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Der Ausdruck Apostasie (v. griech.: apo = ab von, fern + stasia = Stand, Stehen, Haltung, Position) bezeichnet den Abstand von einer Religion durch einen förmlichen Akt (z.B. Kirchenaustritt, Übertritt zu einem anderen Bekenntnis, Konversion). Jemand, der Apostasie begeht, ist ein Apostat. Gebräuchlich ist dieser Begriff vor allem in der Römisch-katholischen Kirche.

Während Häresie nur eine oder mehrere überlieferte Lehren der Religion bestreitet, lehnt der Apostat die Religion, zu der er Abstand hat, selbst ab.

Christentum


Das katholische Kirchenrecht unterscheidet drei Fälle von Apostasie:
  • apostasia a fide, das vollständige und freiwillige Aufgeben des christlichen Glaubens: Es spielt dabei keine Rolle, ob der Apostat einer anderen Religion beitritt oder Atheist oder Agnostiker wird. Gemäß Can. 1364-§ 1 des Kanonischen Rechts wird der Apostat mit der Exkommunikation bestraft.
  • apostasia ab ordine, das Niederlegen des Priesteramtes. Das Konzil von Chalcedon erklärte dafür Exkommunikation. Heute führt das zum Verlust der priesterlichen Privilegien und kann zur Exkommunikation führen.
  • apostasia a religione, das schuldhafte Verlassen eines Ordens durch einen Mönch oder eine Nonne mit der Absicht, nicht mehr zurückzukehren und sich den Verpflichtungen des Ordenslebens zu entziehen. Das betrifft jedoch nur das definitive Verlassen des Ordens, ein zeitweiliges Verlassen oder das Verlassen eines Ordens um einem anderen beizutreten, gilt nicht als Apostasie. Seit dem Konzil von Chalcedon steht darauf Exkommunikation.

Der Hirte des Hermas erklärt im 2. Jahrhundert, dass es keine Vergebung gibt für die, die den Herrn bewusst verleugnen. Apostasie gehörte also zu den Sünden, für die die Alte Kirche ewige Buße und Exkommunikation auferlegte und die Vergebung der Sünde Gott allein überließ.

Kaiser Gratian erließ 383 ein Dekret, wonach Apostasie den Verlust der bürgerlichen Rechte nach sich zog.

Heute wird der Ausdruck Apostasie von den meisten Konfessionen nicht mehr verwendet.

Islam


Siehe Apostasie im Islam und Glaubensfreiheit im Islam.

Judentum


Im Tanach ist geschildert, wie das Volk Israel wiederholt von Gott, JHWH, abfiel, um andere Götter zu verehren.

Im allgemeinen gilt im Judentum auch ein Jude, der sich zu einer anderen Religion bekennt, immer noch als Jude.

Messianische Juden werden vom Judentum oft als Apostaten angesehen, was z.B. beim Bürgerrecht des Staates Israel eine Rolle spielen kann.

Weblinks


Konversion

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