| Antequera | - bgcolor="#FFFFFF" | Wappen_fehlt.jpg | Spanien_Antequera.PNG | - | Basisdaten | - bgcolor="#FFFFFF" | Staat: | Spanien | - bgcolor="#FFFFFF" | Region: | Andalusien | - bgcolor="#FFFFFF" | Provinz: | Málaga | - bgcolor="#FFFFFF" | Einwohner: | 43.206 (1. Januar 2005) | - bgcolor="#FFFFFF" | Fläche: | 817 km² (Gemeindegebiet) | - bgcolor="#FFFFFF" | Höhe: | 575 m ü. NN | - bgcolor="#FFFFFF" | Geografische Lage: | - bgcolor="#FFFFFF" | Postleitzahl: | 29200 | - bgcolor="#FFFFFF" | Telefonvorwahl: | (+34) 952 | - bgcolor="#FFFFFF" | KFZ-Kennzeichen: | MA
| - bgcolor="#FFFFFF" | Nächster Flughafen: | Flughafen Málaga | - bgcolor="#FFFFFF" | Antequera_Lagekarte.png | - bgcolor="#FFFFFF" | Homepage der Stadt Antequera | - bgcolor="#FFFFFF" | Antequera_Gesamtansicht2004.jpg |
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Antequera ist eine Stadt in der andalusischen Provinz Málaga (Spanien). Seit dem 16. Jahrhundert trägt sie, wegen ihrer Bedeutung für Kultur und Geschichte des Landes und der geographischen Lage an den Verbindungswegen zwischen den großen andalusischen Städten Málaga, Granada, Córdoba und Sevilla, den Beinamen "Herz von Andalusien".
Traditionell waren landwirtschaftliche Produkte (Oliven, Getreide, Schafwolle), die Verarbeitung dieser Rohstoffe (Olivenöl, Textilien) sowie das Handwerk (Möbel) die bestimmenden Zweige der Wirtschaft der Region. Heute ist der Tourismus der bestimmende Wirtschaftszweig. Antequera ist vor allem regional, aber in zunehmenden Maß auch international, ein Reiseziel kulturell interessierter Reisender. In den Museen der Stadt befinden sich rund 80 % aller Kunstschätze der Provinz Málaga, was sie zu einem der kulturellen Zentren ganz Andalusiens macht.
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Ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. besiedelten Iberer die Region, deren kulturelle und wirtschaftliche Kontakte mit den Phöniziern und Griechen durch zahlreiche archäologische Funde belegt sind. Um die Mitte des 1. Jahrtausend v. Chr. vermischten die Iberer sich teilweise mit den zuwandernden Kelten (siehe auch: Keltiberer) und bildeten in Südspanien, dem heutigen Andalusien, das Volk der Turdetaner (siehe auch: Tartessos).
Ab der Mitte des 1. Jahrtausends wurden die Römer zusehends von über die Pyrenäen eingewanderten Völkern wie den Wandalen, Alanen und Sueben verdrängt. Für kurze Zeit übernahmen oströmische Byzantiner die Macht, wurden aber ihrerseits von den Westgoten besiegt.
Mit der Schlacht bei Las Navas de Tolosa (1212), in der die zu jener Zeit herrschenden Almohaden den vereinigten Heeren der christlichen Königreiche im Norden der Halbinsel unterlagen, begann der Niedergang des maurischen Al-Andalus. Medina Antaquira, damals von etwa 2.600 Menschen bewohnt, wurde damit, als eine der nordlichsten Städte des verbliebenen Königreichs der Nasriden von Granada, zu einer wichtigen Grenzstadt. Zur Verteidigung gegen die Truppen der katholischen Königreiche im Norden wurden die Befestigungsanlagen ausgebaut und auf dem die Stadt überblickenden Hügel eine Burg errichtet, die Alcazaba. Von dieser Festung sind heute nur noch wenige Teile der Befestigungsmauern und einige Türme, darunter der später von den Spaniern aus- und umgebaute Torre del Homanje, zu sehen.
