Antiochos III. der Große (* 242 v. Chr.; † 187 v. Chr.) war König des Seleukidenreiches (223-187 v. Chr.) und einer der bedeutendsten hellenistischen Herrscher überhaupt. Er war ein Sohn von Seleukos II. und jüngerer Bruder von Seleukos III., dessen Nachfolge er antrat. Antiochos' Beiname „der Große“, ist eine Ableitung seines Titels Megas Basileus (Großkönig), der traditionellen Bezeichnung der persischen Achämeniden, welchen er gleichfalls annahm.
Ein Vetter des Königs, Achaios, hatte seit 223 in seiner Funktion als Vizekönig von Kleinasien das westliche Binnenland der Halbinsel von den Attaliden zurückerobern können. 220 ließ er sich schließlich von seinen Soldaten zum König ausrufen. Seine ansonsten treuen Anhänger weigerten sich jedoch, einen Feldzug nach Syrien gegen ihren vormaligen König Antiochos zu unternehmen. Dieser ließ seinen abtrünnigen Verwandten jedoch vorerst walten, da er einen seit langem geplanten Feldzug gegen das ptolemäische Ägypten unternehmen wollte. Die beiden hellenistischen Monarchien stritten seit Jahrzehnten um den Besitz der reichen Provinzen Koilesyrien und Phönizien. Von 219-217 führten Syrien und Ägypten deshalb den Vierten Syrischen Krieg. Antiochos konnte zunächst mehrere Erfolge verbuchen und nahm unter anderem den wichtigen Hafen Seleukia Pieria in Syrien ein. In der Entscheidungsschlacht bei Raphia erlitt er jedoch 217 v. Chr. eine Niederlage, die bis auf den Besitz Seuleukias all seine vorherigen Erfolge zunichte machte.
Antiochos wandte sich nun gegen seinen Vetter Achaios. Er verbündete sich dafür mit den ansonsten anti-seleukidischen Königen von Pergamon, die sich von Achaios bedroht sahen. Schließlich begrenzte Antiochos seinen Verwandten auf dessen Hauptstadt Sardis. Nach einjähriger Belagerung gab die Stadt 213 v. Chr. ihren Widerstand auf, woraufhin Achaios hingerichtet wurde. Damit hatte Antiochos die Zentrifugalkräfte im Seleukidenreich zum Stillstand gebracht. Bereits 220 hatte Atropatene die seleukidische Oberherrschaft wieder anerkannt. Bestand Antiochos' Reich zum Antritt seiner Herrschaft nur noch aus den zentralen Gebieten Syrien und Mesopotamien, hatte er dieses nun auf den Großteil Kleinasiens ausgeweitet und die Grenzen im Norden und Süden konsolidiert.
Diese Kriegszüge hinterließen einen nachhaltigen Eindruck auf die griechische Welt. Die Anabasis des Antiochos wurde propagandistisch in Griechenland höchst erfolgreich ausgenutzt, war allerdings realpolitisch nur von geringem Wert: Die formal unterworfenen Lokalkönige von Parthien, Baktrien und aus Indien sollten das Reich nach dem Tode Antiochos III. schon wieder verlassen.
Als 204 v. Chr. mit Ptolemaios V. ein Kind den Thron Ägyptens bestieg, schmiedete Antiochos neue Pläne zur Eroberung Palästinas. Er unternahm einen neuen Angriff und errang 198 v. Chr. bei Panion an den Quellen des Jordan einen entscheidenden Sieg, der die Herrschaft der Ptolemäer über Palästina beendete (siehe dazu: Fünfter Syrischer Krieg).
Diese Invasion erfolgte 192 v. Chr. und wurde ein vollkommener Misserfolg. Im folgenden Jahr erlitten die Seleukiden bei den Thermopylen eine Niederlage gegen die Römer unter Marcus Porcius Cato dem Älteren und zogen sich nach Kleinasien zurück. Die Römer aber folgten ihnen; bei Magnesia ad Sipylum errang Scipio Asiaticus einen vernichtenden Sieg, nach dem Kleinasien in die Hände Roms fiel. Im Frieden von Apamea (188 v. Chr.) erklärte Antiochos den Verzicht auf alle Länder nördlich des Taurus. Die zuvor von Antiochos unterworfenen Ostprovinzen nutzten die Schwächung, um sich nacheinander vom Seleukidenreich loszusagen. In einem Versuch, den Zerfall seines Reiches aufzuhalten, starb Antiochos 187 v. Chr. in Luristan.
Seinem Nachfolger Seleukos IV. vererbte er ein zerrüttetes Reich, das nur noch aus im Westen bestehenden Reichsteilen Kilikien, Syrien, Palästina, und im Osten Babylonien und Teilen des heutigen Iran (Elam/Susa, Medien/Ekbatana, Persis/Persepolis) bestand. In den Jahren zwischen 141 und 138 v. Chr. werden alle Ostprovinzen (Babylonien, Elam, Medien, Persis) von der aufstrebenden, neuen Macht, dem Partherreich annektiert, sodass das Reich nach der Machtergreifung der Parther (um 140 v. Chr.) bis zur seiner staatlichen Liquiderung durch die Römer (Pompeius/Errichtung der römischen Provinz Syria) 63 v. Chr. de facto nur aus Syrien mit der Hauptstadt Antiocheia bestand. Um 165 v. Chr. ging bereits Palästina während des jüdischen Makkabäer-Aufstandes verloren.
König des Seleukidenreiches | Mann | Seleukiden | Geboren 242 v. Chr. | Gestorben 187 v. Chr.
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