180px-Droste-Hülshoff 2.jpg Annette von Droste-Hülshoff, mit vollem Namen: Anna Elisabeth Franzisca Adolphine Wilhelmine Ludovica Freiin Droste zu Hülshoff, (* 10. Januar, 12. Januar oder 14. Januar 1797 auf Burg Hülshoff in Havixbeck bei Münster in Westfalen; † 24. Mai 1848 in Meersburg am Bodensee) war eine deutsche Schriftstellerin. Sie gilt als eine der bedeutendsten deutschen Dichterinnen.
Annette von Droste-Hülshoff führte ein zurückgezogenes, sogar eingeengtes Leben. In ihrer Kindheit und Jugend kränklich, bedingt durch ihre Frühgeburt, wurde sie in den Jahren 1812 bis 1819 von Professor Anton Matthias Sprickmann unterrichtet und gefördert. Nach dem Tod ihres Vaters 1826 siedelten sie und ihre ältere Schwester Jenny mit ihrer Mutter auf deren Witwensitz Haus Rüschhaus bei Nienberge über.
Zwar stand sie in brieflichem Kontakt mit intellektuellen Zeitgenossen wie den Brüdern Grimm, entzog sich aber niemals den Anforderungen ihrer Familie, etwa wenn sie immer wieder als Krankenpflegerin herangezogen wurde. Da sie ständig selbst kränkelte, standen für sie ein Bruch mit der Familie oder der Versuch nie zur Debatte, durch ihre Schriftstellerei ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Wohl aber sah sie ihren Beruf als Dichterin. Auch ihre Mutter erkannte dies und unterstützte ihre Tochter, indem sie beispielsweise versuchte, den Kontakt mit Christoph Bernhard Schlüter herzustellen, was aber zunächst misslang, da dieser die zugesandten Manuskripte für nicht ausreichend erachtete.
Annette von Droste-Hülshoff nahm ihre literarische Arbeit sehr ernst und war sich bewusst, große Kunst zu schaffen. Ihre Balladen wurden berühmt („Der Knabe im Moor“), wie auch ihre Novelle („Die Judenbuche“). Ein wichtiges Dokument tiefer Religiosität ist ihr Gedichtzyklus „Das geistliche Jahr“, in dem aber - typisch für die Zeit - auch die Zerrissenheit des Menschen zwischen aufgeklärtem Bewusstsein und religiöser Suche gestaltet wird. Die Ausführungen in diesem Werk werden heute als biographisch erachtet, da sie über 20 Jahre an dem gesamten Zyklus arbeitete.
Bedeutend für ihr literarisches Wirken waren ihre Reisen an den Bodensee, wo sie zunächst zusammen mit der Mutter ihre Schwester Jenny besuchte, die den Freiherrn Joseph von Laßberg (vgl auch: „Sepp von Eppishausen“) geheiratet hatte, der sich seinerseits jedoch mit mittelalterlicher Literatur beschäftigte. Ab 1841 wohnte sie vorwiegend bei ihrem Schwager auf Schloss Meersburg am Bodensee, sah ihr zu Hause aber weiterhin im Rüschhaus in Münster-Nienberge, wo unter anderem ihre Amme, die sie bis zu deren Tode pflegte und ihre Mutter lebten. Levin Schücking, mit dem sie bereits seit 1837 befreundet war (er war der Sohn einer Freundin, die verstorben war, als Schücking ca. 17 Jahre alt war), wurde durch ihre Vermittlung 1841 auf Schloss Meersburg Bibliothekar. Insbesondere unter der Inspiration ihres Dichterfreundes Levin Schücking entstand in Meersburg ein Großteil ihrer „weltlichen“ Gedichte. Sie erwarb schließlich am 17. November 1843 ein Haus, das Fürstenhäusle, am Stadtrand inmitten der Weinberge in Meersburg.
Am 24. Mai 1848 verstarb Annette von Droste-Hülshoff auf Schloss Meersburg am Bodensee, vermutlich an einer schweren Lungenentzündung. Ihr Grab befindet sich auf dem Meersburger Friedhof.
Ihr Schaffen wurde dadurch gewürdigt, dass sie auf dem letzten im Umlauf befindlichen 20-Deutsche Mark-Schein abgebildet wurde. Weiterhin gibt es zahlreiche Postwertzeichen und Münzen.
Der Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis sowie der Droste-Preis der Stadt Meersburg wurden nach ihr benannt.
Autor | Biedermeier (Literatur) | Literatur (19. Jh.) | Literatur (Deutsch) | Lyrik | Novelle | Frau | Deutscher | Frauenliteratur | Münster (Westfalen) | Geboren 1797 | Gestorben 1848
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