Rund zweihundert Jahre war Medina Antaquira immer wieder Angriffen der christlichen Könige ausgesetzt (siehe auch: Reconquista). Erst am 16. September 1410 konnte ein Heer unter Führung Ferdinands I. von Aragón („Infante Don Fernando") die Stadt erobern. Durch diesen Sieg erhielt der 1412 zum König von Aragonien erhobene Herrscher auch den Beinamen „Ferdinand von Antequera" (Don Fernando de Antequera). Die Hauptstraße Antequeras trägt heute noch seinen Namen: Calle Infante Don Fernando. Nach der Schlacht von 1212 gilt die Eroberung Antequeras als zweiter entscheidender Sieg der „katholischen Könige" in ihrem Bestreben die Mauren aus Spanien zu verdrängen.
Antequera wurde zur bedeutenden Handelsstadt am Kreuzungspunkt der Routen zwischen Málaga im Süden, Granada im Osten, Córdoba im Norden und Sevilla im Westen. Diese Position, zusammen mit der florierenden Landwirtschaft, den für ihre Arbeit bekannten Handwerkern und den kulturellen Errungenschaften der Stadt, trugen dazu bei, dass Antequera ab dem 16. Jahrhundert den Beinamen „Herz von Andalusien" erhielt. In dieser Zeit veränderte sich auch das Stadtbild grundlegend. Moscheen und Häuser wurden niedergerissen und an deren Stelle neue Gebäude, oft Kirchen, errichtet. Die älteste Kirche Antequeras, die spätgotische Iglesia San Francisco, entstand um das Jahr 1500.
1504 wurde „La Collegial" gegründet, ein humanistischer Lehrstuhl für Grammatik, wo sich in der Folge eine Reihe für die spanische Renaissance bedeutender Schriftsteller und Gelehrter versammelten. Im Verlauf des 16. Jahrhunderts entstanden auch die Schule der Dichter von Antequera, der neben anderen Pedro Espinosa, Luis Martín de la Plaza und Cristobalina Fernández de Alarcón angehörten, und die Schule für plastische Künste, deren Künstler vor allem an den zahlreichen Kirchenbauten Beschäftigung fanden und deren Werke auch in den umliegenden Regionen um Sevilla, Málaga und Córdoba gefragt waren. Unter den neu errichteten Kirchen waren die Stiftskirche San Sebastián im Stadtzentrum und die größte und prunkvollste der Stadt, Real Colegiata de Santa María, mit ihrer reich verzierten manieristischen Fassade.
Bis ins 18. Jahrhundert hinein entstanden noch eine Vielzahl weiterer Kirchenbauten (heute befinden sich in der Stadt insgesamt 32) und auch Paläste für die Mitglieder des Adels und die wohlhabenderen Bürger im Stil des spanischen Barock.
Die kulturelle Blütezeit Antequeras ging Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts allmählich zu Ende. Spanien musste den Verlust seiner amerikanischen Kolonien hinnehmen und verlor auch eine Reihe entscheidender kriegerischer Auseinandersetzungen in Europa. Damit einher ging eine tiefgreifende wirtschaftliche Krise, die in einigen Regionen des Landes sogar dazu führte, dass die Menschen wieder zum Tauschhandel übergingen. Kirche, Adel und Großbürgertum - die Großgrundbesitzer - zuvor die Auftraggeber und Mezäne der Kunstschaffenden, verloren den Großteil ihrer Vermögen und konnten damit weder weitere Kirchenbauten, noch Paläste bezahlen. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts erlebte Spanien durch eine Reihe von Reformen - insbesondere eine Landreform und die Zurückdrängung der Macht der Kirche (Ausweisung der Jesuiten 1767) - einen langsamen wirtschaftlichen Aufschwung. Für Antequera wurde vor allem die Textilproduktion zum wesentlichen Wirtschaftszweig. 1804 wurde der Aufschwung der Stadt von einer Gelbfieberepedemie und den wenig später folgenden Napoleonischen Kriegen unterbrochen. Eine weitere schwere Krise erlebte die Textilindustrie Antequeras im frühen 20. Jahrhundert. Erst ab den 1960er Jahren, als die nahe gelegene Costa del Sol sich zur internationalen Tourismusdestination entwickelte, erlebte auch Antequera wieder einen wirtschaftlichen Aufschwung. Heute ist die Stadt sowohl ein touristisches, wie auch, vor allem, ein kulturelles Zentrum von überregionaler Bedeutung.
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