Die Arbeit als sozialwissenschaftlich-philosophische Kategorie erfasst alle Prozesse der bewussten schöpferischen Auseinandersetzung des Menschen mit der Natur und der Gesellschaft. Sinngeber dieser Prozesse sind die arbeitenden Menschen mit ihren individuellen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Anschauungen im Rahmen der aktuellen Naturgegebenheiten und gesellschaftlichen Arbeitsbedingungen.
Zweck und Ziel der Arbeit
Menschen suchen mittels Arbeit unterschiedliche, auch
divergierende Ziele zu erreichen. Auf der Abstraktionsebene der
"Kategorie Arbeit" wird deutlich, dass der Mensch in allen
Gesellschaftssystemen - unter
Aufhebung systemimmanenter
Widersprüche - stets folgende übergeordnete Ziele verfolgt:
Arbeit als Gegenstand philosophischer Theorien
Wer sich mit dem Begriff
"Arbeit" vom philosophischen Standpunkt aus beschäftigt, stößt auf ein
Dilemma: Obwohl die
"Arbeit" in ihrer Formenvielfalt eine
Konstante des menschlichen
Daseins ist, gibt es nur wenig namhafte Philosophen, die sie aus der
Ökonomie,
Ethik oder
Theologie herausgehoben haben.
Platon sah für seine
"bewusste schöpferische Auseinandersetzung mit der Natur und der Gesellschaft" die
Muße als Grundbedingung. Diese Auffassung ist heute noch unter dem Aspekt nachvollziehbar, dass unter
Zwang die hinreichende Kreativität und der Bedürfnisbezug der Arbeit verloren gehen. Von der
Antike bis ins
Mittelalter galt: Nur wer sich alltäglichen Mühen und Arbeitszwängen entzieht, hat Zeit, seinen Bedürfnissen zu frönen, und den Kopf frei für neue
Erkenntnisse und kreatives Handeln.
Aristoteles kommt mit einer Kategorie im Sinne von "Tun/Bewirken" der "Arbeit" recht nah, wobei sich diese Kategorie aber auf die Natur insgesamt bezieht. Überwiegend wird "menschliche Arbeit" jedoch im Zusammenhang mit oder sogar als Synonym für "Tätigkeit" bzw. "Tat", "Produktion", "nützliche Arbeit", "Beruf", "Erwerbstätigkeit", "Dienst für die Gemeinschaft" usw. partiell abgehandelt (vgl. Arbeitssoziologie). Im Mittelalter wurde die Philosophie der Arbeit meist als theologische Debatte geführt (vgl. Benedikt von Nursia).
Deutsche Philosophen des 18. und 19. Jahrhunderts definierten die Arbeit moralphilosophisch und erklärten sie zur sittlichen Pflicht und Existenzbedingung des menschlichen Daseins (vgl. Immanuel Kant, Johann Gottfried Herder, Georg Wilhelm Friedrich Hegel oder Johann Gottlieb Fichte). Gleichzeitig kamen zunehmend ökonomische und sozialwissenschaftliche Zusammenhänge ins Blickfeld (vgl. David Hume, Adam Smith, David Ricardo).
Friedrich Engels und Karl Marx stützten ihre Gesellschaftsanalyse und Kritik der politischen Ökonomie mit einer entwickelten Arbeitsphilosophie ab. In Auseinandersetzung damit sind im 19. und 20. Jahrhundert zahlreiche Philosopheme zur "Arbeit" entwickelt worden (vgl. Hannah Arendt, Ernst Bloch, Max Weber).
Heute sehen Systemtheoretiker "menschliche Arbeit" unter dem - einer philosophischen Kategorie - adäquaten Aspekt, nämlich als abstrakten Begriff für die von Menschen bewusst getragenen Interaktionen und Prozesse in sozialen Systemen, welcher Art auch immer diese Arbeitssysteme sein mögen.
