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180px-Droste-Hülshoff 2.jpg Annette von Droste-Hülshoff, mit vollem Namen: Anna Elisabeth Franzisca Adolphine Wilhelmine Ludovica Freiin Droste zu Hülshoff, (* 10. Januar, 12. Januar oder 14. Januar 1797 auf Burg Hülshoff in Havixbeck bei Münster in Westfalen; † 24. Mai 1848 in Meersburg am Bodensee) war eine deutsche Schriftstellerin. Sie gilt als eine der bedeutendsten deutschen Dichterinnen.

Leben


Münster Haus Rüschhaus.jpg in Münster-Nienberge]] Droste_Haus.jpg Annette von Droste-Hülshoff stammte aus dem altwestfälischen, katholischen Adel. Das Geburtsdatum der Schriftstellerin ist heute umstritten, weil im Taufregister der Pfarrkirche in Roxel das Geburtsdatum mindestens einmal berichtigt wurde und daher unleserlich geworden ist. Ein Abdruck des Taufregisters findet sich in dem Buch Gödden, Walter (Hrsg.): Tag für Tag im Leben der Annette von Droste-Hülshoff, Daten Texte, Dokumente, Paderborn 1996. Ebenso herrscht Unklarheit bei ihren Vornamen. Im Taufregister steht „Ludovica“ und dies wird auch bei Genealogen angegeben, die Biographien (auch die erwähnte) geben statt Ludovica jedoch Louise Maria an.

Annette von Droste-Hülshoff führte ein zurückgezogenes, sogar eingeengtes Leben. In ihrer Kindheit und Jugend kränklich, bedingt durch ihre Frühgeburt, wurde sie in den Jahren 1812 bis 1819 von Professor Anton Matthias Sprickmann unterrichtet und gefördert. Nach dem Tod ihres Vaters 1826 siedelten sie und ihre ältere Schwester Jenny mit ihrer Mutter auf deren Witwensitz Haus Rüschhaus bei Nienberge über.

Zwar stand sie in brieflichem Kontakt mit intellektuellen Zeitgenossen wie den Brüdern Grimm, entzog sich aber niemals den Anforderungen ihrer Familie, etwa wenn sie immer wieder als Krankenpflegerin herangezogen wurde. Da sie ständig selbst kränkelte, standen für sie ein Bruch mit der Familie oder der Versuch nie zur Debatte, durch ihre Schriftstellerei ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Wohl aber sah sie ihren Beruf als Dichterin. Auch ihre Mutter erkannte dies und unterstützte ihre Tochter, indem sie beispielsweise versuchte, den Kontakt mit Christoph Bernhard Schlüter herzustellen, was aber zunächst misslang, da dieser die zugesandten Manuskripte für nicht ausreichend erachtete.

Annette von Droste-Hülshoff nahm ihre literarische Arbeit sehr ernst und war sich bewusst, große Kunst zu schaffen. Ihre Balladen wurden berühmt („Der Knabe im Moor“), wie auch ihre Novelle („Die Judenbuche“). Ein wichtiges Dokument tiefer Religiosität ist ihr Gedichtzyklus „Das geistliche Jahr“, in dem aber - typisch für die Zeit - auch die Zerrissenheit des Menschen zwischen aufgeklärtem Bewusstsein und religiöser Suche gestaltet wird. Die Ausführungen in diesem Werk werden heute als biographisch erachtet, da sie über 20 Jahre an dem gesamten Zyklus arbeitete.

