Apries (Haa-ib-Rê), der biblische Hophra (Hebräisch) war ein ägyptischer Pharao (Regierungszeit: 589 v. Chr. - 570 v. Chr.). Er war der vierte Herrscher der 26. Dynastie, der sogenannten Saïten-Dynastie.
Apries wurde nach seiner Geburt Uahi-bi-Rê (Ägyptisch, "Bleibend ist das Herz des Ra") und nach seiner Krönung Haa-ib-Rê ("Das Herz des Ra ist für immer lebendig") genannt.
Sobald Apries die Macht von seinem Vater Psammetich II. übernommen hatte, begann er eine aggressive Außenpolitik umzusetzen, die sich von der seiner Vorgänger unterschied. Dabei konzentrierte er sich hauptsächlich auf die Erweiterung des ägyptischen Herrschaftsbereichs an der nordöstlichen Landesgrenze. Um dieses Ziel zu erreichen, initiierte er mit mäßigem Erfolg Militäroperationen in Phönizien, Palästina und Zypern.
Die erste dieser Operationen war der Versuch im Jahr 588 v. Chr., die Belagerung Jerusalems durch Nebukadnezar II. zu beenden. Dieser vereitelte das Vorhaben jedoch dadurch, das er seine Truppen zunächst zurückzog und die Belagerung ein Jahr später fortsetzte. Die anschließende Eroberung durch seine Truppen führte zum Untergang des Reiches Juda und der Verschleppung einer großen Anzahl seiner Einwohner nach Babylonien. Es ist bis heute rätselhaft, welche Rolle Apries bei diesem Vorgang spielte und warum er seine Truppen zurückgezogen hatte.
Eine weitere angeblich von Apries initiierte Operation war die Belagerung von Tyrus durch die ägyptische Flotte. Der Bericht Herodots von diesem Seesieg stehen jedoch im Widerspruch zu anderen Quellen, weshalb dieser Angriff vielleicht niemals stattgefunden hat.
Im Jahr 576 v. Chr. meuterte die Garnision der Stadt Elephantine. Die Soldaten hatten die Absicht, nach Äthiopien zu ziehen, konnten jedoch in letzter Minute durch ihren Kommandanten Neshor durch geschicktes Verhandeln zu Umkehr bewegt werden.
Trotz der militärischen Fehlschläge, die Apries erlitt, hinterließ er einen Eindruck von Wohlstand bei späteren Generationen. Dies gelang ihm durch eine Vielzahl von ihm befohlener Bauten, sowie durch Schenkungen an Priester in Memphis. Beispielhaft dafür stehen die Erweiterung der Tempel der Saïten in Memphis, sowie die Schenkung von Ländereien, Dienern und Vieh aus dem Vermächtnis seines Vaters Psammetich II. an die Priester des dortigen Tempels der Gottheit Ptah.
Im den letzten Jahr seiner Herrschaft sah sich Apries mit einem Aufstand der gesamten ägyptischen Armee mit Ausnahme der griechischen Söldner konfrontiert, den er durch die strategische Fehlentscheidung, 571 v. Chr. einen Feldzug gegen den griechischen Stadtstaat Kyrene zu unternehmen, selbst verursacht hatte.
Der Kriegszug nach Kyrene endet mit einer schweren Niederlage der ägyptischen Truppen. Die Überlebenden verdächtigten Apries daraufhin, sie verraten zu haben. Der König veranlasste den Feldherrn Amasis der Revolte, die eine offenen Ausbruch der Feinseligkeiten in den ägyptischen Truppen (griechische Söldner gegen einheimische Soldaten (griech. Machimoi)) bedeutete, ein Ende zu machen.
Da die Rebellen jedoch einheimische Soldaten und somit den größeren Teil des ägyptischen Heeres darstellten, lief Amasis zu ihnen über und ließ sich selbst zum Pharao ausrufen. Lediglich die griechischen Söldner standen weiterhin unter dem Befehl von Apries. (In Anbetracht des Feldzuges nach Kyrene war das sehr erstaunlich.) In der Schlacht bei Momemphis wurde Apries' Söldnerarmee geschlagen. Apries blieb mangels weiterer Soldaten keine andere Möglichkeit, als aus dem Nildelta 569 v. Chr. zu fliehen.
567 v. Chr. zog Apries mit einer erneuerten Armee aus Oberägypten in Richtung Nildelta um Amasis zu besiegen und den ägyptischen Thron zurückzuerobern. Apries erlitt jedoch eine Niederlage und wurde von Amasis gefangengenommen. Dieser lieferte ihn jedoch später dem allgemeinen Volkszorn aus, wobei Apries durch Erdrosseln getötet wurde. Trotzdem wurde Apries mit allen Ehren in der Hauptstadt Saïs beigesetzt.