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Unter Strategie werden in der Wirtschaft klassisch die (meist langfristig) geplanten Verhaltensweisen der Unternehmen zur Erreichung ihrer Ziele verstanden. In diesem Sinne zeigt die Unternehmensstrategie in der Unternehmensführung, auf welche Art ein mittelfristiges (ca. 2 - 4 Jahre) oder langfristiges (ca. 4 - 8 Jahre) Unternehmensziel erreicht werden soll. Diese klassische Definition von Strategie wird aber heute vor allem aufgrund ihrer Annahme der Planbarkeit kritisiert. Sie hat deswegen einige Erweiterungen erfahren, wie z.B. durch Henry Mintzberg. Eine homogene Auffassung von Strategie herrscht aber in der wissenschaftlichen Literatur leider nicht vor. Im Zusammenhang mit der Unternehmensstrategie wird oft von den übergeordneten Konzepten der Vision und des Leitbilds gesprochen. Als nachgeordnet werden Teilstrategien (z.B. Marketingstrategie, Finanzierungsstrategie etc.) und die taktische (mittelfristige) sowie die operationale (kurzfristige) Ebene angesehen.

Erweiterte Definitionen


Schon Michael E. Porter rückt leicht vom Konzept der Planbarkeit ab. Für ihn ist nicht langfristige Planung relevant, sondern die Fähigkeit, auf der Grundlage einer längerfristigen Betrachtungsweise einen Wettbewerbsvorteil zu entwickeln, der auf klaren Unterscheidungsmerkmalen beruht.

Henry Mintzberg setzt neben die rationale Planung von Strategien noch ausdrücklich die Möglichkeit emergenter Strategien, die nirgendwo niedergeschrieben wurden, sich aber aus der Unternehmung heraus entwickelt haben. Seiner Ansicht nach hat eine Strategie fünf Bedeutungsinhalte, die im Rahmen des strategischen Management alle eine Rolle spielen: Plan (Handlungsabsicht), Ploy (Manöver/List zwecks Bezwingung eines Gegners), Pattern (Widerspruchsfreies Verhaltensmuster), Position (Positionierung einer Organisation in ihrer Umwelt) und Perspective (Sichtweise und Interpretation der Welt).

Werner Kirsch unterscheidet in ähnlicher Weise zwischen formulierter (also niedergeschriebener) und formierter (also von-selbst entstandener) Strategie. Für ihn ist jede Strategie ex definitione eine formierte Strategie mit einem stark evolutionären Charakter. Formulierungen sind nur ein Teil davon, der versucht, rational-steuernd einzugreifen. Eine ähnliche Haltung ist schon bei Harry Igor Ansoff zu finden, wenn er von "geplantem Lernen" spricht. Strategisch ist für Kirsch etwas, das die Fähigkeiten der Unternehmung in signifikanter Weise betrifft.

Strategische Planung und Kontrolle


Strategische Planung ist keine einmaliger Akt in einer Unternehmung, sondern ein vielstufiger, immer wieder zu leistender Prozess. Die allgemeine Handlungsorientierung soll dem Ideal nach aus den grundsätzlichen Unternehmenszielen und dem strategischen Programm fließen. Das strategische Programm legt fest, auf welchen Märkten mit welchen Produkten eine Unternehmung aktiv sein soll und wie der Wettbewerb bestritten werden soll.

Während also die strategische Planung den grundsätzlichen Orientierungsrahmen für zentrale Unternehmensentscheidungen abstecken will, stellt die operative Planung darauf ab, eine unter Berücksichtigung der strategischen Ziele konkrete Orientierung für das tägliche Handeln zu gewinnen. Der operative Plan schafft ein Orientierungsgerüst für Tages-, Wochen- und Monatsaktivitäten. Ein operativer Plan benennt z.B. die Maschinenbelegung der kommenden Woche, legt die Instandhaltungszeiten für die Anlage fest, verknüpft den Materialfluss mit dem Produktionsprogramm usw.

Strategische Planung kann durchaus kurzfristigen Charakter haben, ohne auch nur im mindesten ein operativer Plan zu sein. Man denke an den Erwerb einer Unternehmensbeteiligung, die überraschend angeboten wurde, oder an die dramatische Umsteuerung von Ressourcen (Turn around), um eine aufgetretene Krise zu bewältigen. Es ist daher eher sinnvoll, die Planung der Sache nach zu unterscheiden, also zwischen der strategischen und der operativen Ebene, und getrennt davon nach dem zeitlichen Horizont.

In vielen Unternehmen liegt - der Idee der Hierarchie folgend - der strategische Planungsschwerpunkt bei den oberen Managementebenen, der operative Planungsschwerpunkt dagegen auf den unteren Hierarchieebenen. Es sind jedoch auch andere Konstellationen denkbar. Häufig basieren strategische Neuorientierungen auf Anregungen aus der Basis, und nicht selten ist die operative Planung für den Geschäftserfolg so wichtig, dass kein Vorstand seine unmittelbare Beteiligung daran aufgeben würde.

Nachdem Planung eine hochgradig selektive Steuerungstechnik darstellt, ist sie grundsätzlich mit Maßnahmen zusammen zu denken, die geeignet sind, das Selektionsrisiko zumindest teilweise zu kompensieren. Diese Kompensationsaufgabe übernimmt klassischerweise die Managementfunktion Kontrolle (wenngleich diese Aufgabe auch von anderen Managementfunktionen ausgeführt werden könnte). Deshalb ist es zweckmäßig, Planung und Kontrolle zusammen abzuhandeln.

