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Als Apraxie (gr. άπραξία "Untätigkeit") bezeichnet man eine Störung der Ausführung willkürlicher, zielgerichteter und geordneter Bewegungen bei intakter motorischer Funktion. Es liegt weder eine Lähmung noch eine Ataxie vor. Unwillkürliche Bewegungen können koordiniert ausgeführt werden. Betroffen ist die Mimik (Apraxie des Gesichts), die Sprache (Apraxie der Sprechwerkzeuge) und/oder die Gestik bzw. der Gebrauch von Werkzeugen (Extremitäten-Apraxie).

Ursachen für dieser Störung sind Hirnschädigungen meist der sprachdominanten Großhirnhälfte (bei fast allen Menschen der linken Hirnhälfte-95%aller Rechtshänder und 70% aller Linshänder). Häufigste Ursache ist ein Schlaganfall, andere wichtige Ursachen können sein: Hirntumor, Demenz, Multiple Sklerose, Enzephalitis, Alkoholismus u.a..

Formen der Apraxie


Die Unterscheidung der verschiedenen Apraxie-Formen ist umstritten.

  • Ideatorische Apraxie
Hier wird ein gestörtes Handlungskonzept angenommen, das es verunmöglicht Einzelbewegungen zu einer Handlung zusammenzusetzen. Beispielsweise ist der Betroffene trotz völlig intakter Muskulatur und Bewegungskoordination nicht in der Lage, einen Schlüssel aus der Tasche zu ziehen und ins Schlüsselloch zu stecken. Er versucht beispielsweise zuerst irgendetwas ins Schlüsselloch zu stecken, sucht dann den Schlüssel, findet aber die Tasche nicht usw.. Patienten mit dieser Störung sind oft auch nicht in der Lage, sich korrekt anzuziehen, ziehen beispielsweise die Unterhose über die Straßenhose.

Die Störung ist sehr alltagsrelevant und führt zu einer erheblichen Behinderung.

  • Ideomotorische Apraxie
Hier kommt es zu falschen Ausdrucksbewegungen, Gesten, Ausdrucksformen werden falsch verwendet. Sichtbar wird diese Apraxie-Form vor allem bei der Aufforderung zum pantomimischen Imitieren, z. B. auch in der Physiotherapie. Auf der anderen Seite kommt es zu Perseverationen. Der Betroffene wiederholt immer wieder dieselben Handlungsabläufe, die er einmal erfasst hat.

Durch sensorische Rückkopplung gelingt meist eine ausreichende Kompensation dieser Störung, so dass sie meist nicht alltagsrelevant ist.

  • Seltenere und umstrittene Formen von Apraxie
{| Gliedkinetische Apraxie Gliedapraxie Taktile Apraxie Visuo-motorische Apraxie Lidapraxie Sprechapraxie Frontale Gangapraxie Konstruktive Apraxie

Symptome der Apraxie


Apraxien der Gesichtsmuskulatur (bukkofaziale Apraxien) können zu einer Störung des willkürlichen Augenschlusses führen. Störungen des korrekten Einsatzes der Sprechmuskulatur werden als Sprechapraxie bezeichnet. Letztere tritt häufig zusätzlich zu einer Broca-Aphasie (in älterer Literatur auch unter motorischer Aphasie geführt) auf, ist mit dieser aber nicht gleichzusetzen. Bei der Sprechapraxie beobachtet man Störungen in den Bereichen Artikulation, Prosodie und Sprechverhalten.

Bei einer frontalen Gangapraxie stolpern die Betroffenen über ihre eigenen Füße, gehen breitbeinig und unsicher. Wenn man ihnen dann eine leichte Führung gibt, zum Beispiel auch durch ein Hilfsmittel wie einen Rollator, gehen sie nicht selten fast normal.

Typisch für apraktische Störungen sind verplumpte Bewegungen. Die Betroffenen haben Schwierigkeiten, zwischen den Objekten und ihren eigenen Körperteilen zu unterscheiden. Sie versuchen beispielsweise, statt dem Schlüssel ihren Finger ins Schlüsselloch zu stecken, oder sich mit dem Finger statt mit der Zahnbürste die Zähne zu putzen.

Reflexbewegungen, lange angelernte Bewegungen wie z. B. Hände drücken, Ausdrucksbewegungen wie Lachen und Weinen und Mitbewegungen wie z. B. das Mitschwingen der Arme beim Gehen, bleiben meist erhalten.

Neurologie | Gehirn

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