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Als Arabische Revolte bezeichnet man den von von 1916 bis 1918 mit Unterstützung der Westmächte geführten Aufstand in den arabischen Gebieten des osmanischen Reiches gegen die türkische Herrschaft. Er ist nicht zu verwechseln mit der als "(Großer) Arabischer Aufstand" bezeichneten Auseinandersetzung von 1936-1939.

Vorgeschichte


Die türkische Vorherrschaft wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus verschiedenen Gründen abgelehnt:
  • in kultureller Hinsicht: inspiriert vor allem von den europäischen Nationalbewegungen des 19. Jahrhunderts hatte sich ein arabisches Nationalverständnis entwickelt. Ein wichtiger Bestandteil darin war der Bezug auf die Zeit der islamischen Expansion, die ihren Ausgang in dem Gebiet nahm, das als arabisches Kerngebiet betrachtet wurde und in dem die meisten der heiligen Stätten des Islam liegen: der arabischen Halbinsel sowie dem umgebenden Gebiet des "fruchtbaren Halbmonds", das sich von Mesopotamien über Syrien bis Palästina erstreckt .
  • in wirtschaftlicher Hinsicht: die Mischung aus zentraler Kontrolle und korrupter bzw. unfähiger lokaler Verwaltung hatten über die Jahre zu einem gewaltigen Entwicklungsrückstand gegenüber dem Westen geführt. Mit Hilfe von Einnahmen aus dem beginnenden Erdölhandel hoffte man, diesen Rückstand aufholen zu können.
  • in politischer Hinsicht: die Bewegung der Jungtürken wird in den arabischen Gebieten mit Argwohn verfolgt, es ergeben sich nationalistisch geprägte Spannungen.
Der Erste Weltkrieg bot nun eine willkommene Gelegenheit, das Ziel der arabischen Unabhängigkeit umzusetzen.

Das Osmanische Reich hatte sich vor dem Krieg dem als bedrohlich empfundenen Einfluss der Westmächte durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Deutschen Reich zu entziehen versucht und war auf Seiten der Mittelmächte in den Krieg eingetreten. Somit lag es nun im Interesse der Entente, die arabischen Ambitionen zu unterstützen. Sie setzten dabei auf den damaligen Scherifen von Mekka, Hussein ibn Ali, dem sie in der Hussein-McMahon-Korrespondenz (1915-1916) eine weitgehende Unterstützung dessen Ziels der Errichtung einer arabischen Monarchie zusagten. Gleichzeitig hatten jedoch Frankreich und Großbritannien in dem geheimgehaltenen Sykes-Picot-Abkommen (1916) eine Aufteilung des Nahen Ostens nach dem Sieg über die Türken beschlossen.

Verlauf


Die arabischen Kräfte wurden von Husseins Söhnen Abdullah (später Emir und König von Jordanien) und Faisal (später König von Syrien bzw. Irak) angeführt und von Militärberatern sowie dem überwiegend aus Kolonialtruppen zusammengesetzten britischen Expeditionskorps in Ägypten unter dem Kommando von Archibald Murray (ab 1917 Edmund Allenby) unterstützt.

Arabische Truppen vertreiben die Türken von der arabischen Halbinsel und führen Anschläge gegen die ab 1900 mit deutscher Hilfe gebaute Hedschasbahn durch.

Der britische Feldzug beginnt mit einer Kampagne gegen den Sinai und richtete sich danach gegen Palästina (Eroberung Jerusalems im Dezember 1917) und Syrien (Eroberung von Damaskus im Oktober 1918).

Ergebnis


Hussein scheiterte mit seinem Ziel, eine den gesamten arabischen Raum umfassende haschemitische Dynastie zu errichten. Zwar ließ sich Faisal in Syrien zum König krönen und Abdullah wurde Emir von Jordanien, auf der arabischen Halbinsel errang jedoch die rivalisierende Familie Saud die Vorherrschaft und errichtete eine Dynastie.

Auch waren Großbritannien und Frankreich nicht gewillt, ihre Vormacht im Nahen Osten zugunsten neugebildeter arabischer Monarchien aufzugeben. Durch Mandate des neugebildeten Völkerbunds konnten sie ihren Einfluss legitimisieren und absichern.

Weiterhin kristallisierte sich der Panarabismus als politische Bewegung heraus, die sich nach dem Krieg gegen die von den Westmächten installierten Monarchien und die jüdische Siedlungsbewegung in Palästina richtete. Noch während des Krieges hatte der britische Außenminister Balfour jüdischen Vertretern die Unterstützung der britischen Regierung für deren Ziel der Errichtung einer "nationalen Heimstätte für das jüdische Volk" in Palästina zugesagt (Balfour-Deklaration 1917). Die arabische Revolte seht somit ebenfalls am Ausgangspunkt des Nahostkonflikts.

Siehe auch


Erster Weltkrieg | Naher Osten | Aufstand

Arab Revolt | Rebelión Árabe | Arabiar Iraultza | Révolte arabe | Rivolta Araba | Arabische opstand

 

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