Die Arbeitsgruppe über Indigene Bevölkerungen ist neben dem Ständigen Forum über indigene Angelegenheiten und dem Sonderberichterstatter zur Lage der Menschenrechte und Grundlegenden Freiheiten Indigener Völker eines der drei Organe der Vereinten Nationen, das ausschließlich mit der Lage der indigenen Völker der Erde befasst ist.
Die Arbeitsgruppe über indigene Bevölkerungen (Working Group on indigenous populations - WGIP) wurde 1982 gegründet. Sie ist ein Gremium der Unterkommission zur Förderung und zum Schutz der Menschenrechte (Sub-Commission on the Promotion and Protection of Human Rights) der UN-Menschenrechtskommission.
Die WGIP war das erste Organ der Vereinten Nationen überhaupt, das speziell und ausschließlich mit Menschenrechten indigener Völker befasst ist.
Die Arbeitsgruppe besitzt ein zweifaches Mandat:
Seit diesem Zeitpunkt bemüht sich die WGIP, weiter an der Ausformulierung und Setzung von Menschenrechtsstandards (standard setting) für indigene Völker mitzuwirken, wobei auf den jährlichen Sitzungen in Genf jeweils ein Schwerpunktthema behandelt wird. Zu den Themen der letzten Jahre gehörten u.a. Gesundheit, Lage indigener Jugendlicher, Folgen von Globalisierung und die Lösung von bewaffneten und anderen Konflikten.
Die eigentliche Arbeitsgruppe besteht aus fünf Mitgliedern, wobei jede globale Region durch einen Experten vertreten ist. Bis 2001 wurde sie von Erika-Irene Daes (Griechenland) geleitet. Seit 2002 liegt der Vorsitz bei Miguel-Alfonso Martínez (Kuba). In der institutionellen Hierarchie der UNO ist die WGIP sehr niedrig angesiedelt. Sie besitzt weder die Vollmacht, Resolutionen oder Erklärungen zu verabschieden, noch kann sie als Beschwerdeinstanz gegen individuelle Menschenrechtsverletzungen an indigenen Völkern fungieren.
Die besondere Bedeutung der WGIP liegt darin, dass sie anders als andere UN-Gremien Vertretern indigener Völker uneingeschränkten Zutritt gewährt. An den jährlich in Genf stattfindenden Sitzungen der WGIP nehmen mittlerweile über 1000 Vertreter von indigenen Völkern, NGO und Regierungen teil. Sie haben sich somit zum weltweit wichtigsten regelmäßigen Treffen indigener Aktivisten überhaupt entwickelt.
Die WGIP hat seit Anfang der 80er Jahre als wichtigster Motor für indigene Rechte innerhalb der UNO fungiert. Auf ihre Initiative gehen sowohl der Entwurf (Draft) der Draft United Nations Declaration on the Rights of Indigenous Peoples als auch die Einrichtung des Ständigen Forums über indigene Angelegenheiten im New Yorker UN-Hauptquartier zurück.
Die Abkürzung WGIP steht für Working Group on Indigenous Populations (Arbeitsgruppe über indigene Bevölkerungen). Landläufig wird sie häufig als "Arbeitsgruppe Indigene Völker" bezeichnet, doch aufgrund des Streits um das kleine 's' bleibt ihr dieser Name offiziell verweigert.
Oftmals wird die Arbeitsgruppe auch als UNWGIP abgekürzt, wobei das UN für United Nations stehen soll. Dies ist allerdings nicht die korrekte Bezeichnung, da es sich nicht um eine Arbeitsgruppe "der UN" handelt (eine solche Einrichtung ist institutionell nicht vorgesehen), sondern um eine Unterarbeitsgruppe der Sub-Commission.
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"UN-Arbeitsgruppe über Indigene Bevölkerungen".
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