Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) ist eine Hilfsorganisation und ein Wohlfahrtsverband.
Die Leistungen des Arbeiter-Samariter-Bund werden sowohl in Deutschland als auch in Österreich von freiwilligen Helfern, hauptberuflich beschäftigten Mitarbeitern, Mitarbeitern im FSJ und von Zivildienstleistenden erbracht. Es bedarf in jedem Fall einer entsprechenden Ausbildung, um für die verschiedensten Tätigkeiten eingesetzt werden zu können.
Mit 100 Altenheimen, über 200 Pflegediensten und zahlreichen anderen Angeboten gehört der ASB zu den größten deutschen Anbietern in der Altenhilfe. Unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800-27 22 255 kann sich jeder umfassend über die Service- und Dienstleistungsangebote des ASB informieren.
Seit 1985 ist die SPD-Politikerin und ehemalige Bundestagspräsidentin Annemarie Renger Präsidentin des ASB.
Entsprechend seinem Erwachsenenverband gliedert sich die ASJ in Orts-, Kreis-, bzw. Regionalverbände, Landesverbände und in den Bundesverband. Die jeweilige ASJ Organisationsstufe trägt den Namen des entsprechenden ASB-Verbandes bzw. des Landes. Auf Bundesebene trägt sie den Namen ASJ Deutschland.
Eine eigene Mitgliedschaft in der ASJ gibt es nicht, da sie kein eigenständiger Verein ist. Alle ASB-Mitglieder sind bis zur Vollendung des 17. Lebensjahres Mitglieder in der Arbeiter-Samariter-Jugend.
Bundesweit bildet der Samariterbund nach dem Roten Kreuz die zweitgrößte Rettungsorganisation, in einigen städtischen Ballungsräumen ist er führend. Das Spektrum der Einsatzbereiche reicht hiebei vom klassischen Rettungs- und Krankentransport über Hauskrankenpflege, Seniorenalarm und Essen auf Rädern („Vitalmenüs“) bis hin zu Wasserrettung, Katastrophenhilfe und Rettungshundestaffeln. ASB.JPG Während in Teilen Nieder- und Oberösterreichs der ASB die alleinige rettungsdienstliche Versorgung übernimmt, führen andere Ortsgruppen den Rettungsdienst gemeinsam mit anderen Organisationen durch oder beschränken sich auf Krankentransporte, Fahrtendienste oder einzelne soziale Dienste bzw. die Ausbildung in Erster Hilfe.
Trotz des teilweise heftigen Widerstandes ortsansässiger Rettungs- und Krankentransportdienste werden laufend weitere Gruppen in allen Bundesländern gegründet bzw. deren Tätigkeitsfelder ausgedehnt, insbesondere in Tirol und der Steiermark.
In Wien verfügen Bundes- und Landesverband über eigene Fuhrparks, wodurch die einzelnen Gruppen weniger Fahrzeuge benötigen. Der Samariterbund als größte Rettungsorganisation der Stadt stellt - in enger Zusammenarbeit mit dem städtischen Rettungsdienst MA 70 (Wiener Rettung) - täglich ein bis zwei Notarztwagen, zwei bis drei Rettungswagen und bis zu 70 Krankentransportwagen, welche zu einem großen Teil mit hauptamtlichen Mitarbeitern besetzt werden.
Der 1954 gegründete Arbeiter-Samariter-Bund Floridsdorf-Donaustadt (kurz ASBÖ 921) mit seinem Stützpunkt an der Wiener Donaucity ist - gemessen an der Zahl der aktiven Freiwilligen - mit Abstand die größte Gruppe des Wiener Samariterbundes und eine der größten in Österreich. Mit einer fast ausschließlich auf rund 300 ehrenamtlichen Mitarbeitern und 100 Zivildienern basierenden Struktur stellt dieser täglich - zusätzlich zu den Fahrzeugen des Bundesverbandes - bis zu zehn Fahrzeuge für den Krankentransport sowie bis zu vier weitere Rettungswagen für die Wiener Rettung ab, die insbesondere die Donauinsel sowie die Bezirke 2, 20, 21 und 22 versorgen.
Der derzeitige Präsident des ASBÖ ist der ehemalige Generalinspektor der Wiener Sicherheitswache, Franz Schnabl.
