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Der Ansari X-Prize (bis Mai 2004 X-Prize) war ein 1996 gestarteter Wettbewerb der US-amerikanischen X-Prize Foundation, der den ersten erfolgreichen privaten und bemannten suborbitalen Raumflug prämierte. Durch den erfolgreichen Flug des SpaceShipOne am 4. Oktober 2004 entschied Scaled Composites den mit 10 Millionen Dollar dotierten Wettbewerb für sich.

Entstehung des X-Prize


Die Idee für einen Preis hatten im Januar 1996 Peter Diamandis und sein Freund Gregg Maryniak in einem Speisesaal des Racquet Club am Kingshighway in St. Louis. Geldgeber der ersten Stunde waren

  • Ralph Korte, Präsident der Korte Construction Company, einer Konstruktionsfirma aus Illinois
  • Dr. William Danforth von der Washington University in St. Louis
  • Andrew Taylor von der Firma Enterprise Leasing's
  • Walter Metcalfe Jr. von der Firma Bryan Cave
  • Sam Fox von der Harbour Group
  • Doug King vom St. Louis Science Center
  • Hugh Scott, ehemaliger Präsident der Firma Clayton, nun Präsident der Firma Iota Group Inc.
  • Steve Schankman von der Contemporary Group.

Deren Spenden von insgesamt 50.000 US-Dollar ermöglichten es, die Basis für eine rund 100 Mitglieder starke Gruppierung zu legen, die auch unter dem Namen New Spirit of St. Louis Organization bekannt ist und in genau dem Speisesaal gegründet wurde, wo der Orteig-Preis ausgeschrieben wurde, der Charles Lindbergh dazu animierte, mit seinem Flugzeug Spirit of St. Louis den Atlantik zu überqueren.

Nachdem der Grundstock gelegt war, konnten weitere und erheblich finanzkräftigere Geldgeber gefunden werden. Die First USA Bank (BankOne) gab eine Million US-Dollar, die New Spirit of St. Louis Organization und die Danforth Foundation spendeten eine halbe Million. Weitere Großspenden stammen von James Smith McDonnell (1899-1980, McDonnell Douglas) und Tom Clancy. Die Multimillionen-Dollarspende der iranischen Unternehmerin Anousheh Ansari und ihres Schwagers Amir Ansari führte am 5. Mai 2004 zur Umbenennung der Auszeichnung zu Ansari X-Prize.

Zweck des Wettbewerbes


Der Wettbewerb diente zur Förderung der Weltraumindustrie im privaten Sektor - von einer Regierung unterstützte Bewerber waren nicht zugelassen. Ziel war der Beweis, dass Weltraumflüge für Firmen und Privatpersonen zugänglich und erschwinglich sind, sowie das Ausloten der Möglichkeit des Weltraumtourismus. Kreative Ideen sollten gefördert werden, die den momentan teuren Transport von Menschen und Nutzlasten in eine Erdumlaufbahn, beispielsweise mit dem Spaceshuttle, preisgünstiger machen sollten.

Teilnahmebedingungen


Das Preisgeld von 10 Millionen Dollar stand dem ersten zu, der folgende fünf Anforderungen erfüllte:

  • Das Raumfahrzeug musste von privater Hand finanziert und gebaut werden.
  • Das Raumschiff musste zweimal innerhalb von zwei Wochen an die Grenze der Erdatmosphäre in 100 km Höhe fliegen.
  • Das Raumschiff musste einen Piloten sowie mindestens zwei Passagiere (oder alternativ jeweils 90 kg Ballast anstelle eines fehlenden Passagieres)
  • Mindestens 90% des Raumschiffs musste wiederverwendbar sein.
  • Die Flüge mussten bis zum 1. Januar 2005 durchgeführt werden.

Da herkömmliche Raketen nicht wiederverwendbar sind, hatten diese keine Chance auf den Ansari X-Prize. Weiterhin durfte der Flug die Passagiere nicht mehr als 100.000 US-Dollar kosten.

Insgesamt bewarben sich 26 Teams aus sieben Staaten um den X-Prize. Es war festgesetzt, dass das Preisgeld verfiel, wenn der Preis nicht bis zu der festgesetzten Frist gewonnen wurde. Die Teilnehmer kamen überwiegend aus den USA, daneben auch aus Großbritannien (Starchaser Industries), Kanada, Argentinien, Russland, Rumänien (Mitglieder der Aeronautics and Cosmonautics Romanian Association arbeiteten an einer Rakete) und Israel.

In Zukunft soll jedes Jahr ein zweiwöchiger X-PRIZE-CUP stattfinden.