Historischer Aspekt der Arbeit
Menschen setzen die
Produktivkräfte ihrer Gesellschaftssysteme in
"Arbeitsprozessen" frei. Sie gestalten diese Prozesse
arbeitsteilig nach den
Regeln und
Gesetzen der Systeme, in denen sie jeweils leben und zusammen arbeiten. Dabei bewegen sie sich in
Strukturen, in denen sie die Aneignung und Nutzung der Arbeits-
Ressourcen und die Verteilung der Arbeits-Resultate - je nach Kultur-
Epoche oder
Staatsform - geordnet haben. Diese Strukturen überformen Zweck und Ziel der
"Arbeit" ökonomisch,
ethisch und politisch. Die Arbeit erfährt dadurch eine
historische Ausprägung.
Durch die Arbeit und die daraus entstandenen kulturellen und technischen Entwicklungen ist es den Menschen bisher nicht nur gelungen sich in der Natur zu behaupten, sondern die Produktivkräfte durch überschießendes Wachstum dermaßen zu stärken, dass daraus ernste Gefahr für den weiteren Bestand der Menschheit droht. Dieser historische Aspekt der Arbeit rückt seit Mitte des 20. Jahrhunderts nach und nach in das Bewusstsein jener Menschen, die Arbeit nicht nur als Tätigkeit oder Produktionsfaktor begreifen.
Eine besondere historische Dimension erhält die Arbeit durch den Entwicklungsstand der Technik. Der Mensch setzt in Arbeitsprozessen - je nach Können und Vermögen - außer seiner Arbeitskraft die leistungsstärksten, neuesten Arbeitsmittel ein, um die Qualität und Produktivität seiner Arbeit sicherzustellen oder zu steigern. Je technisierter und vernetzter die Arbeitsmittel jedoch sind, umso weniger menschliche Arbeitskraft wird in den Arbeitsprozessen anteilig benötigt. Daraus erwachsen Situationen, in denen Menschen in Arbeitssystemen freigesetzt werden oder möglicherweise von der Teilnahme an bestimmten Arbeitsprozessen sozial ausgegrenzt sind. Soweit es sich dabei um Erwerbsarbeit handelt, wird das unter dem Begriff "Arbeitslosigkeit" subsumiert. Oft liegen Freisetzungsgründe ursächlich im Verhalten oder Können betroffener Personen. Durch individuelle Anstrengungen (Arbeit) können Betroffene solche Freisetzungen bzw. Ausgrenzungen überwinden oder umgehen, wenn sie in bestimmten Arbeitssystemen, z.B. in Betrieben, Vereinen, Familien, Parteien, Glaubensgemeinschaften, etc., mitwirken wollen. Objektiv gesehen sind bewusst handelnde Menschen im Sinne der "Kategorie Arbeit" auch in Lebenssituationen der "Arbeitslosigkeit" nicht arbeitslos.
Unter marktwirtschaftlichen Bedingungen kann es jedoch auch strukturelle Gründe für "Arbeitslosigkeit" geben, z.B. in Folge zunehmender Automatisierung und Produktivitätssteigerungen. Die Entwicklung oder Instandhaltung komplexer technischer Systeme bietet zwar gut ausgebildeten, qualifizierten Arbeitskräften ggf. neue Arbeitsperspektiven. Diese reichen aber zur Kompensation der entfallenen Erwerbsarbeit nicht aus. In höherentwickelten Industriestaaten hat die Produktivität Ende des 20. Jahrhunderts einen Stand erreicht, der es erlaubt mehr als ein Drittel der Staatsbevölkerung sozial von der Erwerbsarbeit auszugrenzen. Die Beseitigung dieses Zustands wird als eine der Hauptaufgaben verantwortungsvoller Staatsführungen angesehen.
