Ein Antiquariat ist ein Geschäft, das sich auf den Handel mit alten und gebrauchten Büchern spezialisiert hat. Der Buchhändler heisst hier Antiquar. Viele Antiquariate findet man in Bücherdörfern.
Sie bieten neben Büchern auch andere alte Druckerzeugnisse, wie Graphiken, Landkarten, Ansichtskarten, Zeitungen und Noten oder auch Handschriften, Autographen und Gemälde an (allerdings keine alten Möbelstücke oder ähnliche Antiquitäten).
Es gibt beispielsweise eigens spezialisierte Graphik- oder Zeitungsantiquariate. Letztendlich veräußern Antiquariate alle Informations- und Bildträger, manchmal auch Tonträger (Schallplatten).
Ein modernes Antiquariat - eigentlich eine Contradictio in adjecto - verhökert einerseits gebrauchte Bücher, vor allem der letzten Jahre, andererseits neue, meist durch auffällige Stempel als Remittenden oder Mängelexemplar gekennzeichnete und extra für diese Buchhandelssparte angefertigtes. Mit der wachsenden Zahl an Neuveröffentlichungen wird die Lagerhaltung in den Buchhandlungen und Verlagen wegen der Kapitalbindung, neben dem Platzproblem, zu einem finanziellen Problem. Deshalb hebt man bei Büchern, die sich schlecht verkaufen, schon bald nach deren Erscheinen die Buchpreisbindung auf. Die Bücher werden zum halben Preis oder für einen standardisierten Euro-Betrag verkauft. Dagegen können echte antiquarische Bücher je nach Nachfrage ein Vielfaches ihres Ausgabepreises einbringen.
Zu den vorhandenen Antiquariatsmessen wie der in Stuttgart ist seit 2005 die vergleichsweise größte in einem abgegrenzten Areal einer Hallenetage auf der Frankfurter Buchmesse. Das größte Antiquariat der Welt – mit laut eigenen Angaben 18 Meilen (ca. 29 Kilometer) Regalgesamtlänge – soll Strand Books am New Yorker Broadway sein.
Seit den 1990er Jahren gehen Antiquariate zunehmend dazu über, ihre Bücher über Internetmarktplätze zu verkaufen. Kunden besuchen die Ladengeschäfte seltener, weil es im Internet die Möglichkeit zum Preisvergleich gibt und man dort meist auch bei seltenenen Werken (Rara) oder Kleinauflagen schnell fündig wird, nach denen man in Ladengeschäften mühsam und nicht selten erfolglos suchen muss. Plattformen wie Abebooks, antbo, das ZVAB (Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Bücher), Booklooker oder Zeusman präsentieren das Angebot von vielen Antiquaren gegen eine Fix- und/oder Verkaufsprovison, die 0% bis zu ca. 15% vom angezeigten Preis betragen kann. Die Online-Bestellung geht aus einem der vernetzten Verzeichnisse weltweit direkt an den oft kleinen Antiquar, wo das gefundene Stück eingetütet und, gegebenenfalls mit Rechnung versehen, verschickt wird. Das ist bedeutsam, weil auch immer mehr Bücher mit großen Auflagen rasch vergriffen sind.
Meta-Suchmaschinen wie z. B. addall.com, Eurobuch.com, fetchbook.info, Findmybook und andere ermöglichen die vergleichende Suche im Angebot vieler dieser Plattformen.
Statistik: belastbare Daten über die Branche sind rar. Eine Umsatzerhebung des Börsenvereins für den Deutschen Buchhandel verzeichnet für die Branche 2005 ein Umsatzminus von elf Prozent. Geschätzt werden in ihr zwischen einem Drittel und der Hälfte Online verkauft. Wirklich lohnend ist der Aufwand (eintüten etc.) wohl erst ab 25 Euro. In Deutschland existieren geschätzte noch 1200 Antiquariate, von denen wohl 80 Prozent gegen Gebühr bei den Online-Plattformen anbieten. Die grössten, das ZVAB, Antiquario, Antbo lassen nur professionelle Anbieter zu; dagegen Online-Handelsriesen Ebay und Amazon oder Plattformen wie Booklooker auch Privatleute. (Aus: FAZ, 20. Mai, S. 61 Wirtschaft regional).
Antiquariatsübergreifende Verzeichnisse:
Antiquariat | Buch | Handel
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