Antimachiavellismus ist eine Gegenströmung zum Machiavellismus, der auf die Schrift Il Principe von Niccolò Machiavelli zurückgeht. In dem Buch geht es um den Erwerb, den Ausbau und die Erhaltung von Macht in Fürstentümern. Die Antimachiavellisten (Anhänger des A.) kritisieren u. a. die Skrupellosigkeit, die Machiavelli als Handlungsempfehlungen ausgibt (die jedoch aus der Situation Italiens zu Beginn des 16. Jahrhunderts verstanden werden müssen).
Als erste Antimachiavellisten können die Jesuiten verstanden werden, die 1557 für eine päpstliche Indizierung (durch Paul IV., selbst Jesuit) der Schrift Il Principe sorgten.
Der Begriff A. geht zurück auf Friedrich den Großen. Dieser verfasste Anti-Machiavel, oder Versuch einer Kritik über Nic. Machiavels Regierungskunst eines Fürsten die 1740 von Voltaire herausgegeben wurde. In ihr setzt sich der Freimaurer kritisch mit Machiavellis Theorie der Macht auseinander. Als Ziel formuliert der Kronprinz „Ich übernehme die Verteidigung der Menschlichkeit wider diesen Unmenschen * Gegengift unmittelbar auf die Vergiftung folge.“ In seinem politischen Testament relativiert Friedrich II. seine Aussagen über Machiavelli und gesteht, dass dieser recht gehabt habe.
Der Antimachiavellist geht von einem prinzipiell anderen Welt- und Menschenbild aus. Während Machiavelli von einem grundsätzlich schlechten, machtgierigen Menschen ausgeht, vertritt A. eine humanistische Sichtweise.
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