In unserer Gesellschaft stehen noch viele offene Aufgaben im sozialen und kulturellen Bereich deutlich wahrnehmbar zur Bearbeitung an. Durch die Entwicklung neuer und verbesserter Finanzierungsmodelle könnte hier auf sozialstaatlicher Grundlage vermehrt Erwerbsarbeit generiert werden, die den Beschäftigten nicht nur soziale Anerkennung, sondern auch ein leistungsförderndes, sozial ausgewogenes Arbeitseinkommen bietet.
Im Industriezeitalter haben die Menschen Organisationsformen entwickelt, um die Aneignung und Nutzung der Arbeits-Ressourcen und die Verteilung der Arbeits-Resultate durch institutionalisierte Arbeitskämpfe sozial gerechter und volkswirtschaftlich effektiver zu gestalten. Aus der Geschichte der Arbeitskämpfe kann abgeleitet werden, dass die Einführung neuer Arbeitszeitmodelle zur Reduzierung und gleichzeitigen Flexibilisierung der Arbeitszeit probate Wege zur mittelfristigen Umverteilung der Erwerbsarbeit und Überwindung der Massen-Arbeitslosigkeit sind. Außerdem gilt es noch brachliegende oder neue Felder der Erwerbsarbeit für die Gesellschaft zu erschließen, z.B. im Erziehungs- und Bildungswesen, in Wissenschaft und Forschung, in der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft, bei der Entwicklung und weltweiten Einführung umweltschonender Technologien. Denkbar wären aber auch verstärkte Bemühungen zur Eroberung des Weltraums, um ggf. extraterrestrische Ressourcen zu erkunden und zu nutzen.
Trotz alle dem gilt auch für die "Kategorie Arbeit" das, was z. B. Karl Popper in "Die Offene Gesellschaft und ihre Feinde" intendierte, als er sich für die Demokratie einsetzte: Der aus freiem Willen selbstbestimmt und eigenverantwortlich handelnde Mensch ist eine allgemeingültige Grundbedingung für die "bewusste schöpferische Auseinandersetzung mit der Natur und der Gesellschaft". Sklaven, Zwangsarbeiter oder im Kadavergehorsam verhaftete Soldaten nehmen im Rahmen eng gesetzter Aufträge bzw. Befehle die Rolle fremdbestimmter "Arbeitsmittel" bzw. "Waffen" ein, die ihren Macht- bzw. Befehlshabern mit Körperkraft und Intelligenz nützliche Dienste erweisen. Gemäß der "Kategorie Arbeit" sahen die Römer in ihren Sklaven keine Menschen, sondern sprechende Werkzeuge.
Arbeits-Aspekte und -Begriffe, die Karl Marx in die Philosophie einführte.
Karl Marx und Friedrich Engels analysierten die Arbeit unter philosophischen, entwicklungsgeschichtlichen, ökonomischen und sozialen Aspekten. Eine ausführliche Darstellung des Arbeitsprozesses findet sich in
Das Kapital Band I; Fünftes Kapitel; Arbeitsprozess und Verwertungsprozess. Unter 1. Arbeitsprozess heißt es da einleitend:
- "Die Arbeit ist zunächst ein Prozeß zwischen Mensch und Natur, ein Prozeß, worin der Mensch seinen Stoffwechsel mit der Natur durch seine eigne Tat vermittelt, regelt und kontrolliert. Er tritt dem Naturstoff selbst als Naturmacht gegenüber. Die seiner Leiblichkeit angehörigen Naturkräfte, Arme und Beine, Kopf und Hand, setzt er in Bewegung, um sich den Naturstoff in einer für sein eignes Leben brauchbaren Form anzueignen. Indem er durch diese Bewegung auf die Natur außer ihm wirkt und sie verändert, verändert er zugleich seine eigne Natur. Er entwickelt die in ihr schlummernden Potenzen und unterwirft das Spiel ihrer Kräfte seiner eignen Botmäßigkeit."
