Antonine.Wall.Scotland.01.JPG Der Antoninuswall ist eine Befestigungsanlage aus Stein und Grassoden, die von den Römern quer durch die schottischen Lowlands errichtet wurde. Der Wall war 60 km lang und erstreckte sich von Old Kirkpatrick am Firth of Clyde bis nach Bo'ness am Firth of Forth an der engsten Stelle Schottlands.
Der Bau des Walls dauerte von 142 bis 144 n. Chr., nachdem in den ersten Jahren der Herrschaft des Antoninus Pius der Statthalter Quintus Lollius Urbicus das Gebiet nördlich des Hadrianswalls besetzt hatte. Sein eigentlicher Zweck war es, den 160 km südlich gelegenen Hadrianswall zu ersetzen. Doch obwohl die Römer temporäre Kastelle und Lager errichteten, konnten sie die Pikten- und Kelten-Stämme nie entscheidend besiegen. Die Römer nannten das Land nördlich des Walls Caledonia, doch man nimmt auch an, dass das moderne gälische Wort für Schottland (Alba) aus dem Lateinischen stammt.
Der Antoninuswall war im Vergleich zum Hadrianswall viel niedriger und weniger mächtig aber wesentlich kürzer. Er war aber doch beeindruckend, besonders wenn man bedenkt, dass er in nur zwei Jahren am nördlichen Ende des Römischen Reiches in einer feindlichen Umgebung errichtet wurde. Der Wall bestand aus einem Erddamm von vier Metern Höhe und hatte einen breiten Graben auf der Nordseite und eine Militärstraße auf der Südseite. Alle zwei Meilen waren (insgesamt 19) Kastelle errichtet.
Der Wall wurde nach nur zwanzig Jahren aufgegeben und die Grenze zum Hadrianswall zurückverlegt. Kaiser Septimius Severus besuchte die Grenzregion im Jahre 208 und ordnete an, die Grenze wieder zum Antoninuswall zu verschieben. Obwohl diese Maßnahme nur fünf Jahre Gültigkeit hatte, wurde der Wall von nachfolgenden römischen Historikern als Wall des Severus bezeichnet. Der größte Teil des Walls wurde zwar mit der Zeit zerstört, doch einzelne Abschnitte bei Bearsden, Kirkintilloch, Twechar, Croy, Falkirk and Polmont nördlich von Glasgow, sind noch immer sichtbar.
Geographie (Großbritannien) | Befestigungsanlage (Römisches Reich)
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