Die sogenannte Anti Ballistic Missile (Antirakete) ist ein von der Sowjetunion, Israel und den USA eingesetztes Raketen-Abwehrsystem. Es wurde errichtet um die zunehmende Bedrohung von ICBMs abzuwehren. Die kleinen Raketen werden auf verschiedene Weisen eingesetzt um die ICBMs vom Himmel zu holen. Eine erfolgreiche Abwehr ist meistens nur möglich, wenn der Kurs der ICBM auf ballistischen Gesetzten beruht.
Anti Ballistic Missile.jpg
Abwehrmaßnahmen
Jagdraketen
Eine
Radar-gesteuerte Kurzstrecken-Rakete mit geringer
Sprengkraft geht auf Kollisionskurs mit der ICBM für einen (sehr schwierigen) Direktabschuss einer ICBM, ist jedoch eine unsichere Methode, da die ICBM ihren
Kurs ändern könnte und die Reaktionsgeschwindigkeiten der Rakete sehr schnell sein müssen, da sie ansonsten das Ziel verfehlt. Außerdem könnte sie zu schwach sein, um die Rakete zu zerstören.
Neutronenraketen
Eine
Radar-Gesteuerte Mittelstreckenrakete mit höherer Sprengkraft fliegt in die Umlaufbahn der ICBM und zerstört durch einen Nukleargefechtskopf basierten
Röntgenstrahlschock den Hitzeschild so dass der Gefechtskopf unschädlich in der Atmosphäre verglüht.
Sichere Methode, Treffer-
Wahrscheinlichkeit liegt bei ca. 90%, bei Treffer 70%ige
Chance der Zerstörung.
Atomraketen
Eine Radar-Gesteuerte Mittelstrecken-
Atomrakete mit geringer Sprengkraft (<2
Kilotonnen) mit starker
Gammastrahlen-Abgabe lässt den/die
Gefechtskopf/köpfe schmelzen, so kommt es nicht zu einer
Kernspaltung. Fehlschlag ausgeschlossen, sei denn es tritt ein technischer Defekt, Treffer-Wahrscheinlichkeit liegt bei 100%, Zerstörungs-Wahrscheinlichkeit liegt ebenfalls bei 100%. (Sei denn es kommt eine Abwehrmaßnahme zum Einsatz, siehe
unten)
Seismische Rakete
Der Sprengkopf der
Rakete sendet eine starke
Stoßwelle aus (>100
G), die die Rakete im
Weltraum komplett zerbersten lässt und sie so mechanisch zerstört. Die Trefferchance liegt bei ca. 70%, bei einem Treffer ist die Rakete auf jeden Fall zerstört.
ABM Skizze.png
Funktionsweise
Falls einmal der Ernstfall eintritt, sollte das ABM-System wie folgt funktionieren:
1. Phase: Zielerfassung
Die Anfliegende, feindliche
ICBM wird mit Hilfe eines Langstrecken oder Frühwarnradars registriert, die Position der Raketen wird an die ABM-Stellungen geschickt. Sobald Kurs,
Geschwindigkeit und Trefferpunkt bekannt sind, wird die Position an die ABM-Stellung weitergegeben, die dem Aufschlagpunkt am nächsten sind. Hier wird sofort berechnet, wo der beste Ort zum Abfangen ist, und wann die ABMs abgefeuert werden müssen, und ob Jagd- oder andere Raketenarten am Sinnvollsten sind.
2. Phase: Start
Zum geeigneten Zeitpunkt wird die ABM gestartet. Jagdraketen werden meistens beim Beginn des Wiedereintritts gestartet, Seismische Raketen früher, da sie in der Atmosphäre nicht funktionieren, und aus Umweltschutzgründen werden in der Atmosphäre auch keine ABMs mit Nukleargefechtsköpfen gezündet. Während der Flugphase aktiviert sich das Ziel-Köder-Unterscheidungsradar, damit die ABM möglichst nicht auf Täuschkörper anspricht.
3. Phase: Endanflug und Abschuss
Diese Phase ist die kritischste Phase, denn je weiter sich die ABM-Rakete der ICBM nähert umso schwerer ist eine Kurskorrektur. Hier zeigt sich die Schwäche der
Jagdraketen. Dann wird der anfliegende
Gefechtskopf von der ABM getroffen
Gegenmaßnahmen
Als im
ABM-Vertrag heraus kam, dass der potentielle Feind über Abwehrmaßnahmen verfügt, wurden die Großmächte schnell verunsichert und bauten Gegenmaßnahmen in die
ICBMs hinein. Mit der Zeit wurden sie sehr einfallsreich und zuverlässig. Hier werden einmal die wichtigsten aufgezählt:
Radar-Täuschkörper
Um eine ICBM zuverlässig anpeilen zu können, muss ein Radar-Kontakt bestehen. Dann werden die Raketen auf einem
Abfangkurs abgefeuert um das Ziel zu treffen. Doch werden Radar-Täuschkörper ausgestoßen, so
denkt die Elektronik, dass das Ziel stehen bleibt, und steuert auf den Täuschkörper zu. Ist vor allem in den ICBMs der
UdSSR benutzt worden.
Bleiplatten
Eine der einfachsten Methoden. Setzt man dünne Bleiplatten um den Sprengkopf, und auf das Hitzeschild, so sind diese vor Röntgen und Gamma-Strahlen geschützt. Beim Wiedereintritt verglühen sie einfach. Damit wird die Rakete vor den Neutronen- u. Atomraketen geschützt. Einfach aber wirkungsvoll, von beiden Seiten eingesetzt.