Die Marx'sche Definition der "Kategorie Arbeit" als Stoffwechselprozess des Menschen mit der Natur ist unvollständig, was zu Unschärfen und Widersprüchen in seiner Analyse des gesellschaftlichen Produktionsprozesses führte. Marx unterscheidet zwischen produktiver Arbeit der "unmittelbaren Produzenten" einerseits, und nützlicher Arbeit andererseits. Er verkennt dabei den übergeordneten Systemzusammenhang, nach dem für den arbeitenden Menschen Natur und Gesellschaft eine Einheit bilden. Richtig ist, dass der Mensch nicht nur im Stoffwechselprozess mit der Natur und mit den daraus gewonnenen materiellen Gütern produktiv arbeitet, sondern die schöpferische Auseinandersetzung auf intellektueller und gesellschaftlicher Ebene ebenso produktiv ist und produktivitätssteigernd wirkt.
Einige Arbeits-Aspekte und -Begriffe, die Karl Marx in den Schriften zur Kritik der politischen Ökonomie und in seinem Hauptwerk Das Kapital näher beschrieben hat, sind ebenfalls von allgemeinerer Bedeutung und bis heute Gegenstand philosophischer, sozialwissenschaftlicher und politischer Diskurse.
Konkrete Arbeit
Arbeitende Menschen führen immer
konkrete Tätigkeiten aus und leisten damit i.d.R.
zweckmäßige, zielgerichte
"konkrete Arbeit" (Karl Marx nennt es
"konkrete nützliche Arbeit"). Entsprechend den Fähigkeiten,
Fertigkeiten und Bedürfnissen der einzelnen Menschen und ihrer individuellen Lebenssituationen ist
"konkrete Arbeit" nach
Form und
Inhalt unendlich vielfältig. Auch unter dem Aspekt der individuellen Zweckmäßigkeit und Zielsetzung bestimmt der arbeitende Mensch, welche
"konkrete Arbeit" durch ihn zu leisten ist.
"Konkrete Arbeit" erfordert vom arbeitenden Menschen den Einsatz seiner Arbeitskraft, das heißt immer ein gewisses Quantum an
"lebendiger Arbeit", sowie die Bereitstellung und Nutzung
"vergegenständlichter Arbeit" in Form notwendiger
Arbeitsmittel. Durch den Gebrauch und die Verarbeitung der Arbeitsmittel entstehen ihm dabei in der
warenproduzierenden Gesellschaft
Kosten. Dafür gehören ihm die Ergebnisse seiner
"konkreten Arbeit". Als
Eigentümer des Arbeitsergebnisses verfügt er - je nach Grad der Zielerreichung - über einen
Gebrauchswert, der sich individuell aus seiner persönlichen Bedürfnislage und ideellen
Wertschätzung ergibt, unabhängig vom
Aufwand oder irgendwelchen anlegbaren
Marktpreisen. Über die
"konkrete Arbeit" schreibt Karl Marx (siehe
Das Kapital, Band I, 1. Kapitel):
- "Als Bildnerin von Gebrauchswerten, als nützliche Arbeit, ist die Arbeit daher eine von allen Gesellschaftsformen unabhängige Existenzbedingung des Menschen, ewige Naturnotwendigkeit, um den Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur, also das menschliche Leben zu vermitteln."
Abstrakte Arbeit
Der von Karl Marx postulierte
"Doppelcharakter der in den Waren dargestellten Arbeit" beruht auf der Tatsache, dass der mittels
"konkreter Arbeit" geschaffene Gebrauchswert einer Ware zwar die Grundvoraussetzung zu deren Vermarktung überhaupt ist, damit aber noch keine Aussage über die Höhe des
Tauschwerts vorliegt. Der
materialistischen Weltsicht zufolge entspringt jedoch auch der Tauschwert einer Ware primär der dafür aufgewendeten Arbeit. Deshalb führte Karl Marx den Begriff der
"abstrakten Arbeit" ein. Zum Doppelcharakter der Arbeit schreibt er (siehe Das Kapital, Band I, 1. Kapitel):
- "Alle Arbeit ist einerseits Verausgabung menschlicher Arbeitskraft im physiologischen Sinn, und in dieser Eigenschaft gleicher menschlicher oder abstrakt menschlicher Arbeit bildet sie den Warenwert."
