbitragefreiheit


Siehe Hauptartikel: Arbitragefreiheit

Literatur


Weblinks


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