Der Antagonismus (griechisch ανταγωνισμός, andagonismós - der Widerstreit, Wettbewerb, von αντι~, anti~ - gegen~ und αγώνας, agónas - der Wettstreit, das Rennen bzw. vom Antagonisten abgeleitet) bezeichnet allgemein einen unversöhnlichen Gegensatz oder Widerstreit. Die beiden einander widerstreitenden Gegebenheiten (z. B. Funktionen oder Personen) werden in Bezug aufeinander Antagonisten genannt. Es ist relativ willkürlich, welchen von ihnen man den Agonisten (und damit den anderen "seinen" Antagonisten) nennt, doch haben sich auf manchen Sachgebieten Sprachgewohnheiten für die Benennung einer konkret bezeichneten Gegebenheit als den Agonisten innerhalb einer antagonistischen Beziehung ausgebildet. Antagonismus ist weit verbreitet und könnte zusammen mit Polarität und Komplementarität als Aspekt der Dualität in allen Bereichen der Realität gegeben sein, wie folgende Beispiele vermuten lassen:
Zwei Einheiten eines dualen funktionellen Systems entfalten entgegengesetzte Wirkungen. Formen des Antagonismus:
Im Kommunikationsbereich gibt es eine große Zahl antagonistischer "Wirkungen", weil das, was dem einen nutzt, dem anderen (oft) schadet; so entstehen Konkurrenzsituationen z. B. zwischen
So wie sich der Antagonismus im Physischen ins Psychische fortsetzt, so setzt sich der psychische Antagonismus ins Geistige fort: Wie die Neue Gestaltpsychologie zeigt, besteht auf der 5. Stufe der visuellen Gestaltfaktoren-Hierarchie ein Antagonismus zwischen den das Figur-Erleben und den das entsprechende Umfeld-Erleben bedingenden Gestaltfunktionen. Das heißt: Innerhalb des Figur-Umfeld-Systems gibt es zu der einen Figur nur ein Umfeld, nämlich "ihr" Umfeld. Und zu einem Umfeld gibt es nur die eine Figur, nämlich "seine" Figur. Mit anderen Worten: "Etwas" (Wahrgenommenes) ist entweder Figur oder es ist Umfeld; ein Drittes gibt es nicht. Läßt man die Bestimmung "Wahrgenommenes" weg, so haben wir drei abstrakte Aussagen, und die nennt man in der Philosophie die "Axiome der Logik": "Etwas ist A" (Satz der Identität) "Oder es ist Nicht-A" (Satz des Widerspruchs) "Ein Drittes gibt es nicht." (Satz vom ausgeschlossenen Dritten). Diese Axiome sind somit die mentale Fortsetzung der auf der 5. Stufe der psychischen Hierarchie implizit erlernten Beziehungen zwischen den Dingen der Welt.
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