- "Alle Arbeit ist andererseits Verausgabung menschlicher Arbeitskraft in besonderer zweckbestimmter Form, und in dieser Eigenschaft konkreter nützlicher Arbeit produziert sie Gebrauchswerte."
Ausgehend von der
"abstrakten Arbeit", die selbst den Charakter des Tauschwertes in sich trägt, entwickelte Karl Marx die
Arbeitswerttheorie, die in der Volkswirtschaftlehre heute als weitgehend widerlegt gilt. Allerdings spielt die
"abstrakte Arbeit" bei der
Arbeitswertbestimmung im Rahmen von
Lohn- und Gehaltstarifen auch jetzt noch eine grundlegende Rolle.
Entfremdete Arbeit
Karl Marx analysierte in seiner
"Kritik der politischen Ökonomie", dass unter
kapitalistischen Produktionsverhältnissen die
doppeltfreien Lohnarbeiter gezwungen sind, ihre Arbeitskraft an die Eigentümer der
Produktionsmittel zu verkaufen. Damit nimmt die Arbeitskraft Warencharakter an. Der Preis der Arbeitskraft bzw.
Lohn stellt sich unter Marktbedingungen entsprechend
Angebot und Nachfrage ein.
"Konkrete Arbeit", die der Lohnarbeiter leistet, wird dadurch zu
"entfemdeter Arbeit". Für einen lohnabhängigen Menschen ist der Zweck und das primäre Ziel seiner
"entfremdeten Arbeit" der Arbeitslohn, also
Geld. Lohnarbeiter interessiert daher die
Werthaltigkeit der Arbeitsergebnisse, die sich in der Qualität, in den Kosten und in den Preisen der hergestellten
Waren und
Dienstleistungen manifestiert, eigentlich nur unter Aspekten der Lohnsicherheit und Arbeitsplatzerhaltung. Eine durchaus vergleichbare Interessenlage findet sich auf Seiten der
angestellten Manager, die mit hohen
Einkommen nichts anderes als
"entfremdete (geistige) Arbeit" leisten und i.d.R. nur bereit sind
Verantwortung für die ökonomischen,
ökologischen und sozialen Folgen ihrer Entscheidungen zu übernehmen, wenn sie der ordnungspolitische Rahmen staatlicher Gesetze mit entsprechenden
Strafverfolgungsmaßnahmen dazu zwingt.
Arbeit als Menschenrecht
Die fortschreitende
Automatisierung der Arbeitsprozesse führt in den hochentwickelten Industriestaaten zu einem anhaltenden Verfall der Arbeitskraft-Nachfrage. In der
Tendenz bewirken die
Marktgesetze, dass durch Automatisierung die Quantität der
"entfremdeten Arbeit" abnimmt, die Arbeitslosigkeit steigt und die
Reallöhne auf Seiten der Arbeitnehmer sinken. Im Rahmen der
Sozialen Marktwirtschaft ist es daher eine der wichtigsten Aufgaben des Staates die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen mittels
wirtschafts-,
finanz- und
sozialpolitischer Maßnahmen so zu gestalten, dass daraus keine gesellschaftsgefährdenden Strukturkrisen auf dem
Arbeitsmarkt entstehen.
In der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" ist das Recht auf Arbeit im Artikel 23 erklärt. 1
- (1) Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.
- (2) Jeder, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.
- (3) Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmaßnahmen.
- (4) Jeder hat das Recht, zum Schutze seiner Interessen Gewerkschaften zu bilden und solchen beizutreten.