Im Sommer 1881 lernte der deutsche Chirurg Prof. Friedrich von Esmarch (1823 - 1908) in London diese Organisation kennen und gründete nach seiner Rückkehr nach Deutschland eine "Samariter-Schule". Zahlreiche Lehrschriften des "Deutschen-Samariter-Bundes" entstanden. Sie richteten sich jedoch in erster Linie an leitende Beamte des Gesundheitswesens und waren für die breite Masse der Arbeiter unerschwinglich.
1888 ergriffen sechs Berliner Zimmerleute die Initiative und setzten gegen viele Widerstände den ersten "Lehrkursus über die Erste Hilfe bei Unglücksfällen" durch. Die Berliner Zimmerleute waren nicht nur die Gründerväter des heutigen ASB; durch ihre Initiative haben sie auch der Notfallrettung in Deutschland wesentliche Impulse gegeben. Bald wurden diese Schulungen zu einer regelmäßigen Einrichtung des Vereines, der 1895 seinen Namen in "Samariterkursus für Arbeiter und Arbeiterinnen" änderte und ab 1896 als "Arbeiter-Samariter" in der Öffentlichkeit auftrat.
Nach der Machtübernahme durch Hitler wurde der ASB unter nationalsozialistische Leitung gestellt. Da die Mitglieder jedoch nicht bereit waren, sich gleichschalten zu lassen, traten viele aus dem Bund aus, was am 1. August 1933 zu dessen Verbot führte.
In Ostdeutschland wurde die Wiedergründung nach 1945 durch die Sowjets unterdrückt. In Westdeutschland hingegen fand im April 1952 die Neugründung statt. Der Sitz mit neuem Bundeshaus wurde Köln.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands (1990) entstand der ASB in den neuen Bundesländern neu.
Wie beim deutschen Pendant stand die Ausbildung in Erster Hilfe im Vordergrund, dazu kamen aber auch die Versorgung von Verletzten bei Demonstrationen und beim Bürgerkrieg 1934.
ASB_Wasserrettung_Geschichtsbild.jpg Gemeinsam mit anderen sozialdemokratischen Organisationen wurde der ASBÖ 1934 von Kanzler Dollfuß verboten und dessen Eigentum enteignet.
Nach Ende des zweiten Weltkrieges wurde, insbesondere in der Amerikanischen Besatzungszone, ein großer Teil dieses ehemaligen Besitzes endgültig dem Roten Kreuz einverleibt, sodass der Samariterbund sich völlig von Neuem konstituieren musste, ohne auf bestehende Einrichtungen zurückgreifen zu können. Dennoch kam es bereits 1946 zu Kontakten zwischen österreichischen und Schweizer Samaritern, die 1947 zur Wiedergründung des ASBÖ und im Jahr darauf zur Entstehung der ersten Gruppe nach dem Krieg, Wien-Leopoldstadt, führten, der rasch viele weitere folgten.
Heute versteht sich der Samariterbund als parteiunabhängige Organisation, was sich insbesondere auch darin widerspiegelt, dass - unter formaler Aufrechterhaltung des Namens "Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs" - auf Uniformen und Fahrzeugen die Bezeichnungen "Samariterbund Österreich" bzw. "Die Samariter" vorherrschen.
Die ehemals deutschen ASB-Kolonnen im Elsass, die nun zu Frankreich gehörten, gründeten 1921 die "Federation des Sociétés Samaritaines Ouvriers de France". 1964 schlossen sich die Samariter der seit 1892 bestehenden Organisation der französischen Samariter vom Weißen Kreuz ("Secouristes Francais - Croix Blanche") an.
Der 1923 zunächst als Anhang der französischen Samariter gegründete Schweizer Samariterbund verbreitete sich ab 1926 über die gesamte Schweiz.
Der Kongress der "Luzerner Sportinternationale" beschloss im September 1927, in allen Ländern eigene Sanitätsorganisationen nach dem Beispiel des deutschen ASB zu gründen. Am 10. November 1929 fand in Prag die erste Konferenz des ASB der Tschechoslowakei statt. 1931 wurde in Stockholm der ASB-Schweden gegründet und 1932 in Oslo der ASB Norwegen.
Weitere Samariter-Organisationen existieren in Gambia, Italien, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Russland, Slowenien, Südafrika, Tschechien, Ukraine und in Ungarn.
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