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Mit Apathie (von griech.: "Apatheia") bezeichnet man die Teilnahmslosigkeit, Leidenschaftslosigkeit, mangelnde Erregbarkeit und Unempfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen.
Apathie tritt bei manchen psychischen Krankheiten auf, auch bei Autismus, Anorexia nervosa, Hospitalismus oder Depressionen und bei der fortgeschrittenen Demenz. Häufig ist die Apathie mit anderen Symptomen verbunden, z. B. Appetitlosigkeit, Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Schlaflosigkeit (oder Schläfrigkeit) und Veränderungen der Urteilskraft.
Im griechischen und orthodoxen Kulturraum hat der Begriff Apathie eine positive Bedeutung, nämlich die Leidenschaftslosigkeit. Gemeint ist damit, dass man sich nicht von jeder Laune gleich aus der Bahn werfen lässt.
Apathie in der antiken Philosophie
Der Begriff Apathie stammt aus der griechischen Philosophie. Aphathie wurde im gemäßigten Sinn als Zurückdrängung und Beherrschung leidvoller und destruktiver Gemütsbewegungen wie Zorn, Furcht, Neid und Hass verstanden, im radikalen Sinn als völlige Austilgung solcher Gemütsbewegungen. Sie galt (zumindest im gemäßigten Sinn) als Voraussetzung für die Verwirklichung der
Ataraxie (Unerschütterlichkeit des Gemüts) und wurde als hohes oder gar höchstes Gut betrachtet. In diesem Sinne hat
Antisthenes, der Begründer des Kynismus, Apathie als erstrebenswertes Ziel verstanden, wobei er
Sokrates als Vorbild hinstellte. Die
Stoiker übernahmen diese Idee und machten sie zu einem zentralen Bestandteil ihrer Lehre. Befreiung von der Tyrannei der Triebe und
Affekte sollte Gelassenheit und Seelenfrieden sowie vernunftgemäßes Handeln ermöglichen. Dies wurde zwar hauptsächlich von den
Kynikern und Stoikern propagiert, aber auch die anderen Philosophenschulen stimmten mehr oder weniger damit überein, denn Ataraxie war für alle (auch und besonders für die
Epikureer) ein Gut von höchstem Rang. So schrieb
Mark Aurel:
„Du musst sein wie ein Fels, an dem alle Wogen sich brechen. Er steht, die Brandung aber wird müde.“ Eine klassische Formulierung für das Ideal des weltüberlegenen Menschen fand Horaz in den berühmten Versen
"Si fractus inlabatur orbis / inpavidum ferient ruinae" (
Selbst wenn die Welt zerborsten einstürzt, werden die Trümmer einen Furchtlosen treffen). Gegen Übertreibungen wandte sich
Cicero mit dem Argument, ein Gefühlloser gleiche eher einem Stein als einem Menschen. Strittig war, wie weit man bei der Befreiung von den Affekten gehen sollte.
Weblinks
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