Ansfelden ist eine Stadt mit 15 650 Einwohnern im oberösterreichischen Zentralraum, die vor allem durch die Nähe zur weiter nördlich gelegenen Landeshauptstadt Linz geprägt ist. Der zuständige Gerichtsbezirk ist Traun.
Geografie
Ansfelden liegt auf einer Seehöhe von 289 m ü.
NN im Zentralraum von
Oberösterreich. Das Stadtgebiet grenzt im Norden an die Landeshauptstadt
Linz und an die Stadt
Traun, im Osten an
Sankt Florian, im Süden an
Sankt Marien, im Südwesten an
Neuhofen an der Krems und im Westen an
Pucking.
Die Stadt umfasst fünf Katastralgemeinden:
- Ansfelden, Fleckendorf, Kremsdorf, Nettingsdorf und Rapperswinkel.
Sie hat jedoch vierzehn Ortschaften:
- Audorf, Berg, Freindorf, Fürhappen, Grabwinkel, Haid, Moos, Vordermayrberg und Weißenberg plus die 5 Katastralgemeinden.
Die allgemeine Verkehrsituation ist in der Stadt sehr günstig, sowohl von der überregionalen als auch von der regionalen Seite betrachtet. Überregional sind es die Westautobahn (A1), die Mühlkreisautobahn (A7) und die Welser Autobahn (A25). Weitere wichtige Verkehrsverbindungen sind die Kremstalstraße (B139) und die Bahnlinie Linz–Selzthal.
Weithin ins Umland sichtbar ist der Turm der Richtfunkstation Ansfelden, der sich auf den Hügelketten im Süden der Stadtgemeinde befindet. Er steht in historischer Verbindung zum Kurzwellensender Fleckendorf.
Wappen
Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens:
Durch eine silberne Wellenleiste vom Schildfuß zum Schildhaupt schräglinks geteilt; oben in Grün eine Reihe von sechs silbernen, jeweils unten etwas kürzeren Orgelpfeifen, unten in Rot ein silbernes Zahnrad. Die Gemeindefarben sind Grün-Gelb-Rot.
Geschichte
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Erste gesicherte urkundliche Erwähnung Ansfeldens im späten 8.Jahrhundert. Die Ortsbezeichnung Ansfelden leitet sich von Albinsvelt und Alpunesfeld (
Albuni) her. Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum
Österreich ob der Enns zugerechnet. Während der
Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt.
Seit 1918 gehörte der Ort zum Bundesland
Oberösterreich. Nach dem
Anschluss Österreichs an das
Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum "Gau Oberdonau".
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Ansfelden zur Amerikanischen Besatzungszone im besetzten Nachkriegsösterreich und zum wiederhergestellten Bundesland Oberösterreich. Von der amerikanischen Militärverwaltung wurde auf dem Gelände eines ehemaligen Kriegsgefangenenlagers im Ortsteil Haid ein DP-Lager eingerichtet für so genannte Displaced Persons. Später wurden dort Heimatvertriebene aus dem Osten untergebracht. Ab Mitte der 1950er Jahre wurde Haid zu einer modernen Satellitenstadt Ansfeldens mit großer Infrastruktur ausgebaut.
Politik
Bürgermeister und Gemeinderat
Bürgermeister ist Walter Ernhard von der SPÖ, der im Bedarfsfall von seinen zwei Vizebürgermeisterinnen und seinem Vizebürgermeister vertreten wird. 37 MandatarInnen sitzen im Gemeinderat (24 SPÖ, 7 ÖVP, 3 FPÖ, 3 Grüne). Der Stadtrat zählt 9 Mitglieder (7 SPÖ, 2 ÖVP). Weiters sind 22
Gremien aktiv (Stand: Juni 2006).
Einwohnerentwicklung
1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 14.636 Einwohner, 2001 dann 14.805 Einwohner.
