Annaberg-Buchholz ist Verwaltungssitz des Landkreises Annaberg in Sachsen mit rund 23.000 Einwohnern. Die Stadt hat den Status einer Großen Kreisstadt und ist ein Mittelzentrum des Bundeslandes.
Geographie
Geographische Lage
Die Stadt Annaberg-Buchholz liegt im
Oberen Erzgebirge an den Hängen von
Pöhlberg (832m ü. NN),
Schreckenberg (649m ü. NN) und Schottenberg.
Nachbargemeinden
Angrenzende Gemeinden (alle im Landkreis Annaberg) sind
Königswalde,
Mildenau, die Stadt
Schlettau,
Sehmatal und
Thermalbad Wiesenbad.
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet von Annaberg-Buchholz ist in 6 Stadtteile eingeteilt:
- Annaberg
- Buchholz
- Cunersdorf
- Frohnau
- Geyersdorf
- Kleinrückerswalde
Geschichte
Gründung
Panorama Pöhlberg2.jpg
Nach ersten Silberfunden am
Schreckenberg im Jahr 1492 wird auf Geheiß des sächsischen Landesherren
Georg dem Bärtigen 1496 die "Neustadt am Schreckenberg" als geplante Stadtanlage gegründet. Der Entwurf dieser Anlage stammte von dem Gelehrten und damaligen
Freiberger Bürgermeister
Ulrich Rülein von Calw. 1501 wird Buchholz unter dem Namen "St. Katharinenberg im Buchholz" gegründet. Im gleichen Jahr wird die Neustadt am Schreckenberg durch kaiserlichen Wappenbrief in St. Annaberg umbenannt.
Historische Entwicklung
Bedingt durch die reiche Ausbeute des
Silberbergbaus und damit verbundenen Zuzug von Bergleuten (sog. "
Berggeschrey") entwickelt sich Annaberg in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu der nach
Freiberg zweitgrößten Stadt in
Sachsen und damit zu einer der großen Städte im deutschen Sprachraum. Etwa 1522 siedelt
Adam Ries nach Annaberg und wirkt hier bis zu seinem Lebensende als Beamter im Bergbau und Rechenmeister. 1539 - nach dem Tod Herzog Georgs - wird in Annaberg die Reformation eingeführt.
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhundert gewinnen
Klöppeln und
Bortenwirken wirtschaftliche Bedeutung - vor allem verbunden mit dem Namen der der hiesigen Unternehmerin
Barbara Uthmann.
Das 17. Jahrhundert ist durch einen starken Rückgang der bergbaulichen Tätigkeit geprägt, die Region wird mehrfach von den Wirren des
Dreißigjährigen Krieges heimgesucht. Erst im 19. Jahrhundert - insbesondere nach Eröffnung der Eisenbahnline von
Chemnitz nach Annaberg im Jahr 1866 greift ein nachhaltiger wirtschaftlicher Aufschwung - vor allem getragen durch die Textilindustrie. Im Zuge der
Industriellen Revolution entwickeln sich Annaberg und Buchholz zu einem weltweiten Zentrum der
Posamentenherstellung. Annaberger Firmen unterhielten Niederlassungen in zahlreichen Handelszentren Europas, um die Jahrhundertwende existierte in der Stadt für mehrere Jahre ein US-amerikanisches
Konsulat.
Während Annaberg im Zweiten Weltkrieg von Zerstörungen weitgehend verschont blieb, wurde Buchholz bei einem Bombenangriff am 14. Februar 1945 schwer getroffen. Nach Kriegsende werden die beiden Städte Annaberg und Buchholz auf Anweisung des sowjetischen Stadtkommandanten vereinigt. Die Förderung von Uranerzen sorgt in den fünfziger Jahren zu einem kurzzeitigen Wiederaufleben des Bergbaus und zu einem starken Anstieg der Bevölkerung. Nachdem bereits Ende der vierziger Jahre größere Unternehmen enteignet wurden, wird 1972 ein Großteil der im Privatbesitz verbliebenen Firmen verstaatlicht. Nach der politischen Wende 1989/90 werden viele Unternehmen in Privathand zurückgeführt.
Eingemeindungen
Wappen_Buchholz-Erzgebirge.png
- 1912 Eingemeindung von Kleinrückerswalde in die Stadt Annaberg
- 1945 Vereinigung der Städte Annaberg und Buchholz durch russischen Stadtkommandanten von Buchholz
- 1996 Eingemeindung von Frohnau
- 1998 Eingemeindung von Cunersdorf
- 1999 Eingemeindung von Geyersdorf
Einwohnerentwicklung
1834 zählte Annaberg 5.068 Einwohner; Buchholz zählte 1.424 Menschen.