In der sächsischen Verfassung ist das Recht auf Arbeit im Artikel 7 Menschenwürdiges Dasein als Staatsziel ebenfalls verankert.
2
- (1) Das Land erkennt das Recht eines jeden Menschen auf ein menschenwürdiges Dasein, insbesondere auf Arbeit, auf angemessenen Wohnraum, auf angemessenen Lebensunterhalt, auf soziale Sicherung und auf Bildung, als Staatsziel an.
- (2) Das Land bekennt sich zur Verpflichtung der Gemeinschaft, alte und behinderte Menschen zu unterstützen und auf die Gleichwertigkeit ihrer Lebensbedingungen hinzuwirken.
Das Recht auf Arbeit beinhaltet nicht das
Recht auf einen Arbeitsplatz.
Siehe auch
Literatur
- Günther Anders: Die Antiquiertheit des Menschen: Über die Zerstörung des Lebens im Zeitalter der dritten industriellen Revolution., Verlag C.H. Beck 1980, ISBN 3406476457
- Heinz-J. Bontrup: Arbeit, Kapital und Staat. - Plädoyer für eine demokratische Wirtschaft. PapyRossa-Verlag Köln. Zweite Auflage 2005. ISBN 3-89438-326-7
- Manfred Brocker: Arbeit und Eigentum. Der Paradigmawechsel in der neuzeitlichen Eigentumstheorie. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1992.
- Arne Eggebrecht, Jens Flemming, Gert Meyer, Achatz v. Müller, Alfred Oppolzer, Akos Paulinyi, Helmuth Schneider: Geschichte der Arbeit. Vom Alten Ägypten bis zur Gegenwart. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1980, ISBN 3462013823.
- Friedrich Engels: Die Lage der arbeitenden Klasse in England. Nach eigener Anschauung und authentischen Quellen., Dietz-Verlag, Stuttgart 1892 (Neu herausgegeben von Walter Kumpmann bei DTV, München 1987, ISBN 3423060123)
- Wulf D. Hund: Stichwort Arbeit: Vom Banausentum zum travail attractif. Distel Verlag, Heilbronn 1990, ISBN 3-923208-21-9
- Ernst Lohoff, Norbert Trenkle, Karl-Heinz Lewed, Maria Wölflingseder (Hg.): Dead Men Working. Gebrauchsanweisungen zur Arbeits- und Sozialkritik in Zeiten kapitalistischen Amoklaufs. 2004. ISBN 3-89771-427-2
- Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie.
- Band I: Der Produktionsprocess des Kapitals., Verlag von Otto Meissner, Hamburg 1867
- Band II: Der Cirkulationsprocess des Kapitals. (Herausgegeben von Friedrich Engels), Verlag von Otto Meissner, Hamburg 1885
- Band III: Der Gesammtprocess der kapitalistischen Produktion, Kapitel I bis XXVIII. (Herausgegeben von Friedrich Engels), Verlag von Otto Meissner, Hamburg 1894
- Karl Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde.
- Band I: Der Zauber Platons., Francke Verlag, Bern 1957
- Band II: Falsche Propheten - Hegel, Marx und die Folgen., Francke Verlag, Bern 1958
- Jörg Reitzig: Gesellschaftsvertrag, Gerechtigkeit, Arbeit, Münster 2005: Verlag Westfälisches Dampfboot, ISBN 3-89691-611-4
- Holger Schatz: Arbeit als Herrschaft. Die Krise des Leistungsprinzips und seine neoliberale Rekonstruktion., 2004, ISBN 3-89771-429-9
- Eberhard Straub: Vom Nichtstun. Leben in einer Welt ohne Arbeit. Berlin 2004, wjs-Verlag, ISBN 3-937989-02-1
- Hans Uske: Das Fest der Faulenzer. Die öffentliche Entsorgung der Arbeitslosigkeit., Duisburg, ISBN 3-927388-47-5
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