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Pistol and shotgun primers.jpg Anzündhütchen dienen dem Zünden von Geschosspatronen oder von Pulverladungen. Das Anzündhütchen wurde 1818 von dem Berner Joseph Egg erfunden.

Alle modernen Waffen verwenden die Zentralfeuerzündung, bei der im Boden der Hülse ein Zündhütchen eingepresst ist.

Bei den Zündhütchen unterscheidet man zwischen Berdanzündhütchen (Berdanzündung) und Boxerzündhütchen (Boxerzündung). Beide Zündhütchenarten werden für Metallpatronen (Büchsen- und Kurzwaffenpatronen) verwendet.

Diese Zündhütchen bestehen aus einer – meist vernickelten – Messingkapsel in der sich der Zündsatz befindet. Dieser ist durch eine mit Lack überzogene Papierscheibe gegen Feuchtigkeit geschützt. Bei dem Boxerzündhütchen ist außerdem der dreibeinige Amboss als Widerlager eingesetzt.

Während bei der Boxerzündung der Zündstrahl durch ein zentrales Zündloch in der Hülse in den Pulverraum geleitet wird, ist bei der Berdanhülse an dieser Stelle der Amboss angebracht. Neben dem Amboss sind dann zwei Zündkanäle. Die Berdanzündung wird hauptsächlich noch im militärischen Bereich benutzt, während gerade im sportlichen Bereich die Boxerzündung dominiert, da hier das abgeschossene Zündhütchen leicht ausgestoßen werden kann, um die Patrone wiederzuladen.

Alle drei Zündsätze werden durch Reibung gezündet, wenn der Schlagbolzen einer Waffe auf das Zündhütchen trifft und sich das Material gegen und am Amboss vorbei quetscht. Je nach Substanz reichen schon sehr geringe Erschütterung oder Wärmeeinwirkung aus, um eine Zündung zu bewirken, weshalb das Manipulieren an Zündhütchen oder Patronen lebensgefährlich sein kann.

Heute verwendet man als Initialsprengstoff in Anzündhütchen Silberfulminat (AgCNO),auch „Knallsilber“ genannt, sowie Bleiazid. In früheren Zeiten hat man Knallquecksilber (Hg(CNO)2) verwendet, was aber besonders giftig ist. Die Stoffe liegen in der Regel in Form einer kristallinen Substanz im Zündhütchen vor.

Boxerzündhütchen gibt es in den Größen 4,45 mm (klein) und 5,33 mm (groß). Bei gleichen Abmessungen unterscheidet man dann noch Pistolen- und Büchsenversion sowie jeweils eine Magnum-Ausführung mit verstärktem Zündsatz. Berdanzündhütchen gibt es für Pistolen in den Durchmessern 4,5 mm und 5 mm sowie für Büchsen in den den Durchmessern 4,5 mm, 5,5 mm und 6,45 mm. Zündhütchen haben in der Regel keine Kennzeichnung Ihrer Größe und Ladung.

Nach demselben Prinzip wie Anzündhütchen funktionieren sogenannte Knallerbsen. Das sind kleine Knallkörper die z. B. mit einer geringen Menge Silberfulminat gefüllt sind. Wenn man sie auf den Boden wirft, zündet der Stoff durch den Aufprall und es gibt einen mehr oder weniger lauten Knall.

Alle genannten Stoffe sind hochexplosiv und fallen unter die Sprengstoffverordnung. Trotzdem sind Zündhütchen in Deutschland frei erhältlich. Silberfulminat, sowie besonders Quecksilberfulminat sind außerdem sehr giftig.

Siehe auch: Schießsport, Perkussionsschloss, Patronenmunition, Randfeuerzündung, Lefaucheux-Zündung

Weblinks


http://www.biggetal.de/munition.htm Homepage des SSV-Biggetal e.V. mit einer sehr detaillierten Seite zum Thema Munition.

Handfeuerwaffe | Waffentechnik

Percussion cap | Nalli | Slaghoedje | Kapiszon

 

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