Bedeutend für ihr literarisches Wirken waren ihre Reisen an den Bodensee, wo sie zunächst zusammen mit der Mutter ihre Schwester Jenny besuchte, die den Freiherrn Joseph von Laßberg (vgl auch: „Sepp von Eppishausen“) geheiratet hatte, der sich seinerseits jedoch mit mittelalterlicher Literatur beschäftigte. Ab 1841 wohnte sie vorwiegend bei ihrem Schwager auf Schloss Meersburg am Bodensee, sah ihr zu Hause aber weiterhin im Rüschhaus in Münster-Nienberge, wo unter anderem ihre Amme, die sie bis zu deren Tode pflegte und ihre Mutter lebten. Levin Schücking, mit dem sie bereits seit 1837 befreundet war (er war der Sohn einer Freundin, die verstorben war, als Schücking ca. 17 Jahre alt war), wurde durch ihre Vermittlung 1841 auf Schloss Meersburg Bibliothekar. Insbesondere unter der Inspiration ihres Dichterfreundes Levin Schücking entstand in Meersburg ein Großteil ihrer „weltlichen“ Gedichte. Sie erwarb schließlich am 17. November 1843 ein Haus, das Fürstenhäusle, am Stadtrand inmitten der Weinberge in Meersburg.

Am 24. Mai 1848 verstarb Annette von Droste-Hülshoff auf Schloss Meersburg am Bodensee, vermutlich an einer schweren Lungenentzündung. Ihr Grab befindet sich auf dem Meersburger Friedhof.

Ihr Schaffen wurde dadurch gewürdigt, dass sie auf dem letzten im Umlauf befindlichen 20-Deutsche Mark-Schein abgebildet wurde. Weiterhin gibt es zahlreiche Postwertzeichen und Münzen.

Der Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis sowie der Droste-Preis der Stadt Meersburg wurden nach ihr benannt.

Werke und Originalausgaben


  • Gedichte, Münster 1838 (Aschendorffsche Buchhandlung. 220 Seiten)
  • Die Judenbuche (Novelle erschienen in der Zeitung „Morgenblatt für gebildete Leser“), 1842
  • Droste-Hülshoff, Annette Freiin von: Gedichte, 1844 (Cotta´sche Verlag Stuttgart, 574 Seiten)
  • Westfälische Schilderungen, 1845
  • Das geistliche Jahr (Gedicht-Zyklus), 1818-1820 / 1839-1840
  • Der Knabe im Moor (Ballade)
  • Letzte Gaben (Nachlass), 1860
  • Bei uns zu Lande auf dem Lande (Fragment, Nachlass), 1862
  • Briefe von Annette von Droste-Hülshoff und Philipp W.³
  • Winfried Woesler (Hrsg.):Historisch-kritische Ausgabe. Werke, Briefwechsel, 13 Bände in 25 Teilbänden, Tübingen 1978-2000 (Niemeyer)

Literatur


  • Levin Schücking: Annette von Droste, Ein Lebensbild, Hannover 1862 (Karl Rümpler, 162 Seiten)
  • Peter Berglar: Annette von Droste-Hülshoff. Rowohlt Verlag, Reinbek 1967
  • E. Staiger: Annette von Droste-Hülshoff. Frauenfeld 1967
  • Doris Maurer: Annette von Droste- Hülshoff. Ein Leben zwischen Auflehnung und Gehorsam, Keil-Verlag, Bonn 1987, ISBN 3-921591-22-8
  • Walter Gödden (Hrsg.): Tag für Tag im Leben der Annette von Droste-Hülshoff, Daten Texte, Dokumente, Paderborn 1996
  • Doris Maurer: Annette von Droste-Hülshoff. Turm-Verlag 1996, ISBN 3929874016
  • Ilse Pohl: Miniaturen - Über Cornelia Goethe, Adele Schopenhauer, Clara Schumann und Annette von Droste-Hülshoff. Verlag der Cornelia Goethe Akademie 2005, ISBN 3-933800-06-4
  • Monika Ditz/ Doris Maurer: ''Annette von Droste-Hülshoff und ihre Freundinnen, Turm-Verlag, 2006, ISBN 3-929874-05-9

Siehe auch


Weblinks


Autor | Biedermeier (Literatur) | Literatur (19. Jh.) | Literatur (Deutsch) | Lyrik | Novelle | Frau | Deutscher | Frauenliteratur | Münster (Westfalen) | Geboren 1797 | Gestorben 1848

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