Im Bereich Marketing und Werbung existiert das Berufsbild Strategische Planung.

Merkmale der Unternehmensstrategie


  • Strategien legen das / die Aktivitätsfeld/er oder die Domäne der Unternehmung fest.

  • Strategien sind konkurrenzbezogen, d.h. sie bestimmen das Handlungsprogramm in Relation zu Konkurrenten, z.B. in Form von Imitation, Kooperation, Dominanz oder Abgrenzung

  • Strategien nehmen Bezug auf die Umweltsituationen und -entwicklungen, auf Chancen und Risiken. Sie reagieren auf externe Veränderungen und / oder versuchen diese, aktiv im eigenen Sinne zu beeinflussen

  • Strategien nehmen Bezug auf die Ressourcen des Unternehmens, auf die Stärken und Schwächen in ihrer relativen Position zur Konkurrenz

  • Strategien spiegeln die zentralen Einstellungen, Wünsche und Wertvorstellungen der bestimmten Entscheidungsträger wider

  • Strategien sind auf das ganze Geschäft, nicht nur auf einzelne Funktionsbereiche gerichtet

  • Strategien haben eine hohe Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage eines Unternehmens und weit reichende Konsequenzen, was die Ressourcenbindung anbelangt; es handelt sich um große Entscheidungen

  • Strategien sind zukunftsorientiert, sie basieren auf Erwartungen über die Entwicklung eigener Kompetenzen und Umweltzustände

  • Strategien können, müssen aber nicht, Ergebnis eines systematischen Planungs-prozesses sein.

Strategeme: Westliche und östliche Auffassungen von List


In der westlichen Zivilisation gelten List und Betrug in der Kriegsführung als verwerflich. In China hingegen wurde das Durchschauen und Anwenden von List hoch geachtet und gepflegt. Chinesische Autoren haben gar unterschiedliche Überlistungstechniken benannt und systematisiert. Dies ist auch mit ein Grund für die zahlreichen Kopien von westlicher Markenware. Auch ein Grund, weshalb westliche Manager zeitweilig in Verhandlungen mit asiatischen Verhandlungspartnern scheitern oder schlecht abschneiden, ist hierin zu finden.

Weitere Strategeme: Täuschung, Tücke

Strategien


Makroökonomie

Evolutionär stabile Strategie
Strategie (Spieltheorie)
Unternehmensstrategie
IT-Strategie
Outpacing-Strategie
Sanierung (Wirtschaft)
Wettbewerbsstrategie
Strategische Gruppe
Entwicklungsstrategie

Mikroökonomie

Engpasskonzentrierte Strategie
Managementstrategie
Delphinstrategie
Marketingstrategie
Strategische Erfolgsfaktoren
Win-Win-Strategie
schneller Erfolg (quick win)
Strategisches Management
Unternehmensstrategie
Bedarfsermittlungsstrategie
Preisstrategie
Penetrationsstrategie
Abschöpfungsstrategie
Differenzierungsstrategie

Kapitalmarktstrategien, Investitionsstrategien
Um Erfolge aus Bullen- und Bärenmarkt zu erzielen werden verschiedene Strategien angewendet:

Anlagediversifikation, Butterfly (Finanzwesen), Covered Call , Daytrading, Fixen (Börse), Insiderhandel Leerverkauf, das Margin buying, Protective Put, Straddle und Strangle

Eher in Richtung Spekulation gehen: bearish speculation,Haussespekulant, Spekulationsblase

Anlagestrategien
Eine Anlagestrategie ist die Strategie des Kaufens und Verkaufens von Aktien, Anleihen, Optionen, Zertifikaten, etc.

Es gibt normalerweise drei verschiedene Anlagetypen, diese hängen auch eng mit dem Anlagehorizont zusammen, also der geplanten Dauer des eigentlichen Investments:

den spekulativen Typen, den mittelfristigen Anleger, und den konservativen Anlegertyp.

Eine risikoarme Anlagestrategie könnte so lauten:

  • Risiken auf verschiedene Papiere einer Anlageform verteilen. (Diversifikation)
  • Risiken auf verschiedene Anlageformen verteilen (Ertragreiche und unsichere als auch schwächere und sicherere Anlageformen).
  • Risiken auf verschiedene Wirtschaftsbereiche / Nationen verteilen.

Siehe auch: Börse

Wertpapiere und Börse

Politische ökonomische Strategien

Lissabon-Strategie

Literatur


  • Mintzberg, Henry et al.: 'Strategy Safari. Eine Reise durch die Wildnis des strategischen Managements', 3. Aufl. Frankfurt am Main, Wien: Redline Wirtschaft bei Ueberreuter, 2002
  • Broich, Alexander: 'Die Genese von Unternehmensstrategien: zur Neuorientierung der Theoriediskussion', München: Kirch, 1994
  • Kirsch, Werner: 'Wegweiser zur Konstruktion einer evolutionären Theorie der strategischen Führung: Kapitel eines Theorieprojektes', Herrsching: Kirsch, 1997
  • Steinmann, H und Schreyögg, G. : Management, Gabler-Verlag , Kapitel 5, 2000

Siehe auch


Gefangenendilemma Strategische Allianz = Unternehmensverbindung, Strategische Erfolgsfaktoren, Strategische Geschäftseinheit, Strategische Umweltprüfung, Strategische Erfolgsposition, Strategisches Management, Strategische Gruppe, Strategische Planung

 

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