Das aposteriorische Wissen (lat. a posteriori) bezeichnet das Erfahrungswissen; Wissen, das durch Erfahrung, durch sinnliche Wahrnehmung gewonnen wurde, im Unterschied zum apriorischen oder präempirischen Wissen (siehe Apriorismus).
Über diese Form des Wissens schrieben bereits in der Antike und im Mittelalter z.B. Platon, Aristoteles, Boethius, Averroes, Avicenna, Albertus Magnus, Thomas von Aquin.
Leibniz sah in der empirischen Erkenntnis keine echte Form der Erkenntnis und sprach ihr nur die Rolle des Anstoßes zu, der der Anfang für die Tätigkeit der angeborenen Ideen ist. "Tatsachen-Wahrheiten", d. h. Wissen, das in der Erfahrung gewonnen wurde, muss seiner Ansicht nach auf dauerhafterer Basis ruhen, auf "Wahrheiten des Verstandes", die ihrer Herkunft nach nicht aposteriorisch sind, sondern apriorisch.
Im Rahmen moderner Erkenntnistheorien, z.B. dem wissenschaftlichen Erkenntnisprinzip, wird der Dualismus von apriorischem und aposteriorischem Wissen dadurch gelöst, dass Beobachtungen die Hypothesen notwendig bestätigen müssen (genauer: nicht falsifizieren dürfen), beziehungsweise dass allgemeinere Einsichten durch speziellere unmittelbarere Einsichten hierarchisch gestützt werden (evolutionäre Falsifizierbarkeit). Wahrheit und Wissen benötigen demnach unabdingbar beide Stützen, und es gibt kein wichtiger, echter, u.s.w.
Im Rahmen der modernen Quantenphysik (siehe z.B. Kopenhagener Deutung) wird der Gedanke des wissenschaftlichen Erkenntnisprinzips bezüglich Wahrheiten noch weiter geführt: Danach gibt es gar keine definierten Wahrheiten per se in Form festmachbaren Wissens (weder a priori noch a posteriori), sondern prinzipiell nur nützliche Beschreibungen und Wahrscheinlichkeiten. In den Quantentheorien treten notwendig verborgene Parameter, Konzepte und Sub-Theorien auf: Man kennt im Rahmen dieser (bezüglich des Detailverhaltens der Materie heute leistungsfähigsten) Theorien keine Möglichkeit, die Vorgänge in der Welt ohne diese verborgenen Konzepte gut zu beschreiben. Und dennoch sind diese verborgenen Konzepte sogar austauschbar (manchmal sogar auf "sinnlosen" Unendlichkeiten ruhend; siehe z.B.: Eichinvarianz), also nicht in ihrer konkrekten Form als "Wahrheit" zwingend. Siehe auch: Prinzip des Anything goes!
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"Aposteriorisches Wissen".
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