Kultur in Ansfelden
Ansfelden anton bruckner centrum.jpg
Kultur rund um Anton Bruckner
Nicht nur den LiebhaberInnen klassischer Musik ist Ansfelden durch das Geburtshaus des Komponisten
Anton Bruckners bekannt. Er wurde am
4. September 1824 geboren und wuchs in Ansfelden auf.
Im Jahre 1996 wurde in Erinnerung an den 100. Todestag von Anton Bruckner das ABC (Anton Bruckner Centrum)' gebaut, welches als Veranstaltungszentrum genutzt wird. Die Buchstaben ABC haben folgende Bedeutung:
- Einerseits sind die Buchstaben A, B und C die Anfangsbuchstaben des Alphabets. Dies soll auf der einen Seite im Kontext zu Bruckners Tätigkeit als Lehrer stehen.
- Andererseits dienen die drei Buchstaben als Abkürzung für den Namen des Veranstaltungszentrums Anton Bruckner Centrum, wobei Centrum in der zu Bruckners Lebzeiten üblichen Schreibweise geschrieben wird.
Zu Ehren des Komponisten wurde auch der "Sinfonie-Wander-Weg" angelegt, welcher vom Geburtshaus des Musikers im Zentrum der Stadt durch Wiesen und Wälder in die Nachbargemeinde Sankt Florian bei Linz - einer seiner Wirkungsstätten als Organist und seiner Grabesstätte - führt.
Tradition und Kultur der Stadtgemeinde Ansfelden wurden durch einen Kommentar des Ansfeldener Bürgermeisters Walter Ernhard im August 2001 in einem Radiointerview kurz und prägnant folgendermaßen definiert: "... uns ist das Hühnergeschrei von Ansfelden immer noch lieber, als wenn der Muezzin runterruft ... zumal das ja auch der Geburtsort von Anton Bruckner ist ...".
[http://www.gedenken.org/german/archive_text_allg1.htm] [http://www.gajwien.at/suspect/GAJ-Chronologiearchiv00-01.htm#20]
[http://www.gedenken.org/german/news_info_at.htm]
Rathausfestsaal, Galerien
Neben dem ABC im Ortszentrum von Ansfelden gibt es im Stadtteil Haid den Rathausfestsaal. Dort finden regelmäßig Vorstellungen von nationalen und internationalen KabarettistInnen statt.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Straße
Im Stadtgebiet von Ansfelden befinden sich zwei wichtige überregionale Verkehrsknotenpunkte:
- Der Autobahnknoten Linz im Stadtteil Freindorf, wo die Mühlkreisautobahn A7 von der Westautobahn A1 in Richtung Norden abzweigt.
- Der Autobahnknoten Haid im Stadtteil Berg, wo die Welser Autobahn A25 von der Westautobahn A1 in Richtung Nordwest abzweigt.
Wichtige innerstädtische Verkehrsrouten
- Traunufer Landesstraße L563 (Ost-West) von der Stadtgrenze zu Linz durch die Stadtteile Freindorf, Audorf, Rapperswinkel, Haid bis zur Stadtgrenze nach Pucking. Sie verläuft nördlich versetzt parallel zur Westautobahn.
- Kremstal Straße B139 (Nord-Süd) von der Stadtgrenze zu Traun durch die Stadtteile Haid, Kremsdorf und Ritzelhof zur Stadtgrenze nach Neuhofen an der Krems.
- Ansfeldner Landesstraße L1394 (Nord-Süd) vom Kreisverkehr im Stadtteil Ansfelden in Richtung Süden durch die Stadtteile Ansfelden und Fleckendorf und das Florianerholz zur Stadtgrenze nach St. Florian bei Linz.
- Ritzelhof Landesstraße L1392 (Ost-West) von der Kreuzung mit der Traunufer Landesstraße im Stadtteil Audorf durch den Stadtteil Kremsdorf zur Kreuzung mit der Kremstal Bundesstraße beim Shopping Center Haid.
