Anton Kolig (* 1. Juli 1886 in Neutitschein, Mähren; † 17. Mai 1950 in Nötsch, Kärnten) war ein österreichischer spätexpressionistischer Maler und eines der vier Mitglieder des später so genannten Nötscher Kreises.
Anton Kolig war der Sohn des Zimmer- und Kirchenmalers Ferdinand Kolig und dessen Frau Maria. Kolig studierte ab 1904 - gemeinsam mit Oskar Kokoschka - an der Kunstgewerbeschule in Wien. 1907 wechselte er an die dortige Akademie der bildenden Künste, wo er bei Rudolf Bacher studierte. Hier lernte er Sebastian Isepp und Franz Wiegele kennen, sowie in den folgenden Jahren durch gemeinsame Aufenthalte deren Heimatort Nötsch im Gailtal. 1912 heiratete Anton Kolig Katharina Wiegele, eine Schwester Franz Wiegeles.
Mit Oskar Kokoschka, Anton Faistauer, Sebastian Isepp, und Franz Wiegele trat er 1911 bei der Ausstellung des Hagenbunds erstmals mit seinen Werken an die Öffentlichkeit. Auf Empfehlung von Gustav Klimt und Carl Moll erhielten Kolig und Wiegele 1912 ein Stipendium für einen Aufenthalt in Paris, wo Kolig sich zunächst im Louvre mit der modernen Malerei auseinandersetzte. Er wurde 1914 in Marseille vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs überrascht und musste überstürzt fliehen, wobei er seine Bilder zurückließ. Über Italien erreichte er Österreich und hielt sich dort in Nötsch auf.
Ab 1916 malte er Bilder über den Krieg, wobei besonders seine Porträts von Generälen und Gefangenen Aufsehen erregten, unter anderem 1918 bei einer gemeinsamen Ausstellung mit Egon Schiele in Klagenfurt. Für das Porträt des Generals Gottfried Seibt wurde er 1928 in Düsseldorf mit einer Goldmedaille und 1936 mit dem österreichischen Staatspreis ausgezeichnet.
Auch an der Gestaltung am neuen Festspielhaus in Salzburg war er 1926/27 mit Gobelins und einem Mosaik in der Eingangshalle beteiligt. Als er 1928 gleich zwei Angebote für Professuren in Prag und in Stuttgart erhielt, entschied er sich für die Württembergische Akademie in Stuttgart, wo er eine Reihe von später bedeutenden Malern ausbildete. Daneben wurde sein Werk auch international beachtet und auf zahlreichen Ausstellungen gezeigt.
Nachdem Kolig 1929 den Auftrag erhielt, den kleinen Landtagssaal im Klagenfurter Landhaus mit Fresken auszumalen, und diesen gemeinsam mit seinen Schülern 1930 ausgeführt hatte, forderten deutschnationale Abgeordnete bei einer Sitzung Kärntner Landtag am 25. März 1931 die Entfernung der Fresken, was zunächst verhindert werden konnte. 1935 wurden die Fresken allerdings verhängt, und 1938, nach dem "Anschluss" Österreichs, wurden sie von den Nationalsozialisten ebenso vernichtet wie das Mosaik im Salzburger Festspielhaus. Auch weitere Werke wurden aus Galerien entfernt, Hitler persönlich soll sich gegen die spätexpressionistische Kunst Koligs ausgesprochen haben.
Kolig blieb noch bis Herbst 1943 in Stuttgart, wo er sich allerdings immer weniger wohl fühlte, und schließlich nach Nötsch zurückkehrte. Am 17. Dezember 1944 wurde Kolig mit seiner Familie bei einem Bombenangriff verschüttet und schwer verletzt. Ein großer Teil seines Werks wurde hierbei vernichtet.
Mann | Österreicher | Maler | Geboren 1886 | Gestorben 1886 | Expressionismus
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