Weitere Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):
|
| 1946 bis 1981
1984 bis 1999
2000 bis 2004
- Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen
1 29. Oktober
2 31. August
Politik
Stadtrat
Der Annaberg-Buchholzer Stadtrat besteht aus 30 Sitzen. Die nachfolgende Aufteilung ist das Ergebnis der Kommunalwahl 2004.
Oberbürgermeisterin
seit 2001: Barbara Klepsch (CDU)
Wappen
Das Wappen von Annaberg zeigt die heilige
Anna selbdritt, flankiert von zwei Bergleuten über dem bergmännischen Symbol Hammer und Schlägel. Auf dem Buchholzer Wappen ist die heilige Katharina abgebildet.
Städtepartnerschaften
Kultur und Sehenswürdigkeiten
StAnnenKircheAnnabergBuchholz.jpg |
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Theater
Museen
- Adam-Ries-Museum mit Annaberger Rechenschule
- Erzgebirgsmuseum mit dem Besucherbergwerk "Gößner"
- Technisches Museum Frohnauer Hammer
- Besucherbergwerk "Markus-Röhling-Stolln" im Ortsteil Frohnau
- Besucherbergwerk "Dorothea-Stolln" im Ortsteil Cunersdorf
Bauwerke
- St. Annenkirche
- Bergkirche St. Marien
- St.-Katharinenkirche (Stadtteil Buchholz)
- Katholische Heilig-Kreuz-Kirche
- Historische Innenstadt mit zahlreichen Bürger- und Patrizierhäusern
- Teile der Stadtmauer aus dem 16. Jahrhundert
- Ruine des ehemaligen Franziskanerklosters
- Barbara-Uthmann-Brunnen auf dem Marktplatz
Parks
- Stadtpark mit Trinitatiskirche, Adam-Ries-Büste, Barbara-Uthmann-Grabdenkmal und Auferstehungslinde
Naturdenkmäler
Sport
Regelmäßige Veranstaltungen
Kulinarische Spezialitäten
Wirtschaft
Ansässige Unternehmen
Traditionelle Wirtschaftszweige sind die Textilherstellung, die hier ihre Wurzeln im ausgehenden Mittelalter hat, Metall- Papier- und Holzverarbeitung sowie die Spielwarenindustrie. Nach der politischen Wende 1989/90 sind Industrie und verarbeitendes Gewerbe stark zurückgegangen. Heute gehört die Region um Annaberg-Buchholz mit einer Arbeitslosenquote von ca. 20 % und mit einem der niedrigsten
BSP zu den wirtschaftlich schwächsten in Deutschland.
Positive Entwicklungstendenzen verzeichnet der Bereich der Automobilzulieferindustrie sowie das Dienstleistungsgewerbe. Hier ist insbesondere der
Tourismus zu nennen. Annaberg-Buchholz zählt mittlerweile zu den wichtigsten touristischen Destinationen in
Sachsen, vor allem in der Vorweihnachtszeit. Außerdem versucht Annaberg-Buchholz, sich als Verwaltungszentrum zu profilieren.
Medien
In Annaberg-Buchholz erscheint eine Lokalausgabe der Chemnitzer Tageszeitung
Freie Presse mit Lokalredaktion in der Stadt. In Annaberg-Buchholz wird das Anzeigenblatt "Erzgebirgsrundschau" redigiert.
Infrastruktur und Verkehr
Fernstraßen
Annaberg-Buchholz liegt an der
B 95 sowie an der
B 101. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle an der
A 72, "Stollberg-West", ist ca. 25 Kilometer entfernt. Hier entsteht seit Mitte der 90er Jahre ein leistungsfähiger Zubringer.
Annaberg-Buchholz liegt zudem an der ersten sächsischen Ferienstraße, der auf einen historischen Verkehrsweg zurückgehenden "
Silberstraße".
Eisenbahn
Seit Ende des 19. Jahrhunderts besteht ein Bahnanschluss nach Chemnitz, die sogenannte
Zschopautalbahn, die weiter nach
Cranzahl bzw.
Bärenstein und von dort Anschluss nach Tschechien hat. Seit der Sanierung der Strecke wird diese von der
Erzgebirgsbahn, einer Tochter der
Deutschen Bahn betrieben.
