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Richard David James (* 18. August 1971 in Irland), bekannt unter dem Pseudonym Aphex Twin, ist ein britischer Musiker und DJ.
Aufgewachsen ist Richard D. James auf der britischen Halbinsel Cornwall, wo er auch seine musikalische Karriere als DJ in den örtlichen Clubs begann. Zu seinen musikalischen Weggefährten zählen die ebenfalls in Cornwall aufgewachsenen Musiker Luke Vibert und Tom Middleton.
Der Name Aphex Twin bezieht sich zum einen auf die Firma Aphex Systems (Produzent von Effektgeräten) und zum anderen auf Richards älteren Bruder gleichen Namens. Diesen lernte Richard aber nie kennen, da sein Bruder bereits kurz nach seiner Geburt 1968 verstarb.
Angeblich produzierte Richard mit 10 Jahren seine ersten Musikstücke mit Hilfe eines präparierten Klaviers und eines Tonbandgeräts.
Richard D. James gilt als eigenwillig und etwas verschroben. Unter anderem gibt er nur selten Interviews, in denen er oft sich einander widersprechende Aussagen macht. Der Wahrheitsgehalt vieler biographischer Fakten ist daher umstritten. Allerdings entpuppten sich viele der dargestellten "Eigenwilligkeiten" als reine Gerüchte, die nach Medienberichten auftauchten.
Er lebt in einer umgebauten Bank und besitzt ein gepanzertes Spähfahrzeug.
Richard D. James ist zweifellos einer der bedeutendsten Musiker der Electronica-Szene. In den 80er und 90er Jahren veröffentlichte James viele Werke, die heute als wegweisend für die elektronische Musik bezeichnet werden. Er wird auch oft "Mozart des Techno" genannt. Seine Musik lässt sich nicht auf einen bestimmten Stil festlegen. Vielmehr ist sie eine sehr kreative und eigenwillige Interpretation verschiedener Stile. Die Stücke sind oftmals gekennzeichnet von einfachen, intuitiv "schönen" Melodien aus ungewöhnlichen Klängen, teilweise auch von komplizierten Rhythmen und extrem detailliertem Drum-Programming (speziell auf "Drukqs" und "Hangable Auto Bulb"). Bekannt wurde Aphex Twin mit seinen frühen, eher zugänglicheren Ambient-Stücken. Andere seiner Werke sind eher der IDM, dem Techno oder dem Drill'n'Bass, eine Stilbezeichnung, die man extra für Aphex Twin erfunden hat, zuzuordnen. Diese Vielfalt wird von seinen zahlreichen Fans geschätzt.
Einige Kritiker werfen ihm jedoch vor, unzugängliche und teils unhörbare Musik zu produzieren. Im Jahr 1995 führte dies sogar zu einem kurzen Disput mit Karlheinz Stockhausen. Stockhausen hatte ein Werk von Richard D. James, den Track Alberto Balsalm, in einer Radio-Show als zu eintönig kritisiert. James zeigte sich diesbezüglich als Anhänger von John Cage, der Wiederholung (Repetition) als wichtiges musikalisches Konzept betrachtete.
Seinem Ruf als kreativem Soundbastler gerecht werdend, enthalten die Lieder der Windowlicker EP versteckte Muster und ein Bild von Richard mit seinem typischen Grinsen. Darstellen kann man diese eingebetteten bildlichen Informationen mit einem Programm, welches das Frequenzspektrum visualisiert.
Der Musik von Aphex Twin wurde wiederholt ein Bezug zum Konsum von Drogen unterstellt, den Richard James selbst aber als sehr gering einschätzt, wie er in einem Interview mit der Zeitschrift Frontpage feststellte:
... ich versuche, diesen Aspekt möglichst minimal zu halten ... Making tracks when you are tripping is almost a complete waste of time ... (Frontpage 11/96, S. 28)
Nach der Veröffentlichung des Albums Drukqs im Jahr 2001 hatte James für drei Jahre kaum neues Material mehr veröffentlicht. Während dieser Zeit erschienen nur die 26 Mixes for Cash betitelte Sammlung bereits veröffentlichter Remixe sowie drei neue Remixe unter dem Pseudonym AFX. Von einigen Kritikern wurde bereits spekuliert, ob James musikalisch nichts mehr auszudrücken vermag. Im Dezember 2004 erschien dann die erste von insgesamt 11 geplanten Veröffentlichungen einer als Analord betitelten Serie. Die zuerst und mit einer Box veröffentlichten Analord 10 ist auf 1000 Stück limitiert und wird bei eBay bereits kurz nach Erscheinen zu Sammlerpreisen gehandelt.
Einem breiteren Publikum wurde Aphex Twin vor allem durch die ungewöhnlichen und teilweise verstörenden Musikvideos zu "Windowlicker" und "Come To Daddy" bekannt, die in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Chris Cunningham entstanden. Vor diesen Veröffentlichungen war Aphex Twin mehrfach in den britischen Charts, so 1992 mit einem Re-Release seines Stückes Didgeridoo und 1993 mit der Single On, welche Platz 32 der britischen Charts erreichte. Seine sonstigen Veröffentlichungen sind oft in geringen Auflagen hergestellt worden und somit relativ unbekannt geblieben, zahlreiche Songs waren auch "Achtungserfolge" in der Electronica-Szene und teilweise sogar Underground-Hits, ohne dabei einem größeren Publikum bekannt zu werden.
1999 erhielt Aphex Twin gemeinsam mit Chris Cunningham den Prix Ars Electronica in der Kategorie digital musics
Für Aufregung sorgen auch immer wieder seine Remixe für andere Künstler, in denen er das musikalische Ausgangsmaterial oft vollkommen zerstört (z. B. sein Remix für Die fantastischen Vier) oder komplett neu interpretiert (z. B. sein Remix für Nine Inch Nails, den er mit den Originalsamples produzierte, ohne aber je die ursprüngliche Komposition gehört zu haben). Für die Gitarrenrock-Band Lemonheads lieferte er ein eigenes Stück als angeblichen Remix eines Lemonheads-Songs ab, da er den Abgabetermin für den Remix versäumt hatte.
Richard D. James veröffentlicht auch unter zahlreichen anderen Namen:
Zusammen mit Mike Paradinas (µ-ziq) hat er 1993 das Album „Expert Knob Twiddlers“ unter dem Projektnamen Mike & Rich herausgebracht, sowie auf der Warp Compilation "100" einen Titel zusammen mit Tom Jenkinson (Squarepusher) gemacht. Aphex Twin ist aber nach wie vor sein bekanntestes Projekt. Einige seiner frühen Alben erschienen auf dem belgischen Label R&S Records. Später wechselte er zu Warp Records, von denen er sich jedoch aller Voraussicht nach aufgrund verschiedener Differenzen trennen wird. Richard D. James ist Mitbegründer des britischen Electronica-Labels RePhleX Records.
Seine bekanntesten Alben und Singles sind:
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