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Apatit ist eine Sammelbezeichnung für die Minerale Fluorapatit, Chlorapatit, Hydroxylapatit aus der Apatit-Pyromorphit-Gruppe mit hoher (bis 100%) und frei austauschbarer Konzentration von einfach negativen Fluor-, Chlor- beziehungsweise Hydroxyl-ionen.

Die allgemeine, chemische Formel für Apatit ist Ca5(PO4)3(F,Cl,OH). Für die Einzelminerale muss sie jedoch entsprechend spezifiziert werden in:

  • Ca5(PO4)3F für den Fluorapatit
  • Ca5(PO4)3Cl für den Chlorapatit und in
  • Ca5(PO4)3(OH) für den Hydroxylapatit

Alle Minerale gehören zur Mineralklasse der Phosphate, Arsenate und Vanadate, genauer der wasserfreien Phosphate mit fremden Anionen. Sie kristallisieren im hexagonalen Kristallsystem mit der Mohshärte 5, der Dichte 3,2 und variabler, oft grüner, brauner oder weißer Farbe.

Geschichte


Der Name leitet sich aus dem griechischen , ápatan „täuschen“ ab. Da das Mineral in so vielen Farbvariationen vorkommt, ist die Gefahr groß, dass es zum Beispiel mit den Mineralen Beryll, Topas oder Turmalin verwechselt wird.

Varietäten und Modifikationen


  • Fluorapatit - sehr häufiges Vorkommen, entweder farblos oder in den Farben weiß, gelb, rosa, blau, violett, grün, braun
  • Chlorapatit - eher seltenes Vorkommen in den Farben weiß oder verschiedenen Gelbtönen
  • Hydroxylapatit - eher seltenes Vorkommen in den Farben weiß, verschiedenen Grautönen oder gelb
  • Apatit-Katzenauge
  • Spargelstein - gelblich-grün
  • Moroxit - bläulich-grün, violett, rot

Bildung und Fundorte


Apatit kommt hydrothermal in Pegmatiten und metamorphem Kalkstein vor, bildet sich aber auch in magmatischem Gestein oder aus organischem Material in Sedimentgestein.

Fundorte sind unter anderem Brasilien, China, Indien, Clear Lake/Ontario in Kanada, Madagaskar, Marokko, Mercado und Durango in Mexiko, Myanmar (Oberbirma), Dusso in Pakistan, Halbinsel Kola in der Russischen Föderation, Fiesch in der Schweiz, Sri Lanka, Maine in den USA.

Synthese


Hydroxylapatit wird nach dem Tiselius-Verfahren synthetisiert:

Dazu wird im ersten Schritt aus Kalziumchloridlösung (CaCl2) und Dinatriumhydrogenphosphatlösung (Na2HPO4) die Verbindung Bruschit (Kalziumhydrogenphosphat-Dihydrat, CaHPO4·2H2O) hergestellt. Der sehr schlecht wasserlösliche Bruschit wird dann in Natronlauge NaOH gekocht, bis er sich in Hydroxylapatit umgewandelt hat.

Verwendung


Apatit ist zusammen mit Mangan als Vergleichsmineral in der Mohsschen Härteskala bekannt, wo es an fünfter Stelle steht.

als Rohstoff

in Lebewesen

Hydroxylapatit ist ein wichtiger Grundbaustein beim Aufbau von Knochengewebe. Die Osteoblasten sind in der Lage, das Mineral aus Phosphat- und Calcium-Ionen zu erzeugen und Hydroxylapatit variabel in den Knochen einzubauen. So bestehen zum Beispiel die Knochen des Körperskeletts aus etwa 50 Prozent, das Zahnbein aus etwa 70% und der Zahnschmelz aus etwa 97% Hydroxylapatit.

als Schmuckstein

Zunehmend sind Apatite auch in der Schmuckindustrie von Bedeutung, besonders Schmucksteine mit Katzenaugeneffekt. Allerdings ist eine Verarbeitung durch die große Empfindlichkeit gegen Säure und Wärmezufuhr schwierig. Farbveränderungen sind schon bei geringer Erhitzung oder starkem Licht möglich.

Siehe auch


Systematik der Minerale, Liste von Mineralen, Geowissenschaften

Literatur


  • W. E. Tröger, U. Bambauer, F. Taborsky und H. D. Trochim (1981): Optische Bestimmung gesteinsbildender Minerale, Teil 1: Bestimmungstabellen. Stuttgart (Schweizerbarth).
  • Edition Dörfler: Mineralien Enzyklopädie, Nebel Verlag, ISBN 3-89555-076-0
  • Walter Schumann: Edelsteine und Schmucksteine, BLV Verlags-GmbH München (1976/1989), ISBN 3-405-12488-3

Weblinks


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