Schlenker-Kurs
Mittlerweile dank moderner Technik simpel und günstig. Die Rakete fliegt auf ihrem Kurs mit Hilfe von Steuerdüsen Schlenker, sobald ein internes Radar anfliegende Raketen anzeigt. So werden Jagdraketen noch ungenauer, da der Raketenkurs nicht mehr von ballistischen Gesetzen abhängt.
EMP
Zur Zeit aus Kostengründen noch
Fiktion, aber machbar. Die ICBM wird gegen
EMP-Wellen speziell abgeschottet, und lässt ein bis zwei winzige
Atombömbchen aus einem Schacht heraus mit einer winzigen Sprengkraft (<0,1 Kilotonnen) dessen bei der Explosion entstehender EMP die Elektronik der ABM zerstört. Jedoch könnte man diese ebenfalls gegen den EMP absichern, dann wäre die Methode
teurer Schnickschnack
Sonstige Technik
Frühwarn-Radar
Das
Frühwarn-Radar ist ein von einer der Parteien aufgestelltes
Radar in einem Land in unmittelbarer Nähe des Feindes, damit das Programm die ABM-Raketen vorbereiten kann und den Kurs einstellen kann, so muss nicht in letzter Sekunde alle Daten gesammelt und an die ABM-Rakete übermittelt werden. Idealerweise wären diese Länder für die USA
Mitteleuropa wie z. B.
Deutschland,
Frankreich oder
England.
Für Russland käme vermutlich nur
Kuba in Frage.
(Laut dem
ABM-Vertrag ist das Frühwarnradar verboten)
Mobile Geschütze
Sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass ein
Atomkrieg entfesselt wird, wäre es strategisch von Vorteil, mobile Abschussrampen zu haben. Diese kämen für größere
Satelliten in Frage, die mittels eines
Ionenantriebes beweglich wären und Raketen abfangen. Auch umgerüstete
Schiffe kämen in Frage.
(Diese Methoden wäre ebenfalls eine Verletzung des ABM-Vertrags)
Doch blieben noch immer große Probleme. Ein ABM-Schiff wäre komplett schutzlos, es bräuchte größere Eskorten als ein Flugzeugträger und wäre äußerst verwundbar. Ein Satellit wiederum wäre nicht so einfach verwundbar. Mit Hilfe eines Ionenantriebs wäre er sehr lange mobil, außerdem könnte man in der nahen Zukunft Laserwaffen zur Verteidigung montieren. Zur Zeit jedoch aus kostengründen noch Fiktion.
Landesweite ABM-Stellungen
Um das ganze Land sicher vor
ICBMs zu schützen, kommt man um eine landesweite Raketenabwehr wohl nicht herum. Doch das wäre nicht nur eine schwere Vertragsverletzung, sondern ebenfalls lediglich der erste Schritt. Man bräuchte mindestens ca. 10
Satelliten mit
Ionenantrieb für viel Mobilität und gegenmaßnahmen wie
Laserwaffen zur Verteidigung gegen anfliegende Raketen und feindliche Satelliten. Jeder bräuchte mindestens 50 Raketen und man sollte wenn überhaupt, auf Jagtraketen verzichten, da diese zwar günstig aber sehr unsicher sind.
Alle diese Methoden sind schwere Vertragsverletzungen. Da die
USA
allerdings vom Vertrag zurücktraten, könnten sie diese Theorien in die Praxis umsetzen.
Verträge
Im Jahr 1972 wurde in einem Abkommen beider Seiten (
USA und
UdSSR) zugegeben, dass das jeweilige Land über mindestens 500 stationierte Raketen in ca. 5 Abwehrstationen im Land hat und das diese nicht weiter existieren dürfen, sondern höchstens zwei, später eine, mit höchstens 100 Raketen haben darf. So wurde einer gegenseitigen Zerstörung keine Absage erteilt, jedoch einer zuverlässigen. Raketenabwehr schon.
Die Gesetze sind
hier nachzulesen..
1976 wurde das ABM-System größtenteils abgeschaltet, denn Anfang der 80er-Jahre begann
Ronald Reagan mit dem
SDI Programm welches Scherzhaft u. a. als "
Star-Wars-Programm" bezeichnet wurde um russische Raketen mit einem
Laser abzufeuern. Das Projekt scheiterte und Amerika ist nur noch spärlich mit ABM geschützt, auch Russland hat mittlerweile auch wegen finanzieller Probleme kein ABM-System mehr, da ihnen nach dem Mauerfall das Geld ausging.
Verletzungen
Die USA trat unter
George W. Bush im Jahr 2002 von diesem Vertrag zurück und baut ein neues ABM-Netzwerk. Russland kann wegen finanzieller Probleme kein neues ABM-Netzwerk aufbauen.
Ende der ABMs
Das Antiraketen-System
ABM hat heutzutage eine eher untergeordnete Bedeutung in der Raketenabwehr. Das liegt vor allem daran, das aus "Interkontinentalen
Ballistischen Raketen" "Interkontinentale
Flugkörper" wurden, da ihre Flugbahn meistens nicht mehr allein von ballistischen Gesetzen abhängt, sondern die Raketen Kurven fliegen und gelenkt sind, oder wie im
MIRV-System die Raketen gleiche mehrere Gefechtsköpfe zur Erde "senden". So hat eine ABM-Rakete nicht mehr viel praktisches Nutzen.
Links
Aus der Sicht von Friedenspolitikern
Siehe auch: Salt-Vertrag
Rakete
Anti-ballistic missile | טיל נגד טילים | 弾道弾迎撃ミサイル | ABM