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Arabisch-Israelischer Krieg von 1948 ist eine Bezeichnung für den ersten Palästinakrieg, der auch „Israelischer Unabhängigkeitskrieg” genannt wird.

Der Krieg von 1948


In diesem Krieg wurde das gerade erst gegründete Israel von den Staaten Ägypten, Syrien, Libanon, Transjordanien, Saudi-Arabien und Irak angegriffen, die den UN-Teilungsplan für Palästina nicht akzeptierten und versuchten, die Proklamation des neuen Staates rückgängig zu machen.

Der Einmarsch der arabischen Armeen erfolgte noch in der Nacht der Staatsgründung am 14. Mai 1948. Wichtige strategische Vorteile für Israel brachten in diesem Kontext die Gründung der „Israelischen Verteidigungsarmee” Zahal am 31. Mai, durch die alle militärischen Aktivitäten von einem zentralen Kommando koordiniert werden konnten, sowie Waffenlieferungen und Finanzhilfen von außen. Schon im Juli 1948 konnte Israel eine Gegenoffensive starten.

Nach dem Ende der Kampfhandlungen im Januar 1949 hatte Israel nicht nur das nach dem UN-Teilungsplan vorgesehene Gebiet gehalten, sondern sogar noch Geländegewinne erzielt, vor allem im nördlichen Negev und rund um Akkon in Galiläa. Mit den meisten arabischen Staaten wurden Waffenstillstandsabkommen geschlossen (siehe auch: Waffenstillstandsabkommen von 1949). Ein Staat „Palästina” wurde allerdings auch auf den verbleibenden Flächen im Westjordanland und dem Gazastreifen nicht gegründet, weil die arabischen Staaten weiterhin den UN-Teilungsplan ablehnten und hofften, die Existenz Israels sei nicht von Dauer. Die Gebiete wurden durch Jordanien bzw. Ägypten besetzt: Das vormalige Transjordanien besetzte und annektierte Westjordanien (Cisjordanien) und nannte sich nun Jordanien. Diese Annexion wurde aber nie international anerkannt. Der Gazastreifen kam unter ägyptische Besatzung, wurde aber - anders als das Westjordanland - nicht annektiert.

In der arabischen Welt werden der erste arabisch-israelische Krieg und seine Folgen heute als nakba („Katastrophe”) bezeichnet. Ungefähr 720.000 Araber flohen. Die von Israel bis heute erhobene Behauptung die Araber seinen z.T. geflohen weil sie von ihren Führern mit Radiomeldungen dazu aufgefordert worden seien ist durch Untersuchungen der britischen Überwachungsmitschnitte des Radio und Funkverkehrs durch Erskine Hamilton Childers bereits als falsch nachgewiesen worden. Hamilton Childers, The Other Exodus, The Spectator (May 12, 1961) Es kam neben gezielten Vertreibungen durch die israelische Armee auch zu Terroranschlägen durch die Irgun unter Menachem Begin und die Lechi unter Jitzhak Schamir unter Duldung durch die Haganah. Parallel zu den Terroranschlägen und Massakern Al-Sheikh, 15.02.1948 Sa´Sa, 09.04.1948 Deir Jassin, 13.-14.04.1948 Naser Al-Din, 14.05.1948 Abu Schuscha, 21.05.1948 Beit Daras, 23.05.1948 Tantura, 11.07.1948 Dahmash-Moschee, 29.10.1948 Dawayma, u.a. drängten israelische Politiker die Araber allerdings zum Bleiben und versicherten ihnen, sie würden nicht behelligt werden.

Die mangelnde Integration der Flüchtlinge in den arabischen Staaten liefert noch heute teilweise willkommenes Konfliktpotential. In Folge des Krieges kam es im Jemen, Ägypten, Marokko, Libanon, Syrien und im Irak zu antijüdischen Aufständen und Vertreibungen. Ungefähr 600.000 Juden emigrierten daraufhin nach Israel.

Weitere Kriege in Israel/Palästina


Weitere arabisch-israelische Kriege waren die Suezkrise (1956), der Sechstagekrieg (1967) und der Jom-Kippur-Krieg (1973). Auch der Abnutzungskrieg (1968-1970) sowie die israelischen Interventionen im libanesischen Bürgerkrieg (1975-1990) von 1978 und 1982 (Libanonfeldzug) werden verschiedentlich als arabisch-israelische Kriege betrachtet.

Im ferneren Zusammenhang steht der zweite Golfkrieg von 1990, an dem Israel zwar nicht aktiv teilnahm, aber irakische Raketenangriffe hinnehmen musste.

Die erste Intifada (1987-1991) und die Al-Aqsa-Intifada (seit 2000) können auch als Palästinakriege bezeichnet werden, haben allerdings einen bürgerkriegsähnlichen Charakter.

Siehe auch


Literatur


  • Eugene L. Rogan, Avi Shlaim: The War for Palestine, Rewriting the History of 1948. Cambridge University Press (2001), ISBN 0-521-79476-5
  • Erskine Hamilton Childers: The Other Exodus The Spectator (May 12, 1961)

Weblinks


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