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Ähnlich einem Seeschiff müssen auch Luftschiffe verankert werden, wenn verhindert werden soll, dass sie abtreiben. Luftschiffe werden daher häufig an einem Ankermast befestigt. Zu diesem Zweck besitzen die meisten Luftschiffe einen verstärkten Bug mit einem Festmachpunkt.
Der Mast kommt immer dann zum Einsatz, wenn das Luftschiff nicht in einer Luftschiffhalle untergebracht wird. Bei den modernen relativ kleinen Luftschiffen ist der Mast oft auf einem LKW montiert. So ist er transportabel und kann z.B. zu den Plätzen gefahren werden, von denen aus das Luftschiff operiert. Mit einem verfahrbaren Mast kann das angekoppelte Luftschiff auch auf dem Boden ohne großen Personalaufwand bewegt werden.
Beim „Parken“ des Luftschiffes am Mast kann sich das Schiff frei um den Mast in den Wind drehen. Auf diese Art werden große Windlasten auf das Schiff und den Mast vermieden.
1924 rüstete die US-Marine den Öltanker USS Patoka (AO-9) mit einem Ankermast für Luftschiffe aus. An diesem Mast legten die amerikanischen Luftschiffe z. B. während Manövern mit der Flotte an. Da beide Schiffe mit einer gewissen Geschwindigkeit fuhren war es für das Luftschiff einfacher an den Ankermast heranzumanövrieren, als dies bei feststehenden Mast an Land der Fall ist.
Der 1926 von der Norge und 1928 von der Italia, beides Kielluftschiffe von Umberto Nobile, für die Polarexpeditionen verwendete Mast kann noch heute in Ny-Ålesund auf Spitzbergen besichtigt werden.
Bei den beiden britischen Verkehrsluftschiffen R100 und R101 war der Einstieg in das Schiff über einen Steg unter der Bugverankerung von vornherein vorgesehen. Normalerweise war dieser Bereich nur der Mannschaft zugänglich. Im Inneren führte dann ein Laufgang zu den Passagierabteilen. (siehe Bild)
Es gab Konzepte, Luftschiffe an Wolkenkratzern anlegen zu lassen. So sollte die Spitze des 1931 eröffneten Empire State Buildings ursprünglich als Ankermast dienen. Der Mast war so ausgesteift, dass er den 50 Tonnen Zug von der Luftschiffverankerung widerstehen konnte. Einige der Winden waren installiert und das 86. Stockwerk war als Abflug-Lounge, Ticket-Schalter und Zollkontrolle vorbereitet. Die Idee entsprach der damaligen Euphorie für die „Giganten der Lüfte“. Es wurde jedoch nicht berücksichtigt, dass ein Luftschiff nur träge zu mänovrieren ist und durch die Bebauung immer Wind-Turbulenzen entstehen. Die damaligen Luftschiffe verwendeten als Ballast Wasser, das häufig während der Landemanöver zum Auftriebsausgleich oder zur Trimmung abgegeben wurde. Dieses Wasser, mitunter mehrere hundert Liter auf einmal, hätte sich in die Straßenschluchten von New York ergossen. Es blieb daher bei einigen Annäherungsversuchen amerikanischer Marineluftschiffe an diesen Ankermast. Ein Landemanöver fand nie statt. Das Risiko eines Unfalls über den bevölkerten Straßen wäre zu hoch gewesen.
Die amerikanischen Prallluftschiffe der US-Marine wurden in den 1950er Jahren mit rollbaren Ankermasten, vor die ein Traktor gespannt war, auf dem Flugfeld und in den Hangars bewegt.
Das Ankertau ist in der Mitte des Bugkegels, der in den entsprechenden Trichter am Ankermast passt, angebracht. Es wird über eine Umlenkung an der Spitze des Ankermastes gezogen. So kann das Luftschiff die letzten Meter bis zum Anlegen zwangsgeführt werden. Der Bugkegel des Luftschiffes wird dann im drehbaren Trichter an der Spitze des Ankermastes verriegelt.
Moderne Ankermasten sind höhenverstellbar. Der Ankermast des Zeppelin NT kann auf bis zu 13 m ausgefahren werden. So kann zum Beispiel das Senken des Bugs bei plötzlichem Anheben des Hecks ausgeglichen werden. Während des Anlegens drückt der Pilot das Schiff auf den Boden und lässt sich durch die Seilwinde an den Mast heranziehen. Dabei wird das Zugseil straff gehalten, um ruckartige Belastungen zu vermeiden. Andere Prallluftschiffe müssen auch heute noch mit einer Bodenmannschaft von etwa 20 Personen auf dem Boden von Hand zum Mast manövriert werden.
Beim reinen Passagierwechsel kommt der Mast normalerweise nicht zur Anwendung, jedoch wird das Schiff beispielsweise zum Auftanken an den Mast gelegt. Bei längeren Aufenthalten am Mast kann das Mastfahrzeug abgespannt, also noch zusätzlich am Boden befestigt werden. Dies erfolgt, um auch bei schlechterem bzw. windigerem Wetter eine hohe Standsicherheit des Mastes zu gewährleisten.
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