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Antonio Lotti (* Februar 1665 in Venedig; † 5. Januar 1740 in Venedig) war ein italienischer Komponist.

Leben


Lotti war der Sohn von Matteo Lotti, eines kurfürstlichen Kapellmeisters am Hof in Hannover. Bereits als Kind sang Lotti im Chor der Markuskirche in Venedig, während er seine künstlerische Ausbildung durch Giovanni Legrenzi erhielt. Durch dessen Unterricht und Förderung war es Lotti möglich, bereits mit 16 Jahren mit der Oper Il Giustino zu debutieren.

Am 31. Mai 1692 wurde er als 2. Organist der Markuskirche berufen; zuvor hatte er bereits sein Können als Aushifsorganist unter Beweis gestellt. Am 17. August 1704 avancierte er als Nachfolger von Spada zum 1. Organisten.

Als 1712 Kurfürst August der Starke anlässlich seines Besuchs in Venedig Lottis Musik hörte, lud er ihn sofort nach Dresden ein. Lotti nahm an und weilte zwischen 1717 und 1719 am Hof in Dresden. Dort entstand auch seine bekannteste Oper Teofane. Er komponierte sie zu den Hochzeitsfeierlichkeiten Augusts. Im November 1719 kehrte Lotti nach Venedig zurück.

1727/28 kam es zum Skandal, als der berühmte Komponist Giovanni Battista Bononcini fälschlicherweise die Urheberschaft des Madrigals In una siepe ombrosa von Lotti für sich beanspruchte. Es wurde aber eindeutig bewiesen, dass dieses Madrigal ein Teil von Duetti, terzetti e madrigali, einer Sammlung kleinerer Kompositionen Lottis war. Lottis hervorragende Reputation wurde dadurch noch gesteigert.

Am 2. April 1736 berief man Lotti in das prestigeträchtige Amt des Maestro di Cappella der Markuskirche in Venedig. Dadurch wurde Lotti ein später Nachfolger von Claudio Monteverdi. Er hatte sich gegen die Mitbewerber Antonio Pollarolo, Nicola Porpora und Andrea Porta durchgesetzt.

Durch seine Kompositionen war Lotti ziemlich wohlhabend geworden; dennoch wollte er nicht auf dieses Amt des Kapellmeisters verzichten. Außerdem war Lotti als hervorragender Lehrer bekannt: seine Schüler waren u. a. Domenico Alberti, Giovanni Battista Bassani, Baldassare Galuppi, Quirino Gaspari, Benedetto Marcello und Jan Dismas Zelenka. Auch hatte Lotti in dem Kollegen Johann Adolf Hasse einen begeisterten Anhänger gefunden.

Bereits 1736 ernsthaft erkrankt, starb Antonio Lotti im Alter von fast 75 Jahren am 5. Januar 1740 in Venedig. Begraben liegt er in der Kirche San Geminiano. Mit der Zerstörung der Kirche 1851 ging man auch des Grabsteins verlustig.

In der Musik Antonio Lottis fand man einen späten aber würdigen Nachfolger für Andrea Gabrieli, der schon hundert Jahre zuvor gerade die italienische Kirchenmusik zu einem künstlerischen Höhepunkt geführt hatte.

2004 wurde beim Bachfest in Leipzig Lottis Oper Ascanio von der Batzdorfer Hofkapelle aufgeführt.

Literatur


  • Spitz, Charlotte: Antonio Lotti in seiner Bedeutung als Opernkomponist. - München, Univ., Diss., 1917

Italienischer Komponist | Komponist (Barock) | Venezianer | Organist | Mann | Geboren 1665 | Gestorben 1740

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