Ergebnisse des Wettbewerbs


Scaled Composites

Am 21. Juni 2004 stellte Michael Melvill mit dem bemannten SpaceShipOne der Firma Scaled Composites mit 100 Kilometern Flughöhe einen Höhenrekord für private Raumschiffe auf. Damit galt das Unternehmen als größter Favorit für den X-Prize.

Am 27. Juli 2004 kündigte Scaled Composites an, am 29. September 2004 den ersten der erforderlichen zwei Flüge zum Gewinn des Preises unternehmen zu wollen. Dieser Flug fand planmäßig statt. Das Raumschiff mit Pilot Mike Melvill erreichte eine Höhe von 337.500 Fuß (102,9 km), also etwas mehr als gefordert. Die Triebwerke brannten 77 Sekunden. Statt Passagieren wurden Gewichte transportiert. Am 4. Oktober 2004 wurde der zweite Flug mit Brian Binnie als Pilot absolviert. Sicherheitshalber war ein zusätzlicher dritter Flug geplant, falls der zweite nicht die Kriterien erfüllen sollte. Brian Binnie oder Peter Siebold waren dabei als Piloten eingeplant.

Mit diesem zweiten Flug gewann Scaled Composites den X-Prize.

Da Vinci Project

Der Leiter des kanadischen Da Vinci Projects, Brian Feeney, teilte am 5. August 2004 mit, dass man am 2. Oktober 2004, also nur drei Tage nach dem ersten Preisflug von SpaceShipOne, die Raumkapsel Wild Fire Mark VI starten wolle. Spätestens zwei Wochen darauf sollte der zweite Flug stattfinden. Ende September 2004 verschob das da Vinci Project den ersten offiziellen X-Prize-Flug auf unbestimmte Zeit. Einige Tage später erweiterte die kanadische Regierung das Startfenster bis Ende Oktober 2004.

Space Transport Corporation

Die Firma Space Transport Corporation gab bekannt, dass am 4. Juli 2004 ein unbemannter Testflug mit einer Zweistufenrakete auf 17 Kilometer Höhe gelungen sei. Am 8. August führte ein weiterer unbemannter Testflug zum Verlust des Raumschiffs Rubicon 1. Die Finanzierung des Nachfolgers Rubicon 2 war zunächst nicht möglich.

Armadillo Aerospace

Die Firma Armadillo Aerospace, ein weiterer ernstzunehmender Mitbewerber, teilte am 3. Juli 2004 auf ihrer Homepage mit: "As far as we know, everything is completely ready for flight testing on the big vehicle". ("Soweit wir es beurteilen können, ist alles bereit für Testflüge mit dem großen Fahrzeug.") Man wollte noch im Jahr 2004 das Raumschiff fertigstellen, aber indirekt war aus einem Pressetext am 27. Juni 2004 zu entnehmen, dass man sich so gut wie geschlagen gab.

Space Adventures / Mjasischtschew

Die Firma Space Adventures wies am 28. Juni 2004 nochmal auf die russische Konkurrenz zu SpaceShipOne hin. Dabei handelt es sich um ein Flugzeug namens Cosmopolis XXI, das vom Moskauer Konstrukteursbüro Mjasischtschew mit finanzieller Unterstützung des US-Unternehmens Space Adventures entwickelt wurde. Ein Prototyp war 2002 auf dem Moskauer Aerosalon zu sehen gewesen. Wie SpaceShipOne werde Cosmopolis XXI mit einem Trägerflugzeug in 17 Kilometer Höhe gebracht und ausgeklinkt. Dann setze es mit einem Raketentriebwerk den Flug an den Rand des Weltraums fort. Als Trägermaschine diene eine zweimotorige M-55 Geofisika, die normalerweise für Umweltbeobachtungen eingesetzt wird.

Arcaspace

Zur allgemeinen Überraschung kündigte am 15. Juli 2004 auch das rumänische Team Arcaspace einen Testflug für Juli an. Dieser sollte in eine Höhe von 10 Kilometer führen.

Bristol Spaceplanes

Neben den oben genannten Teilnehmern am Ansari X-Prize ging unter anderem auch die britische Firma Bristol Spaceplanes mit ihrem Projekt, dem Ascender, in den Wettbewerb. Jedoch waren die Bemühungen des Unternehmens im Rahmen des Wettbewerbes nicht mit Erfolg gekrönt.

Nachfolgepreis


Nach der erfolgreichen Preisverleihung des X-Prize wurde der America's Space Prize ausgeschrieben.

Weblinks


Weblinks zu den teilnehmenden Teams


Alle anderen Mitbewerber haben auf ihren Internetseiten keine erkennbaren Aktivitäten dokumentiert. Personen und Organisationen (Raumfahrt)

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