Bei der Gestaltung der Arbeitszeit sollen
- die Interessen der Mitarbeiter berücksichtigt werden
- die Ziele des Betriebes unterstützt werden
Die Arbeitszeitgestaltung ist daher im Interesse des Arbeitsnehmers wie auch des Arbeitsgebers.
Arbeitszeitgesetz
Das
Arbeitszeitgesetz schreibt vor, welche Arbeitszeiten nicht Überschritten werden dürfen. Der
Freizeitanteil wird immer größer, da die Arbeitenehmer, oft organisiert in
Gewerkschaften, und Arbeitgeber in ihren
Tarifverhandlungen immer geringere
Wochenarbeitszeiten vereinbaren.
Abgesehen davon gibt es verschiedene Möglichkeiten der Arbeitszeitgestaltung, um den Interessen von Betrieb und Mitarbeitern entgegenzukommen.
Vorteile
- Der Wunsch der Mitarbeiter nach mehr Freiheit und Selbstbestimmung wird ermöglicht.
- Dem Betrieb wird ein Mitarbeitereinsatz entsprechend dem Auftragseingang ermöglicht.
- Eine gleichmäßige Auslastung der Maschinenkapazität im Schichtbetrieb wird ermöglicht.
- Kosten werden gespart.
- Produkte werden günstiger und somit bleibt das Preis- und Leistungsverhältnis ausgeglichen.
Nachteile
- Freizeitaktivitäten sind schlechter planbar
- geringere Entlohnung durch den Wegfall von Überstundenzuschlägen
- Die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens ist schlechter zu beurteilen, da das Arbeitszeitmodell nur bedingt aussagekräftig ist.
Gleitende Arbeitszeit (Gleitzeit)
Die Arbeitszeit wird bei der gleitenden Arbeitszeit (GLAZ) in eine Kernzeit und eine Gleitzeit aufgeteilt. Während der Kernarbeitszeit besteht Anwesenheitspflicht, im Gleitzeitbereich kann jedoch jeder Mitarbeiter den Beginn und das Ende seiner täglichen Arbeitszeit selbst bestimmen. Er muss aber die vorgeschriebene Wochenarbeitszeit einhalten.
Schichtarbeit
Mehrere Arbeitnehmer arbeiten abwechselnd an einem Arbeitsplatz den sie in so genannten
Schichten (festgelegt in Schichtplänen) besetzen. Diese Arbeitsform kommt in allen Unternehmen und Organisationen vor, bei denen an jedem Tag und zu jeder Stunde gearbeitet werden muss (z.B.
Stahlwerk,
Krankenhaus,
Bahn,
Polizei...)
Gerade in vielen Industriezweigen, die mit einem hohen Kapitaleinsatz operieren, ist das Modell der Kontischicht eine Möglichkeit, bei gleich bleibender Produktionsmenge die gesamte Bandbreite der betrieblichen Nutzungszeit (168 Stunden) zu nutzen.
Vertrauensarbeitszeit
Es wird Projektbezogen gearbeitet (siehe auch
Management by objectives). Die tatsächlich geleistete Arbeitszeit ist unerheblich solange das Projekt innerhalb der gegebenen Parameter bearbeitet wird. Dem Arbeitnehmer steht somit ein großes Maß an Verantwortung zu, er muss sich die Arbeitszeit selbst einteilen.
Bandbreitenmodell
Wird bei Unternehmen mit stark schwankendem Arbeitsanfall gern angewendet. Über einen bestimmten, längeren Zeitraum hinweg wird die erlaubte Wochenarbeitszeit zwar eingehalten, in einzelnen Wochen wird jedoch entsprechend den Erfordernissen des Unternehmens länger gearbeitet (ohne dass daraus ein Anspruch auf Überstundenbezahlung entsteht) oder auch kürzer.
Wird der Zeitraum auf ein ganzes Jahr ausgedehnt, spricht man von Jahresarbeitszeitmodellen.
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