Der Begriff Antifa ist ein Akronym des Wortes Antifaschismus und bezeichnet je nach Zusammenhang eine oder mehrere linke, linksradikale oder autonome Gruppierungen oder Organisationen, die sich in ihrem Verständnis von Antifaschismus das Ziel gesetzt haben, nationalistische und rassistische Tendenzen zu bekämpfen. Dies geschieht unter anderem häufig mit besonders betonter Ablehnung von Antisemitismus, Rassismus und Volksgemeinschaft. Oft tragen diese Gruppierungen das Kürzel Antifa in ihrem Namen. Verschiedene Antifa-Gruppen, insbesondere aus dem Umfeld der Autonomen-Szene, stehen in Deutschland unter Beobachtung der Verfassungsschutzbehörden.
Als historisches Beispiel für den Widerstand der Antifaschistischen Aktion zu Beginn der Diktatur des Nationalsozialismus siehe auch unter Mössinger Generalstreik.
Der Antifaschismus war allerdings (noch) nicht der Aktionsschwerpunkt der Autonomen-Bewegung. Die einzelnen antifaschistischen Gruppen sahen sich aber in der Tradition der Antifaschistischen Aktion der 20er Jahre und des antifaschistischen Widerstands zur Zeit des Nationalsozialismus. Antifalogo.png
Auf Grund des befürchteten Wiedererstarkens des Nationalismus und der rechtsextremen Gewalt nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurden diese Ansätze durch Teile der linken Szene intensiviert. Insbesondere innerhalb der Autonomen-Bewegung entwickelte sich der Antifaschimus zum Hauptaktionsfeld. Im Verlauf der 1990er Jahre entstandenen daher sowohl in den alten als auch den neuen Bundesländern Antifa-Gruppen. Angestoßen wurde diese Entwicklung durch die Gründung der „Autonomen Antifa 1990 in Göttingen. Die neu gegründeten Gruppen sahen ihren Aktionsschwerpunkt im Antifaschismus. Im Jahr 1992 organisierte sich ein Teil dieser Gruppen in der Antifaschistische Aktion/Bundesweite Organisation (AA/BO). Zu dieser gehörten neben der Autonomen Antifa [M in Göttingen unter anderem auch die Antifaschistische Aktion Berlin. Obwohl die AA/BO sich im April 2001 auflöste, hinterließ sie sowohl in den neuen als auch in den alten Bundesländern feste Strukturen von antifaschistischen Organisationen.
In den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts zeigten sich Spaltungstendenzen innerhalb der Antifa-Bewegung. Der Riss verläuft zwischen den sogenannten Antideutschen und den sogenannten „Anti-Imps“ (Kurzform von Antiimperialisten). Es geht bei diesem Konflikt primär um die Positionierung zum Nahostkonflikt. Dabei bezichtigen sich die unterschiedlichen Strömungen gegenseitig des Antisemitismus bzw. der Islamophobie. Beispiele hierfür sind die Spaltungen der Göttinger Autonomen Antifa * Mitte 2004 und der Antifaschistischen Aktion Berlin.
Seit etwa Ende 2005 ist jedoch wieder ein Rückgang der Spaltung zu beobachten: Sowohl radikale Antideutsche als auch Antiimps haben innerhalb der Antifabewegung massiv an Bedeutung verloren. Die meisten Antifa-Gruppen definieren sich inzwischen als weder eindeutig antideutsch noch antiimperialistisch, sondern meist als undogmatisch.
Insbesondere autonome Antifa-Gruppen befürworten auch gewaltttätige Aktionsformen. Sie schließen somit illegale und zum Teil auch strafrechtlich relevante Mittel nicht aus: Insbesondere wird zu Blockaden gegen Demonstrationen von rechten Parteien und Organisationen aufgerufen und diese auch durchgeführt. Gelegentlich kommt es dabei zu Straßenschlachten zwischen Mitgliedern der autonomen Antifa und der Polizei. Sachbeschädigungen (Farbsprühanschläge), Diebstahl und Körperverletzungen sind besonders in Universitätsstädten keine Ausnahmen. Teile der autonomen Antifa schließen auch körperliche Gewalt gegen angebliche oder tatsächliche Neonazis nicht aus. Außerdem verüben Mitglieder der autonomen Antifa-Bewegung vereinzelt auch Anschläge gegen Einrichtungen der rechten Szene. Ein neuer Trend in der Antifa-Szene ist die sogenannte „Daten-Antifa“ oder „virtuelle Antifa“. Diese Antifa-Gruppen „hacken“ vermeintlich oder tatsächlich rechtsextreme Webseiten, Online-Shops und Foren, setzen diese dabei meist außer Betrieb und sammeln vertrauliche Daten, die dann oftmals veröffentlicht werden.
Größtenteils wird die bestehende, moderne Gesellschaftsform kritisch bis ablehnend gesehen, da sie den Faschismus erst möglich mache. Dabei wird oft der „Triple Oppression“-Ansatz als Fundament dieser These angeführt. Von der jeweiligen Weltanschauung der beteiligten Gruppen abhängig, wird das Spektrum der Ansichten und Ziele teilweise auch stark erweitert. Vor allem rückt der Kapitalismus als Ursache von Faschismus (und Sexismus als weitere Form von Unterdrückung und Ausbeutung) ins Visier antifaschistischer Gruppierungen.
Vom Bundesamt für Verfassungsschutz werden viele „Antifa“-Gruppen zur gewaltbereiten linksextremen Szene gezählt und stehen daher unter Beobachtung. Das Vorgehen sei durch die lose Organisationsstruktur vielfältig und unterschiedlich ausgeprägt.
„Der ‚Antifaschismus‘“ sei von linksradikalen Gruppen im Allgemeinen „seit jeher nur vordergründig gegen den Rechtsextremismus“ gerichtet gewesen, vielmehr stecke in ihm eine „systemüberwindende Stoßrichtung, um die angeblich unserer Gesellschaftsordnung immanenten Wurzeln des Faschismus zu beseitigen.“Bundesverfasungsschutzbericht 2004: Abschnitt "V. Aktionsfelder 1. 'Antifaschismus'", Seite 170. bzw. Bericht 05: "IV. Aktionsfelder 1. "'Antifaschismus'", Seite 190.
Literatur der Extremismus-Forschung und des Verfassungsschutzes
Literatur gegen die Antifa
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