- Wambacher Straße (Gemeindestraße, West-Ost) durch die Stadtteile Nettingsdorf, Moos, Grabwinkel, Fleckendorf, Vordermayrberg zur Stadtgrenze nach Linz. Sie verläuft im Wambachtal südlich versetzt parallel zur Westautobahn.
Eisenbahn
Im Stadtteil Kremsdorf befindet sich der
Bahnhof Nettingsdorf. Die durch ihn verlaufende
Pyhrnbahn ist ab hier in Richtung Süden (
Selzthal) nur mehr eingleisig ausgebaut. Zwischen 1988 und 1995 wurden zwischen Linz Hbf und Nettingsdorf Schnellbahnzüge geführt, deren südlicher Endbahnhof mit jeder Fahrplanperiode ausgeweitet wurde: Zuerst nach
Rohr im Kremstal, später nach
Kirchdorf an der Krems. Der Bahnhof Nettingsdorf ist auch ein Verschubbahnhof für die in unmittelbarer Nähe liegende und durch einen Gleisanschluss verbundene
Papierfabrik Nettingsdorf.
Im Stadtteil Rapperswinkel befindet sich die Haltestelle Ansfelden. Sie ist als Inselbahnsteig ausgeführt und mit einem Lastengleis für die in der Industriestraße liegenden Firmen ausgerüstet.
Ansfelden papierfabrik nettingsdorf.jpg
Bekannte und dominierende Unternehmen
Die
smurfit kappa Nettingsdorfer (früher
Papierfabrik Nettingsdorf) ist wohl der bekannteste und auch für Teile der Bevölkerung identitätsstiftende Industriebetrieb aus Ansfelden mit Sitz im Stadtteil Nettingsdorf. Dominierend im Stadtbild sind das
Shopping Center Haid sowie die Ansiedlung von Handelsbetrieben aus der Möbel- und Baubranche entlang der A1 im Stadtteil Audorf.
Öffentliche Einrichtungen
Kindergärten
Für die allerjüngsten Gemeindebürger wird von den
Kinderfreunden die
Krabbelstube Zwergerldorf im Stadtteil Haid betrieben.
Für die Eltern von Gemeindebürgern ab 3 Jahren stehen in Summe 5
Kindergärten zur Auswahl: Der Kindergarten Ansfelden, Kindergarten Freindorf, die Kindergärten Haid I und Haid II, sowie der Kindergarten Kremsdorf samt Expositur.
Bildungseinrichtungen
Ansfelden besitzt drei Volksschulen (VS Ansfelden, VS Kremsdorf, VS Haid), drei Hauptschulen (HS Ansfelden, HS Haid 1, HS Haid 2) und einen Polytechnischen Lehrgang (zur Hauptschule Haid II gehörend). Allen Gemeindebürgern steht die
Stadtbücherei im Stadtteil Haid zur Verfügung.
Freizeiteinrichtungen
In jedem Stadtteil gibt es zumindest einen öffentlichen Spielplatz. In den Stadtteilen Ansfelden und Nettingsdorf wurden Skaterplätze errichtet. Insgesamt drei Jugendtreffs werden in den Stadtteilen Freindorf, Nettingsdorf und Haid von einem privaten Verein im Auftrag der Stadtgemeinde betrieben.
1994 wurde im Stadtteil Haid das
Erlebnisbad Haid eröffnet, welches mit 85 m langer Wasserrutsche, Speed-Rutsche, Sprungturm und Strudelbecken an heißen Sommertagen Abkühlung bieten kann.
Sportvereine (Auswahl)
- Ansfeldner Radclub
- ASK Nettingsdorf - Judo
- ASK Nettingsdorf - Laufsport
- ASK Nettingsdorf - Sportkegeln
- ASK Nettingsdorf - Tischtennis
- ASK Nettingsdorf - Tae Kwon Do
- ASK Nettingsdorf - Volleyball
- ASKÖ Tennis Center Fussl Ansfelden
- DSG Sportunion Haid - Fußball
- Fußballclub Union Ansfelden
Weblinks
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