Luftverkehr
Der nächstgelegene Verkehrslandeplatz befindet sich in Chemnitz/Jahrnsdorf. Nächstgelegene Flughäfen mit Linienverkehr sind Altenburg (60km),
Dresden (110 km) und
Leipzig/Halle (140km).
Öffentlicher Nahverkehr (ÖPNV)
Die in Annaberg-Buchholz ansässige BVO Verkehrsbetriebe Erzgebirge GmbH betreibt im Stadtgebiet insgesamt sieben Stadtbuslinien. Regionalbuslinien verbinden Annaberg-Buchholz mit der Region sowie
Chemnitz,
Dresden,
Plauen oder
Karlovy Vary (Karlsbad/Tschechien).
Bildung
Grundschulen
- Grundschule "Adam Ries"
- Grundschule "Friedrich Fröbel"
- Grundschule Kleinrückerswalde
- Grundschule "An der Riesenburg"
- Grundschule "Maria Montessori"
Mittelschulen
- Mittelschule "Barbara Uthmann"
- Mittelschule "J.-H.Pestalozzi"
Gymnasien
- Landkreis-Gymnasium St. Annen
- Evangelisches Gymnasium Erzgebirge
Berufsbildende Schulen
- Berufliches Schulzentrum für Technik, Ernährung und Wirtschaft
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
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- 1487 - Gabriel Zwilling, † 1558 in Torgau, lutherischer Theologe und Reformator
- 1501 - Erasmus Sarcerius, † 1559 in Magdeburg, lutherischer Theologe und Reformator
- 1514 - Barbara Uthmann, † 1575 in Annaberg, Unternehmerin, Posamentiererin
- 1528 - Lazarus Ercker, † 1594 in Prag, Münzmeister, Guardein und Autor
- 1538 - Gregor Bersman, † 1611, Philologe und lateinischer Dichter
- 1660 - Gottfried Arnold, † 1714 in Perleberg, Kirchenliederdichter
- 1726 - Christian Felix Weiße, † 1804 in Leipzig, Begründer der deutschen Kinder- und Jugendliteratur
- 1854 - Heinrich Köselitz, † 1918 in Annaberg, Komponist, Schriftsteller und Mundartdichter
- 1860 - Friedrich Hermann Löscher, † 1944 in Bärenstein, Pfarrer und Heimatforscher
- 1861 - Rudolf Köselitz, † 1948 in München, Maler und Illustrator
- 1867 - Emil Heyn, † 1922 in Berlin, Technikwissenschaftler und Nestor der Metallkunde
- 1891 - Theodor Korselt, Jurist und NS-Opfer, † 1943 in Plötzensee
- 1895 - Arthur Schramm, † 1994 in Annaberg-Buchholz, Dichter, Erfinder und erzgebirgisches Original
- 1930 - Carlfriedrich Claus, † 1998 in Chemnitz, Grafiker, Lyriker, Philosoph
- 1930 - Johannes Schreiter, Maler, Grafiker und Glasbildner
- 1943 - Frank Wiegand, Schwimmsportler
- 1946 - Gotthard B. Schicker, Verleger und Publizist, lebt in Budapest
- 1967 - Kathrin Ullrich, Leichtathletin
- 1976 - Viola Bauer, Skilangläuferin
Weitere Persönlichkeiten
- Bruno Berlet, * 1825, † 1892, Pädagoge und Reiseschriftsteller des Erzgebirges
- Lotte Buschan, * 1917 in Heidenau, † 1994 in Annaberg-Buchholz, Sängerin am Annaberger Theater
- Walter Uhlig, * 1925 in Gelenau, Sänger (Tenor) am Annaberger Theater
- Ulrich Rülein von Calw, * 1465 in Calw, † 1523 in Leipzig, Humanist, Arzt, Montanwissenschaftler, Mathematiker, Geodät und Astrologe
- Adam Ries, * 1492 in Staffelstein, † 1552 in Annaberg, Bergbeamter, Rechenmeister und Cossist
- Johann Rivius, * 1500 in Attendorn, † 1553 bei Meißen, Pädagoge und Theologe, war als Leherer u.a. in Annaberg tätig
- Dr. jur. Ludwig Günther Martini, * 1647 in Sondershausen; † 1719 in Reddeber, ab 1677 Jurist, Syndikus und Bürgermeister in Annaberg
- Dr. phil. Richard Truckenbrodt, * 1887 in Johanngeorgenstadt; † 1961 in Annaberg-Buchholz, Ethnologe und Gymnasiallehrer
- Wolfgang Uhle, * 1512 in Elterlein; † 1594 in Breitenbrunn, Pestpfarrer in Annaberg
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