Ein Schiffsanker ist ein Gerät, um ein Boot, ein Schiff oder ein schwimmendes Gerät vorübergehend oder dauernd auf Grund oder auf Eis festzumachen. Anker halten auf Grund ihres Gewichtes und ihrer Form.
Der Anker ist mit einen Schäkel an der Ankerkette befestigt, geschweißte oder geschmiedete Verbindungen sind heute unüblich. Die Kette selbst ist aus Längen von 25 Metern zusammengesetzt, die durch Schäkel miteinander verbunden sind. Jeder Schäkel ist mit einer hellen Farbe markiert, um beim Lichten des Ankers die eingeholten Schäkel leichter zählen zu können; so wird bestimmt, wie viel Ankerkette bereits eingeholt ist. Die Ankerkette läuft beim Hieven des Ankers durch die Ankerklüse auf das Schiffsdeck, von dort weiter durch einen mechanischen Kettenstopper in das Zugrad der Ankerwinde und weiter in den Kettenkasten.
Jedes größere Schiff hat auf der Back zwei Ankerwinden mit jeweils einem Anker und dazu mindestens einen Reserveanker. Die Ankerwinden werden im Hafen an der Pier auch als Festmacherwinden oder Verholwinden benutzt.
Die Länge der ausgefahrenen Ankerkette hängt hauptsächlich von der Wassertiefe am Ankerplatz ab. Auf den ersten Metern liegt die Kette auf dem Meeresgrund und macht dann einen leichten Bogen nach oben zu Schiff. Die am Boden liegende Kette wird bei kurzzeitiger Krafteinwirkung auf das Schiff, z.B. durch Wellenschlag, im schiffseitigen Teil vom Boden abgehoben, so dass das Schiff der Welle nachgeben kann. Bei nachlassenden Krafteinwirkung wird die Kette oder Trosse durch ihr Gewicht wieder zum Boden gezogen und das Schiff damit wieder an den ursprünglichen Ort gezogen. Dies soll vor allem ein direktes Einwirken der Kraftspitzen auf den Anker verhindern, was in der Regel zum Ausbrechen führt. Je größer die erwarteten Kräfte auf das Schiff sind, desto länger muss die Kettenlänge gewählt werden. Wird statt der Kette eine leichtere Trosse verwendet, so ist sie entsprechend länger zu wählen. Bei wenig Wind und ohne Seegang reicht drei- bis vierfache der Wassertiefe als Kettenlänge aus. Bei Seegang und Starkwind muss bis zum zehnfachen der Wassertiefe an Kettenlänge gesteckt werden.
Wird mit einem Patentanker geankert, so wird der Anker bei langsamer Rückwärtsfahrt in Richtung der zu erwarteten Hauptkraft (Wind, Strömung) ausgebracht. Ziel ist, das Ankergeschirr zunächst möglichst gerade auf dem Grund auszubringen. Der Anker wird dabei langsam über den Grund gezogen (grasen) und gräbt sich mit der auf dem Boden liegenden Flunke in den Grund ein. Oft wird bei Ende des Ankermanövers noch einmal kräftg an der Kette gezogen (durch Maschinenkraft achteraus), um den Anker tief einzugraben und den Halt des Ankers zu überprüfen. Wird der Anker dabei ausgebrochen und über den Grund gezogen ("schlieren"), kann dies an ruckartigen Kettenbewegungen gefühlt oder getastet werden. Beim Ankerhieven fährt man dem Anker entgegen, um die Kette zu entlasten und damit der Ankerwinde die Arbeit zu erleichtern.
In der Schiffahrt sind für das Ankern bestimmte Kommandos üblich.
Котва | Anker (søfart) | Anchor | Ancla | Ankur | لنگر | Ankkuri | Ancre | Acair | עוגן | Ankro | 錨 | Ancora | Enkurs | Anker (schip) | Anker | Kotwica | Âncora | Ancoră | Корабельный якорь | Anchor | Ankare (fartyg) | 锚