Aquileia (dt: Agley auch Aquileja, auch Aglei, slow. Oglej) ist eine Stadt in der italienischen Provinz Udine. Sie war eine große Stadt des römischen Reiches. Die Reste der römischen Festung und Stadt sind am Freigelände und in zwei Museen zu besichtigen. In der mittelalterlichen Kathedrale befindet sich das bedeutendste frühchristliche Fußbodenmosaik Italiens vom Anfang des 3. Jahrhunderts.
Die Stadt wurde im 2. Jahrhundert v. Chr. gegründet und liegt am Fluss Isonzo im heutigen Friaul (nördliches Italien). Ihre Bedeutung ergab sich aus ihrer Funktion als wichtiger Verkehrsknotenpunkt bis in die Zeit der Völkerwanderung und ins hohe Mittelalter. Nach dem Übergang über den Pass des Birnbaumer Waldes in den Julischen Alpen im heutigen Slowenien war die Stadt die erste größere Anlaufstation in Italien. Hier lag auch ein Endpunkt der Bernsteinstraße: Der römische Schriftsteller Plinius der Ältere berichtet, dass Bernstein von der Ostsee bis nach Aquileia transportiert wurde. Die Stadt lag außerdem auf dem Weg in die Provinz Noricum, die durch den Bergbau für Rom wichtig war (siehe Österreich, Erzberg, Hüttenberg).
Aufgrund ihrer zentralen Lage bildete die Stadt lange ein Bollwerk gegen die "Barbaren". Kaiser Mark Aurel hatte hier im Jahre 168 zu Beginn der Markomannenkriege ein Hauptquartier. Während dieser Kriege wurde Aquileia im Jahre 170 von den in Oberitalien eingedrungenen Markomannen und Quaden belagert. Im Jahre 452 wurde die Stadt von den Hunnen unter Attila zerstört.
Unter den Langobarden verlor es seine Rolle als politisches und militärisches Zentrum - als das Herzogtum Cividale gegründet wurde. Anstelle von Aquileia mit seiner sumpfigen und in Völkerwanderungszeiten unsicheren Lage an einem versandeten Hafen bevorzugte man das auf der nahen Laguneninsel gelegene Grado. Mit dem Aufstieg Venedigs verlor Aquileia endgültig seine Vorherrschaft.
Im Jahre 381 fand dort die Synode von Aquileia statt, die sich gegen den Arianismus richtete.
Von Aquileia aus wurde auch der Alpenraum missioniert, so kamen die ersten Christen auf Säben aus Aquileia. So wurde Kärnten südlich der Drau von der Karolingerzeit bis zur Aufhebung des Patriarchats vom Oberhirten Aquileias seelsorgerisch betreut und kirchenrechtlich verwaltet. Der Ortsname Hermagor in Kärnten geht auf den ersten Bischof Aquileias zurück.
Siehe auch: Patriarchat Aquileia
Aquileia hat heute eine Einwohnerzahl von 3456 (Stand am 31. Mai 2005).
Ort in Friaul-Julisch Venetien | Weltkulturerbe | Römische Stadt | Archäologischer Fundplatz in Italien
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