Die Anorektika (griech. anorektein : „keinen Appetit haben“) oder Appetitzügler sind Arzneistoffe mit appetithemmender Wirkung, die zum Zweck der Gewichtsreduktion eingesetzt werden. Diese Wirkung beruht auf einer Hemmung des Hungerzentrums oder einer Beeinflussung des Sättigungszentrums im Hypothalamus des Gehirns. Die bekanntesten Vertreter dieser Stoffgruppe sind Aminorex, Cathin, Phentermin, Fenfluramin, Dexfenfluramin, Sibutramin und Rimonabant. Viele dieser Arzneistoffe werden auf Grund schwerer Nebenwirkungen, wie z.B. pulmonale Hypertonie und Herzklappenschäden nicht mehr therapeutisch verwendet.
Auch eine Hemmung des Cannabinoid-Rezeptors CB1 führt zu einer signifikanten Appetithemmung. Als weitere Zielstrukturen für neue Anorektika werden derzeit insbesondere Rezeptoren für Opioide, Neuropeptid Y, das Appetit hemmende Hormon Leptin und das Appetit anregende Hormon Ghrelin untersucht.
Die beobachteten Gewichtsreduktionen sind jedoch immer auf den Einnahmezeitraum beschränkt. Studienteilnehmer, die während der Einnahme von Anorektika einen signifikanten Gewichsverlust erfuhren, kehrten nach Beendigung der Einnahme wieder zum Ausgangsgewicht zurück. Der Nutzen der Anorektika wird daher als zweifelhaft angesehen.
Im Leistungssport gelten viele Appetitzügler als Dopingmittel.
Völlig von den Amphetamin-Derivaten verschieden ist hingegen der Cannabinoid-Rezeptorantagonist Rimonabant.
Auch pflanzliche Präparate, wie z.B. Extrakte der südafrikanischen Sukkulente Hoodia gordonii, werden als Appetitzügler beworben. Die Wirksamkeit und insbesondere die Unbedenklichkeit dieses Extrakts ist jedoch umstritten.
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