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Der Apostroph (griechisch απόστροφος, apóstrophos, „der abgewandte“; über lateinisch apostrophus ins Deutsche im 17. Jahrhundert, seit dem 18. Jahrhundert ohne EndungKluge Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 24. Auflage) bzw. das Auslassungszeichen (umgangssprachlich auch das Hochkomma oder der Oberstrich) ist ein Satzzeichen, das in der deutschen Sprache Auslassungen in einem Wort kennzeichnet und/oder zwingend den Genitiv von Eigennamen verdeutlicht, die im Nominativ bereits auf einen s-Laut (geschrieben: -s, -ss, -ß, -tz, -z, -x, -ce) enden, wenn sie nicht einen Artikel, ein Possessivpronomen oder dergleichen bei sich haben.

Typographisch korrekt


  1. Der typographisch korrekte Apostroph ’ (Unicode: U+2019) ist ein kleiner, leicht von links unten nach rechts oben geneigter Bogen, der einem hochgestellten Komma ähnelt und sich auf der Höhe der Überlängen der Schrift befindet. Das Aussehen ist abhängig vom verwendeten Schriftschnitt. Per Tastatureingabe kann der typografisch korrekte Apostroph unter Windows durch Alt+0146, unter Mac OS Ⅹ bei deutschsprachiger Tastaturbelegung mittels Alt+Shift+#, erzeugt werden.
  2. Das Ersatzzeichen ' ist ein gerader, senkrechter Strich in der Überlänge, zu produzieren per U+0027 oder (bei deutschem Tastaturlayout) <Umschalt>+<#>.

Typographisch falsch


Der Akut-Akzent (´ Unicode: U+00B4) wird oft fälschlich anstelle eines Apostrophs verwendet, da sich beide Zeichen in vielen Schriftarten zum Verwechseln ähneln. Unter der deutschen Standard-Tastenbelegung unter Windows erzeugt die Tastenfolge <´> ein Akut-Zeichen.

Auch andere Zeichen ähneln dem Apostroph im Druckbild und werden daher oft fälschlich anstelle des Apostrophs benutzt: Der Gravis-Akzent (` Unicode: U+0060) und das linke einfache typografische Anführungszeichen (U+2018).

Anwendungsbeispiele


  • Kennzeichnung weggefallener Buchstaben (Auslassungshäkchen) vorwiegend in der Verschriftlichung gesprochener Sprache:
    „Heute ist’s kalt.“ – Heute ist es kalt.
    „Ich hab’ genug!“ – Ich habe genug! (seit der Rechtschreibreform ist dieser Apostroph nach freiem Ermessen zu setzen)
  • Bei Eigennamen:
    „Janas Freund Andreas“ – üblich in der gesprochenen Sprache: Andreas, der Freund von Jana (kein Apostroph)
    Spezialfall:
    „Andrea’s Freundin Jana“ – Jana, die Freundin von Andrea (zur Unterscheidung vom männlichen Vornamen Andreas)
    „Andreas’ Freundin Jana“ – Jana, die Freundin von Andreas
    Hans’ Schwester; Hess’ Bruder; Voß’ Frau; Schmitz’ Opa; Heinz’ Oma; Felix’ Onkel; Alice’ Tante
  • Bei Auslassungen im Wortinnern:
    D’dorf für Düsseldorf; Lu’hafen für Ludwigshafen; M’gladbach für Mönchengladbach; Ku’damm für Kurfürstendamm
  • Auch der so genannte Deppenapostroph ist inzwischen Duden-konform:
    Willi’s Würstchenbude; Karin’s Frisörsalon; Hugo’s Bodyfarm

Einfache Merkregel


Der Apostroph ersetzt den Buchstaben „e“ und in seltenen Fällen den Buchstaben „i“.

Beispiele mit „e“:
  • „Ist’s recht so?“ – „Ist es recht so?“
  • „Geht’s gut?“ – „Geht es gut?“

Beispiele mit „i“:
  • „Die Kön’gin“ (Heinrich Heine, Der Hirtenknabe)
  • „Es erben sich Gesetz und Rechte wie eine ew’ge Krankheit fort, …“ (Goethe, Faust)
  • „Zür’cher Bürger“ (schweizerisch: „Zürcher Bürger“)

Alternative Genitivbildung


Sollen stilistisch unglückliche Genitive auf Eigennamen mit einem abschließenden s-Laut wie „Klaus’ Freund Thomas“ vermieden werden, kann man auf die veraltete Genitivbildung mit -ens zurückgreifen: „Klausens Freund Thomas“. Ferner ist umgangssprachlich in diesem Fall auch die Umschreibung mit „von“ möglich (analytische Formbildung).

Andere Bedeutungen


Der „übliche“ Apostroph (U+0027) wird außerdem bei anderen Gelegenheiten verwendet.

In Programmiersprachen dient er als Symbol mit unterschiedlichen Bedeutungen, zum Beispiel als Kommentarzeichen in BASIC oder in C zur Kennzeichnung eines Literals des Datentyps char.

Inhaltlich nicht zu verwechseln – obwohl gleich aussehend – ist der „übliche“ Apostroph mit den Einheitenzeichen sowohl der Einheit Fuß als auch der Einheit Minute. Dieser (') wird allerdings auf breiter Front – daher „üblich“ – als (typographisch letztlich inkorrekter) Ersatz für den echten Apostroph verwendet, da es auf einer deutschen Tastatur nicht ohne weiteres einen korrekten Apostroph gibt. Textverarbeitungen aber ermöglichen im allgemeinen eine automatische Ersetzung.

Fehlerhafte Verwendung


Der Apostroph ist ein Satzzeichen, dessen falsche Verwendung die richtige übersteigt. Die falsche Verwendung bezeichnet man scherzhaft oder polemisch als Apostrophitis.

Quellen


Weblinks


Typografie | Schriftzeichen

Апостроф | Apòstrof | Apostrof | Apostrophe | Apostrofo | Apóstrofo | Apostrofo | Apostrophe (typographie) | Asgair | Apostrofo | アポストロフィー | Apostrof (leesteken) | Apostrof | Apostrof | Apóstrofo | Апостроф | Apostrophe | Apostrof

 

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